10 000 Jecken in Wipperfürth auf den Beinen

Die Musiker der Stadtkapelle Kierspe sorgten als Schlümpfe für Farbtupfer. ▪

WIPPERFÜRTH/RÖNSAHL ▪ Ganz dicht dran am närrischen Geschehen waren – wie schon bei mehreren Veranstaltungen unter dem Zepter von „König Karneval“ in den vergangenen Wochen – die Freunde des karnevalistischen Geschehens in der Region. Wieder einmal wurde Wipperfürth als älteste Stadt im Bergischen Land seinem Ruf als traditionelles Zentrum rheinischen Frohsinns mehr als gerecht.

War schon zu „Weiberfastnacht“, also am Donnerstag vergangener Woche, das „Städtchen“ wie stets zu diesem Anlass wiederum fest in Narrenhand, so steigerte sich das erwartungsgemäß am Sonntagnachmittag nochmals beträchtlich.

Schon Stunden vor Beginn des traditionell vom Wipperfürther Karnevalsverein organisierten Treibens hatten sich lange Autokolonnen, so auch aus den beiden Volmestädten Kierspe und Meinerzhagen, in Richtung Wipperfürth in Bewegung gesetzt. Die Narrenzunft Neye hatte den großen Karnevalsumzug arrangiert, der am frühen Nachmittag von der Neye-Siedlung aus startete und sich dann durch die Wipperfürther Innenstadt bewegte. Kneipen und Straßencafés, fliegende Händler mit allerlei Backwerk und natürlich auch wohl bestückt mit den obligatorischen flüssigen Stimmungsmachern, verzeichneten rasante Umsätze. Plärrende Lautsprechermusik an jeder Ecke sorgte für „echt Kölsche Tön'“ und damit zusätzlich für jenen ganz besonderen Mix, der die Karnevalsjecken wieder und wieder in Stimmung versetzt.

Nach langem Warten war es dann endlich so weit, dass der Zug in Sichtweite der dicht an dicht gedrängten in die Tausende zählenden Zuschauermassen in der Innenstadt kam. Nur im Schritttempo konnten sich die von kräftigen Traktoren gezogenen Motivwagen und Fußtruppen, immerhin 42 an der Zahl, ihren Weg durch die während des Umzugs für den für den sonst üblichen Durchgangsverkehr gesperrten Straßen bahnen.

Auch diesmal staunten die Zuschauer nicht schlecht über die erstaunliche Vielfalt an Motiven und jede Menge Kreativität, die die Gestalter der Karnevalswagen an den Tag gelegt hatten. Zwar gab es kein zentrales Motto, dafür aber jede Menge Möglichkeiten, lokales Geschehen und mit viel Liebe zum Detail aufs Korn genommene Dinge umzusetzen. Eine Persiflage auf das Geschehen um Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg konnte zumindest ansatzweise als Versuch dafür gelten, die „Wipp-Bürger“ auch ein wenig über den politischen Tellerrand des „Städtchens“ blicken zu lassen. Wirklich „zündende“ Ideen waren diesmal aber eher rar. Dafür entschädigte dann aber ein herrlicher spätwinterlicher Tag mit Sonnenschein pur und guter Stimmung bis weit in den späten Nachmittag. ▪ Rainer Crummenerl

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