Zweite Hochwasserwelle

Die Schwallwand am Eingang zum Sandplatz wird durch Sandsäcke von beiden Seiten zusätzlich gesichert.

WERDOHL ▪ Die zweite, in der Nacht zum Freitag eingetretene Hochwasserwelle ist heftiger ausgefallen, als ursprünglich erwartet und hatte eine größere Dimension, als beim ersten Mal. Der gerade erst vom Schlamm gereinigte Trog musste um Mitternacht erneut gesperrt werden.

Der Lennepegel stieg schnell, berichtete Straßenmeister Uwe Bettelhäuser. Allerdings sei der Bauhof vorgewarnt gewesen, so dass die erforderlichen Maßnahmen schnell und reibungslos eingeleitet werden konnten.

Dazu gehörte auch, dass der Parkplatz an der Goethestraße wieder gesperrt, die Schwallwand dort im Zufahrtsbereich komplettiert und die gesamte Strecke durch Sandsäcke gesichert wurde. Erneut aufgebaut wurden die Holzbohlen am Sand in Höhe Wurst Wagner und an der Zufahrt zum oberen Sandplatz – gegenüber der Einmündung zum Lidl-Parkplatz.

Auch hier wurden im Laufe des Freitagvormittag zusätzlich Sandsäcke verbaut, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Vorsichtshalber, so Uwe Bettelhäuser, „haben wir am Sand drei Gitterboxen mit jeweils rund 40 Sandsäcken platziert“. Sie wurden bereitgestellt, damit sich die Anwohner bedienen und ihre Kellerfenster und Eingangstüren absichern können. In Einzelfällen ist das auch schon frühzeitig geschehen.

Darüber hinaus liegen auf dem Bauhofgelände nach Einschätzung des Straßenmeisters genug gefüllte Sandsäcke in Reserve. Außerdem habe man am Freitagmorgen noch 50 Tonnen Rheinsand geliefert bekommen, die bei Bedarf schnell in Säcke gefüllt werden können.

Bettelhäuser selbst inspizierte die kritischen Stellen entlang der Lenne im Innenstadtbereich mehrmals im Laufe des Vormittages und kam letztlich zu der Erkenntnis: „Wir stoßen an unsere Grenzen“.

Nicht gerade optimistisch stimmte ihn dabei die Kunde aus Rönkhausen, wo von einem stündlichen Anstieg der Lenne von rund zehn Zentimetern die Rede war – Tendenz auch weiter steigend, hieß es. Der Pegel hatte dort am Freitagvormittag einen Wert von 3,20 Metern erreicht. In Werdohl lag er zu diesem Zeitpunkt noch unter der Drei-Meter-Marke. Gegen Mittag war auf Grund des angetriebenen Unrats erkennbar, dass der Wasserspiegel leicht gesunken war – wenngleich nur kurzzeitig.

Wer rund um den Sandplatz eine Garage angemietet hat oder besitzt, war gut beraten, sein Fahrzeug rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. „Ich hab’ mein Auto am Donnerstagabend weggeholt“, berichtete ein Mieter erleichtert. Gut gemacht – am Freitag hätte er dazu keine Chance mehr gehabt. Die Zufahrt zu den Garagen am Sand war überflutet; die Garagen auch.

Einen kleinen Schimmer Hoffnung hatte die Bauhof-Crew am Freitag dennoch: „Wenn der Regen sich abschwächt oder aufhört, könnten wir noch einmal Glück haben.“ Bleibt es bei den Niederschlag, bleibt es auch beim Anstieg der Lenne.

Die Sperrung des Troges hatte ein stark erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der Neuenrader, Lüdenscheider und Versestraße zur Folge. Die Polizei kündigte an, im Bedarfsfall zu Stoßzeiten den Verkehr regeln zu wollen.

Rainer Kanbach

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