Zwischen Lachshäppchen und Lippenbalsam

Niklas Wesemann (15) bereitet in der Küche des Restaurants „Zum Dorfkrug“ mit Küchenchef Ingo Wangemann feinste Speisen zu.

Werdohl - Vorsichtig legt Niklas Wesemann das Messer an den Lachs und trennt sorgfältig kleine Stücke ab. Diese drapiert er dann auf einem kleinen Teller. Küchenchef Ingo Wangemann schaut ihm dabei über die Schulter und gibt dem 15-Jährigen hilfreiche Tipps. Niklas ist Schüler der Realschule und absolviert momentan ein dreiwöchiges Praktikum im Hotel- und Restaurantbetrieb „Zum Dorfkrug“ der Familie Thuns.

Das Praktikum ist Bestandteil des neunten Schuljahres an der städtischen Realschule in Werdohl. Dabei sei es den Schülern freigestellt, in welchen Berufszweig und in welche Betriebe sie hineinschnuppern möchten, sagt Koordinator Michael Stemski. Der Lehrer möchte den Schülern möglichst viel Freiraum bei der Suche des Praktikumsplatzes lassen, schließlich seien die Erfahrungen in den drei Wochen oftmals richtungsweisend für die spätere Berufswahl. „Wir hatten sogar schonmal einen Schüler am Flughafen. Und in diesem Jahr ist eine Schülerin nach München zu einem plastischen Chirurgen gegangen“, so Stemski. Das seien allerdings Ausnahmen. Generell sei er froh, dass sich immer wieder heimische Betriebe bereit erklärten, Praktikanten bei sich aufzunehmen. Niklas Wesemann fühlt sich in der Küche des Restaurant sehr wohl. „Ich liebe es zu kochen“, sagt er. Einige Speisen, die er während seiner Zeit bei Thuns kennen gelernt hat, hat er auch Zuhause nachgekocht. Niklas: „Die Schokoladenspiralen sind besonders gut angekommen.“

In der Fortuna-Apotheke lernt derzeit Gülsen Akcay den Alltag zwischen Medikamenten und Lippenbalsam kennen. Für die 15-Jährige ist die Arbeit aber nicht mehr neu: Sie absolvierte bereits im vergangenen Jahr ein Praktikum bei einem Apotheker. In der Filiale von Franz Vohle kümmert sich Gülsen um die Sendungserfassung. „Ich habe auch schon Lippenbalsam selbst hergestellt und Zäpfchen gemacht“, erzählt die Schülerin. Sie könne sich gut vorstellen, nach der Realschule das Abitur zu machen und ein Pharmaziestudium anzuschließen.

Jonas Middendorf darf Ralf und Jutta Fiebig vom gleichnamigen Planungs- und Architekturbüro über die Schultern schauen. „Ich finde es spannend, den Entstehungsprozess eines Gebäudes zu erleben“, sagt der 15-Jährige. An dem Beruf begeistert ihn die Vielfalt und die Gestaltungsmöglichkeit. Ob er später darin arbeiten möchte, weiß Jonas aber noch nicht. „Erstmal schnuppere ich in den Beruf rein.“

Von Friederike Domke

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