„Zwischen Diktatur und Demokratie“: Besondere Ausstellung in Werdohl

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In der Stadtbücherei wird am 20. Januar die Ausstellung „Zwischen Diktatur und Demokratie“ eröffnet.

Werdohl - In Lüdenscheid war diese ganz besondere Ausstellung im vergangenen Jahr bereits zu sehen und anschließend auch in der Burg Holzbrinck in Altena.

Ab dem 20. Januar präsentieren der Altenaer Fotograf Dirk Vogel und Matthias Wagner vom Lüdenscheider Geschichtsverein Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus die Ausstellung „Gesichter und Geschichten zwischen Diktatur und Demokratie“ jetzt auch in der Stadtbücherei Werdohl. 

Dirk Vogel hat 30 Senioren des früheren Kreises Altena/Lüdenscheid fotografiert, die vor rund 90 Jahren Kinder waren. Die Menschen aus Lüdenscheid, Werdohl, Altena und dem weiteren Kreisgebiet erzählen in der Ausstellung über ihre Jugend zwischen 1933 und 1950. Die Porträtbilder und Berichte erzählen 30 ganz persönliche Geschichten. 

Senioren durften frei erzählen

So ist in den Berichten zu lesen, dass in manchen Klassen die Hälfte der Mitschüler den Zweiten Weltkrieg nicht überlebte und wie die Diktatur der Nationalsozialisten das Leben der Jugend bestimmte. Dieses Dokumentationsprojekt wurde von dem Verein Ge-Denk-Zellen mit den Senioren verwirklicht, die sich zur Mitarbeit bereit erklärt haben. 

Man habe die ausgesuchten Senioren erzählen lassen aus ihrer Kindheit und Jugend, nur selten das Gespräch gelenkt oder gezielt Fragen gestellt, sagen die beiden Initiatoren der Ausstellung. Dabei herausgekommen ist das, was man „Oral History“ nennt, eine Methode aus der Geschichtswissenschaft, bei der Zeitzeugen sprechen und so wenig wie möglich vom Historiker beeinflusst werden. So bleiben Lebenswelten für die Nachwelt erhalten. 

„In unserer schnelllebigen Zeit ist die Ausstellung ein wertvoller Schatz der Erinnerung, die uns den Wert von Demokratie und Frieden verdeutlich. Sie waren und sind nicht selbstverständlich“, heißt es in der Ankündigung der Stadt Werdohl, die die Ausstellung über ihre Kulturabteilung veranstaltet. Begleitend zur Ausstellung ist zum Stückpreis von 10 Euro ein Katalog erhältlich, der sämtliche Fotos und Berichte enthält. 

Wagner-Vortrag zur Eröffnung

Zur Eröffnung am Sonntag kommender Woche, 20. Januar, wird Matthias Wagner über die Bedeutung der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus für die heutige Generation und über die Entstehung der Ausstellung berichten.

Die Ausstellung „Zwischen Diktatur und Demokratie“ wird am Sonntag, 20. Januar, ab 11.30 Uhr eröffnet. Anschließend ist sie bis Samstag, 16. Februar, während der Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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