„Das Geschäft ist einfach tot“

12 Freunde: Sportfachgeschäft leidet unter Corona-Folgen

Pawel Zelazkowski 12 Freunde Sportgeschäft Lüdenscheid
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Würde gerne wieder Fußballschuhe an den Mann bringen: 12 Freunde-Inhaber Pawel Piotr Zelazkowski.

Seit zwölf Jahren hat Pawel Zelazkowski sein Sportgeschäft an der Wilhelmstraße. Er spürt die Folgen der Corona-Pandemie auch in seinem Geschäft, bleibt aber weiterhin positiv.

Lüdenscheid – Seit zwölf Jahren hat Pawel Zelazkowski sein Sportgeschäft in der Lüdenscheider Altstadt. In den ersten sechs Jahren hieß sein Geschäft „Pawel Teamsport“. In den vergangenen sechs Jahren firmierte er unter dem Namen „12 Freunde“. Auch Zelazkowski musste seinen Laden im Dezember letzten Jahres wegen des Lockdowns schließen. Dennoch ist er zuversichtlich, die Corona-Krise zu überstehen.

„Den sportlichen Lockdown im November haben wir sofort gemerkt“, sagt Zelazkowski, der auf den Saisonbetrieb angewiesen ist, wie er sagt: „Wir sind zu 85 Prozent vereinslastig. Hauptsächlich gehören Fußballvereine zu unserer Kundschaft.“

Fehlendes Weihnachtsgeschäft

Besonders beim Weihnachtsgeschäft habe Zelazkowski die Auswirkungen der Saisonunterbrechungen im Zuge des Lockdowns gespürt. „Das ist zu 97 Prozent weggebrochen. Für uns ist Weihnachten im letzten Jahr auf jeden Fall ausgefallen.“ Hinzu kämen die fehlenden Einnahmen durch Geschenke für Weihnachtsfeiern. „Normalerweise kaufen die Vereine im Dezember immer viele Geschenke für die Mitglieder und vor allem für die Kinder. Das gab es im letzten Jahr überhaupt nicht, weil die Weihnachtsfeiern ja alle abgesagt wurden“, sagt Zelazkowski. Auch der Online-Shop, den er eingerichtet habe, helfe momentan wenig. „Es denkt doch zum Beispiel niemand daran, sich neue Fußballschuhe zu kaufen.“ Seinen Online-Handel sieht Zelazkowski derzeit als nicht existent an. „Das Geschäft ist einfach tot“, sagt er.

Vergleich mit der Bankenkrise 2009

Trotz der fehlenden Einnahmen durch den sonst so starken Dezember und wenig Aussicht auf eine baldige Wiederöffnung, glaubt er, die Corona-Krise zu überstehen. Das große Plus sei für Zelazkowski, dass für seinen Laden lediglich die Mietkosten anfielen. „Das war bei der Weltwirtschaftskrise anders. Jetzt habe ich nicht mehr groß Kredite am laufen“, denkt Zelazkowski an das Jahr 2009 zurück. Doch nicht nur deshalb blickt der Geschäftsmann positiv in die Zukunft: „Durch die Hilfen, die es Gott sei Dank gibt, haben die Händler die Chance das ganze zu überstehen. Wir werden nicht mehr einfach uns selbst überlassen, ohne Unterstützung zu bekommen. Das finde ich wirklich gut.“

Außerdem glaube Zelankowski nicht, dass die Kunden wegblieben,wenn er sein Geschäft wieder öffnen dürfe. „Die Kinder werden auf jeden Fall neue Klamotten brauchen, da bin ich mir sicher.“ Und auch, wenn es vielen Vereinen durch die Corona-Krise finanziell schlechter gehe, gebe es immer noch Firmen, die die Vereine unterstützen würden. „Ich bin mir sicher, dass die Kunden wieder kommen werden, wenn wir wieder öffnen. Bis dahin müssen wir durchhalten.“

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