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Zweifel am Nutzen: Frau aus dem MK berichtet, warum sie sich nicht gegen Corona impfen lässt

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Von: Carla Witt

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Das Angebot der Corona-Schutzimpfung hat die Werdohlerin Dilek Kaya bislang nicht angenommen.
Das Angebot der Corona-Schutzimpfung hat die Werdohlerin Dilek Kaya bislang nicht angenommen. © Mohssen Assanimoghaddam/DPA

„Wie kann man sich an Regeln halten, wenn einem so gut wie alle Möglichkeiten dazu genommen werden?“ Diese Frage spielt im Leben von Dilek Kaya gerade eine besondere Rolle.

Die 47-Jährige wohnt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Ütterlingsen – und sie lehnt die Corona-Schutzimpfung ab. Auch ihr Mann Burhan hat sich bisher nicht immunisieren lassen.

„Ich bin keine Impfgegnerin und erst Recht keine Verschwörungstheoretikerin“, stellt die Werdohlerin fest. Aber bisher sei es einfach niemandem gelungen sie von der Impfung zu überzeugen. „Keinem Politiker und keinem Mediziner.“ Natürlich verfolge sie die Entwicklungen in Werdohl, in Deutschland und auf der Welt, höre Nachrichten und lese Zeitung. „Aber man hat heute so viele Möglichkeiten, sich zu informieren. Und diese Möglichkeiten nutze ich“, sagt Dilek Kaya.

Bislang nicht überzeugt

Die Existenz des Corona-Virus zweifelt sie nicht an, wohl aber den Nutzen der Impfung für jeden einzelnen. Sie unterstreicht: „Wenn die nächste Generation auf die Welt kommt, keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen und keine Probleme durch die Impfung hat, dann wäre ich überzeugt.“

Kayas Sohn Burak und ihre Tochter Azra haben sich immunisieren lassen. „Sie wollten einfach nur ihr Leben zurück“, unterstreicht die Werdohlerin. Der älteste Sohn Onur besitzt eine Genesenenbescheinigung.

Verständnis für Einschränkungen

Dass sie als Ungeimpfte mit Einschränkungen leben muss, könne sie durchaus verstehen. „Ich möchte mich an alle Regeln halten, um andere zu schützen. Ich trage Maske, desinfiziere mir ständig die Hände – und lasse mich regelmäßig testen.“ Doch beim letzten Punkt fangen die Probleme aus Sicht der Werdohlerin an. „In der Stadtmitte, die ich zu Fuß erreichen könnte, gibt es keine Testmöglichkeit mehr. Öffentliche Verkehrsmittel darf ich aber nur benutzen, wenn ich getestet bin. Wie soll das funktionieren?“, will Dilek Kaya wissen, bezieht diese Frage aber eigentlich nicht auf sich selbst. „Ich bin Hausfrau und habe deshalb keine Probleme.“

Dilek Kaya aus Werdohl.
Dilek Kaya aus Werdohl. © Witt, Carla

Für ihren Mann, er arbeitet in einem Neuenrader Unternehmen, sei es aber schwierig jeweils vor Schichtbeginn einen aktuellen Corona-Test vorzuweisen. „Ich habe viele Telefonate geführt, unter anderem mit den Apotheken in Werdohl, mit der DRK-Teststelle in Neuenrade und mit dem Ordnungsamt der Stadt Werdohl.“ Doch niemand habe ihr bei der Suche nach geeigneten Testmöglichkeiten helfen können.

Kaya: Ungeimpfte lassen sich krankschreiben

Das stelle nicht nur ihren Mann täglich vor Probleme. Sie kenne etwa 40 Menschen in unmittelbarer Nähe, die kaum noch in der Lage seien, ihren beruflichen Verpflichtungen nachzukommen. „Einige lassen sich krankschreiben, um ihre Arbeit nicht zu verlieren. Das kann so doch nicht gewollt sein.“ Die Intention, impfkritische Menschen auf diese Art und Weise quasi durch die Hintertür zu einer Immunisierung zwingen zu wollen, lasse sie am Staat zweifeln: „Ich lebe seit 38 Jahren in diesem Land und bin dankbar dafür. Aber so etwas kenne ich von Deutschland nicht. Und ich hätte nie gedacht, das hier erleben zu müssen.“

Wenn die Regierung unbedingt erreichen wolle, dass sich jeder immunisieren lasse, „dann wäre es ehrlicher, eine Impfplicht einzuführen“, sagt Kaya. Ob das aber die Menschen tatsächlich mehr schütze als regelmäßige Testungen, bezweifelt Dilek Kaya: „Wenn ich mit einem Virenträger Kontakt hatte, stehe ich unter Quarantäne, verlasse die Wohnung nicht und kann niemanden gefährden. Geimpfte können weiterhin überall hingehen – und das Virus verbreiten.“ Traurig sei, dass man über all das nicht mehr reden könne. Die Kluft zwischen den Menschen werde immer größer, wer sich skeptisch gegenüber der Corona-Schutzimpfung äußere, werde in eine Schublade gesteckt und verurteilt. „Das macht mir große Angst, ich weiß nicht, auf was diese Gesellschaft zusteuert.“

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