Neubau erforderlich

Lennebrücke hält dem Schwerverkehr nicht stand

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Die Lennebrücke, über die der gesamte Verkehr zwischen Altena und Werdohl läuft, muss so schnell wie möglich abgerissen und neu gebaut werden. Ab kommender Woche wird der Verkehr einspurig per Ampelschaltung über die Brücke geleitet.

Werdohl - Die Lennebrücke am Ortseingang von Werdohl hat nicht mehr genügend Traglast für den Lkw-Verkehr und muss abgerissen werden. Da es keine Umleitungsmöglichkeit für den Lastwagenverkehr gibt, soll für eine Übergangszeit eine Behelfsbrücke gebaut werden. Bauzeit: Jahre, Kosten: Millionen.

Genauer kann es StraßenNRW-Sprecher Overmeyer zurzeit nicht sagen. Montagnachmittag veröffentlichte der Landesstraßenbaubetrieb die überaus schlechten Nachrichten. 2011 wurde eine Nachrechnungsrichtlinie für Brückenbauwerke erlassen, die einen genauen Beanspruchungskatalog für bestehende Bauten festlegt. StraßenNRW hat beide Bundesstraßen-Brücken – die Lennebrücke und die Rathausbrücke – dieser statischen Neuberechnung unterzogen. Während die Rathausbrücke ohne großartige Verkehrsbehinderungen saniert werden kann, ist die Lennebrücke nicht mehr wirtschaftlich zu erneuern.

Erste Maßnahmen nach Ostern

Erste Maßnahmen werden in der Woche nach Ostern getroffen. Dann wird der Verkehr auf der Brücke nur noch über eine Fahrspur in der Mitte geleitet. Der Verkehr wird mit Ampeln geregelt. Lkw müssen einen Mindestabstand von 25 Metern zueinander einhalten. Die Fahrspur wird mit Leitelementen so eingeengt, dass kein Begegnungsverkehr möglich ist. In Stoßzeiten wird es auf dieser viel befahrenen Verbindung sicherlich bald schon zu Staus kommen.

Die Lennebrücke ist sehr massiv beeinträchtigt und dem gestiegenen Schwerverkehr sowie erhöhten Achs- und Gesamtgewichten nicht mehr lange gewachsen. „Schnellstmöglich“ müsse deshalb eine neue Brücke gebaut werden, teilte Overmeyer mit.

Ersatzbrücke für die Zeit des Neubaus

Der Pkw-Verkehr könnte theoretisch über die Höllmecke und Neuenrade nach Werdohl und weiter ins Lennetal geleitet werden, sagte Overmeyer. Für den Schwerverkehr gibt es allerdings überhaupt keine akzeptable Umleitungsmöglichkeit. Deshalb hat StraßenNRW beschlossen, für die Dauer von Abriss und Neubau eine Ersatzbrücke zu errichten. Zurzeit suche der Landesstraßenbaubetrieb nach einem Standort. Flussaufwärts linksseitig hinter der Lennebrücke liegt ein große Stau- und Wehranlage, rechtsseitig das Betriebsgelände von Pumpen Brinkmann. In jedem Fall muss der komplette Verkehr der Bundesstraße 236 verschwenkt und über eine Ersatzbrücke geleitet werden. Auf bis zu zwei Jahre Bauzeit könne man sich wohl einrichten – Hochwasserproblematik inklusive. Overmeyer: „Wir können ja nicht einfach die Lenne aufstauen und eine Furt anschütten.“

Die in keiner Weise abzuschätzenden Kosten werden komplett aus Bundesmitteln finanziert.

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