Verein Eschaf hat allen Grund zur Freude und zu einer kleinen Feier

100 000 Euro gesammelt

Die 100.000 Euro Spendenmarke ist geknackt: Parwin Nabiyar, Lea Neumann, Panagiota Theologou, Rolf Scholten, Annette Meyer, Arnhild Scholten und Anwar Nabiyar (v.l.) berichteten

LÜDENSCHEID - Ausbildung ist der einzige Weg; der afghanischen Mädchen helfe, aus ihrem leidvollen Erleben im Land herauszutreten. Diese Worte stammen von Dr. Anwar Nabiyar, Vorsitzender des Vereins Eschan e.V., anlässlich einer kleinen Feierstunde am Bergstadtgymnasium (BGL).

Der Verein wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen, um im afghanischen Ort Estalef eine Mittelschule für Mädchen aufzubauen. Schüler, Lehrer und Eltern unterstützen das Projekt gleichermaßen – und brachten in diesem Zeitraum mehr als 100 000 Euro auf. Grund zum Feiern.

Die inzwischen pensionierten Lehrer Rolf und Dr. Arnhild Scholten waren zu einer kleinen Feierstunde ins Gymnasium gekommen, die auch dem Ziel diente, Eltern der neuen Fünftklässler dieses Projekt vorzustellen. Kleine Reden und Worte des Dankes gab es von Schulleiterin Annette Meyer, Parwin Nabiyar, der Sprecherin der Jahrgangsstufe 10 Lea Neumann, der Schülervertreterin aus der gleichen Stufe Panagiota Theologou sowie Lehrer Tobias Kortner als derzeit betreuender Lehrer des Projektes.

Anfangs wurde ein Film gezeigt, der über die Mädchenschule in Estalef, in der Nähe von Kabul gelegen, informierte. Die Eckdaten: 2002 plant der afghanische Arzt Dr. Nabiyar, der in Lüdenscheid lebt, den Aufbau der Schule auf seinem eigenen Grundstück in Estalef. Kriegswirren und Taliban-Herrschaft hatten das Schul- und Gesundheitssystem völlig zusammenbrechen lassen. Für Mädchen gab es keine Bildung. Mit einem Konzert auf den Sternplatz erspielten BGL-Schüler eine erste Spende, und ab 2004 übernahm das Gymnasium Patenschaften für Schülerinnen.

Inzwischen legen alle 27 Klassen pro Schüler und Jahr sechs Euro zusammen, dazu kommen Spenden von Eltern und aus dem Lehrerkollegium. Projekte wie Sponsorenläufe oder Schulfeste bilden weitere Einnahmequellen. Gelder für den Bau des Gebäudes sowie eines Brunnens, für Schulkleidung, Lehrmaterial oder sauberes Trinkwasser flossen ebenfalls. „Im Sommer knackten wir die 100 000 Euro-Marke, ein riesiger Betrag für uns“, berichtete Scholten, Schatzmeister von Eschan e.V. Deshalb könne das BGL mit Stolz auf die Entwicklung des Projektes blicken, so Meyer. Die Schülerinnen Neumann und Theologou beeindrucke vor allem, „mit welcher Freude die afghanischen Mädchen lernen, während Schule für uns manchmal eine Last ist“. Eine offizielle Feier mit afghanischem Buffet ist geplant.

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