100.000 Euro und mehr: Versicherungsmakler aus Lüdenscheid fälscht Policen

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Symbolbild

Lüdenscheid - Auch am zweiten Verhandlungstag im Strafprozess gegen einen Versicherungsmakler fällt das Schöffengericht noch kein Urteil. Stattdessen werden weitere Zeugen vorgeladen.

Die Prozessbeteiligten hatten dem Angeklagten in Verständigungsgesprächen am Nikolaustag eine Goldene Brücke gebaut: 

Sollte der 58-jährige Versicherungsmakler 95.000 Euro seiner Schulden, die er durch Provisionen für gefälschte Versicherungspolicen angehäuft hatte, bis zum nächsten Tag der Hauptverhandlung begleichen, könnte er mit einer Freiheitsstrafe zur Bewährung davonkommen, hieß es. 

Nach dem Termin am Donnerstag ist laut Richter Kabus klar: „Der Deal ist geplatzt“. Nach Überzeugung der Staatsanwältin hat der Lüdenscheider einem großen Versicherungskonzern einen Stapel manipulierter Verträge mit teils fingierten Identitäten von Versicherten untergejubelt. 

Bericht über den ersten Prozesstag

Die Anklage lautet auf gewerbsmäßiger Betrug in 43 Fällen. Der Lüdenscheider, verteidigt von Rechtsanwalt Dirk Löber, hat am ersten Prozesstag ein Geständnis abgelegt. 

Strittig ist aber die Frage, wie groß der Schaden, den er angerichtet hat, tatsächlich ist. Die Anklagebehörde geht von einer Summe von 235.960 Euro aus. 

Doch mit einem sogenannten Storno-Konto, auf dem laut Löber 90.000 Euro geparkt sind, um etwa geplatzte Verträge oder Kündigungen auszugleichen, hatte sich der Konzern zumindest einen kleinen „Notausgang“ offengehalten. Angerechnet werden müssten laut Löber auch die von seinem Mandanten tatsächlich entrichteten Beiträge für die Policen. 

Und 80.000 Euro habe der Angeklagte bereits zurückbezahlt. 

Nun soll nach einem Beweisantrag des Verteidigers eine Sachbearbeiterin des Versicherungskonzerns als Zeugin geladen werden, um die Angaben des Angeklagten zu bestätigen.

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