Für bis zu 10 Millionen Euro

300 Jobs weg! Weltkonzern schließt Standort im MK und setzt Makler ein

Seit April 2021 nutzt das Unternehmen Georg Fischer die Hallen der Gießerei am Bahnhof nicht mehr. Der mit der Vermarktung des Grundstücks und der Gebäude beauftragte Plettenberger Makler Ralf Beßler ist jetzt in den Werdohler Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung eingeladen.
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Seit April 2021 nutzt das Unternehmen Georg Fischer die Hallen der Gießerei am Bahnhof nicht mehr. Der mit der Vermarktung des Grundstücks und der Gebäude beauftragte Plettenberger Makler Ralf Beßler ist jetzt in den Werdohler Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung eingeladen.

Für das ehemalige Betriebsgelände der Firma Georg Fischer (GF) am Werdohler Bahnhof soll es zwei ernsthafte Interessenten geben.

Das erklärte der mit der Vermarktung beauftragte Plettenberger Immobilienmakler Ralf Beßler auf Nachfrage der Redaktion. Beßler ist für Montag, 4. Oktober, in den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt eingeladen worden. Er soll dort über sein Vermarktungskonzept für das GF-Areal sprechen.

Eingeladen wurde Ralf Beßler vom Ausschussvorsitzenden Jürgen Henke (SPD). Henke sagte auf Nachfrage, dass ihn privat schon Anfragen nach Teilen des Geländes erreicht hätten. Daraufhin habe er Kontakt mit Beßler aufgenommen und ihn gebeten, seine Ideen und Pläne für das GF-Gelände dem Ausschuss öffentlich vorzustellen.

Beßler ist „regional die Nummer eins“

Henke meint, dass Beßler einen guten Ruf und Erfolge bei der Vermarktung von großen ehemaligen Industriegeländen habe. Damit wirbt auch Ralf Beßler selbst: „Wir sind regional die Nummer eins für die Vermarktung von Gewerbeimmobilien. Wir arbeiten zum Beispiel mit Dura und Plettac in Plettenberg.“ Auch in Olpe betreue er ein größeres Objekt.

Weil das GF-Gelände direkt neben dem Werk der Vossloh-AG angesiedelt ist und eins der größten innerstädtischen Industriekomplexe ist, möchte Ausschutzvorsitzender Henke die Vermarktung dieser bekannten Immobilie öffentlich begleiten. Natürlich wisse er, dass ein Verkauf ein rein privates Geschäft ist und die Stadt keine Einflussmöglichkeiten hat. „Aber es ist dennoch interessant für den Ausschuss, über die Sache informiert zu werden“, so Henke.

Verkauf könnte bald erfolgen

Beßler sprach auf Nachfrage der Redaktion von zwei ernsthaften Interessenten und einem bald möglichen Verkauf. In einem früheren Gespräch war die Rede von einem Wert von neun oder zehn Millionen Euro.

Der letzte Gusstag auf dem Georg-Fischer-Gelände am Bahnhof war bereits im September 2020. Nun soll die Fläche verkauft werden.

Der Immobilienmakler habe die mehr als 20 000 Quadratmeter Gewerbeflächen samt Gebäude bereits seit Mitte 2020 in der Vermarktung, doch GF produzierte am Bahnhof noch länger als ursprünglich geplant. Letztlich wurde bei GF bis Juni 2021 gefertigt, obwohl der letzte offizielle Gusstag bereits am 25. September 2020 feierlich begangen wurde.

Makler wird Fragen beantworten

Beßler sagte, dass es „immer mal wieder Interessenten“ gegeben habe, die Sache aber jetzt so langsam ernst werde. Der Einladung des Ausschussvorsitzenden folge er gerne. Er werde seine Ideen zum Verkauf des Geländes dem Ausschuss vorstellen und natürlich auch Fragen beantworten.

GF wollte das Werk ursprünglich spätestens zum Jahresende 2020 schließen. Verstärkte Kundennachfragen hatten nach Aussagen der Schweizer Konzernführung aber dazu geführt, dass noch ein halbes Jahr weiterproduziert werden musste.

Am zweiten Standort noch 100 Mitarbeiter

Im ehemaligen GF-Werk am Bahnhof waren rund 400 Menschen mit dem Guss von Motorblöcken und Getriebegehäusen aus Aluminium für Fahrzeuge beschäftigt. GF schloss das Werk aus wirtschaftlichen Gründen. An dem Standort ließe sich nicht mehr kostendeckend arbeiten. In einem anderen Werk von GF an der Werdohler Schlacht beschäftigt das Unternehmen rund 100 Mitarbeiter mit der Weiterverarbeitung der jetzt nicht mehr in Werdohl gefertigten Gehäuse.

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