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Feuerwehr Werdohl: Übergangslösungen müssen her

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Von: Volker Heyn

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Auf diesem Parkplatz am Gewerbehof Neustadtstraße gegenüber des Feuerwehrhauses des Löschzugs Stadmitte sollen übergangsweise Garagen für drei Feuerwehrfahrzeuge entstehen. Es könnte eine Stahlbauhalle werden, die dort in den nächsten Monaten entstehen soll.
Auf diesem Parkplatz am Gewerbehof Neustadtstraße gegenüber des Feuerwehrhauses des Löschzugs Stadmitte sollen übergangsweise Garagen für drei Feuerwehrfahrzeuge entstehen. Es könnte eine Stahlbauhalle werden, die dort in den nächsten Monaten entstehen soll. © Heyn, Volker

Ein ganzes Stück weiter gekommen ist die Stadt Werdohl in der Pflichtaufgabe, für bessere Arbeits- und Einsatzbedingungen der Freiwilligen Feuerwehr zu sorgen. Die städtische Architektin Caroline Ossenberg-Engels stellte den aktuellen Stand der Planungen vor. Danach bekommt die Feuerwehr in allernächster Zeit zwei Behelfsbauten für die Stadtmitte und für die Königsburg.

Werdohl - Weil bald neue Fahrzeuge ausgeliefert werden, die von der Größe her einfach nicht mehr in das Feuerwehrhaus des Löschzugs Stadtmitte passen, sollen schräg gegenüber auf dem Parkplatz des städtischen Gewerbehofes Neustadtstraße Garagen errichtet werden. Vermutlich in einer Stahlbauhalle soll diese Garage Platz für drei große Fahrzeuge bieten.

Für eine gute Erreichbarkeit zwischen den beiden Stützpunkten soll es zusätzlich zu der bereits bestehenden Fußgängerampel eine Bedarfsampel geben. Andere Standorte im Stadtgebiet seien geprüft worden, letztlich habe man sich für diese Lösung entschieden. Die Parkplätze für die Mieter des Gewerbehofes würden wegfallen. Mit einer Übergangslösung von bestimmt vier Jahren rechnet man im Rathaus, deshalb soll es auch eine ausreichend stabile Konstruktion werden.

Noch dringlicher, so Ossenberg-Engels, sei eine Übergangslösung für die Löschgruppe Brüninghaus. Die Zustände der sanitären Anlagen dort inklusive der Umkleidemöglichkeiten sind seit Jahren unzumutbar. Auf dem großen Platz direkt gegenüber den Ausfahrten des Feuerwehrhauses sollen vermutlich in Containerbauweise sanitäre Anlagen und Umkleiden entstehen. Auch hier soll eine Konstruktion gefunden werden, die mehrere Jahre lang halten soll. Ob es die sechs Container werden sollen oder eine Holzkonstruktion, werde noch geprüft. Der Eigentümer des Geländes habe bereits seine Zustimmung gegeben. Auch diese Behelfsbauten sollen so schnell wie möglich errichtet werden.

Weiter gekommen ist die Stadt auch bei dem geplanten Neubau am Grasacker. Ossenberg-Engels, die sich selbst einmal als die „Task-Force für die Werdohler Feuerwehr“ bezeichnete, sagte in ihrer immer sehr direkten Art: „Wir sind endlich ganz nah dran an der Vergabe an ein Planungsbüro.“

Die Abgabefrist ende am 24. Januar, der Vergabeausschuss wird am 3. Februar ein Unternehmen auswählen. Das Grundstück Grasacker funktioniere auch für das geplante Bauvorhaben in Sachen Hochwasserschutz, es liegt bekanntlich im Überschwemmungsgebiet. Die Hochwasserproblematik bekomme man mit leistbaren Mitteln in den Griff.

Auch in Sachen Brandschutzbedarfsplanung hatte die Architektin gute Nachrichten. Anfang Februar 2022 komme die Feuerwehr mit dem Planer der Kommunalagentur zusammen, um die sogenannte „Gefährdungsanalyse“ zu starten. Grundlegendes zu den Standorten und der Optimierung werde dort zusammengetragen.

Einzig und allein CDU-Sprecher Michael Schürmann gab sich sehr unzufrieden. Immer wieder trat er ans Mikrophon, seine Fraktion fühle sich über den Stand des Vergabeverfahrens schlecht von der Verwaltung informiert. Als er nachfragte, ob die Planungen der Verwaltung auch mit der Feuerwehr abgestimmt seien – fünf Gruppenleiter der Wehr sitzen im Ausschuss – platzte Bürgermeister Späinghaus der Kragen.

Bürgermeister in Richtung CDU: „Ich weiß, ihr traut uns nicht.“

„Ich weiß, ihr traut uns nicht. Aber es ist unvorstellbar, dass wir und die Feuerwehr aneinander vorbei arbeiten“, warb Späinghaus bei der CDU abermals um Vertrauen. Natürlich sei die Feuerwehr in allen Belangen beteiligt. Doch Schürmann konnte nicht zurückstecken. Die CDU wolle mehr Informationen zum Vergabeverfahren. Ossenberg-Engels, der für die Vergaben bei der Stadt zuständige Mitarbeiter Florian Block und SPD-Ratsherr und Jurist Jan Vidal Canas redeten mit Engelszungen auf Schürmann ein.

Es gebe in ganz Deutschland nur wenige Kanzleien, die eine so hochkomplizierte Vergabe wie die in Werdohl begleiteten. Man müsse denen, die daran arbeiten, einen Vertrauensvorschuss geben. Ein kleinster Fehler, so der SPD-Ratsherr, könne bei so einem Millionenprojekt enorm Zeit kosten. Ossenberg-Engels und Block sagten klipp und klar, dass das Vergabeverfahren keine Zwischenstandsinformationen erlaube.

Schürmann hatte sich offenbar in eine Position gebracht, die ihm zumindest öffentlich einen gesichtswahrenden Rückzug nicht mehr erlaubte. Seine Skepsis könne er nicht so leicht ablegen, räumte er ein. Stattdessen solle die Verwaltung doch bitte zeigen, dass sie das von der CDU in sie gesetzte Vertrauen tatsächlich auch verdiene.

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