Ende eines langen Ringens um zwei Bäume

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Ein Mitarbeiter des Forstbetriebs Meyer schneidet vom Hubsteiger aus die Äste aus der erkrankten Linde. Der Baum musste gefällt werden, weil er vom Brandkrustenpilz befallen ist.

Werdohl - Nach mehr als einem Jahr Ringen um den Erhalt der Lengelsen-Allee sind am Donnerstag die beiden erkrankten Linden gefällt worden. In der nächsten Woche soll das Totholz aus den übrigen Bäumen genommen werden. Ein dauerhaftes Überleben scheint dennoch nicht gesichert.

Die Stadt Werdohl hatte Vertreter mehrerer Forstbetriebe eingeladen und die zu vergebende Aufgabe vorgestellt. Alle mussten Angebote abgeben, die Ausschreibung bekommen hatte der Werdohler Forstbetrieb Michael Meyer. Interessant: Für die Arbeiten beworben hatte sich übrigens auch der Betrieb vom Simon Deitmerg, dessen Vater Hubert sich seit mehr als einem Jahr für den Erhalt der Allee einsetzt.

Streit um Baumzustand

Deitmerg, der in der Nähe der Allee eine Holzofenbäckerei betreibt, hatte öffentlich auf den Zustand der Allee aufmerksam gemacht. Damals schon hatte ein städtischer Baumprüfer erklärt, dass zwei Bäume vom Brandkrustenpilz befallen seien und gefällt werden müssten. Das hielt Deitmerg fachlich nicht für gerechtfertigt und bat einen anderen Baumsachverständigen, dazu Stellung zu nehmen.

Michael Meyer zeigt auf einen Stamm einer der gefällten Linden, die Verfärbungen sind gut zu erkennen.

Der hatte sich zunächst nur vage ausgedrückt und von einem prägenden Bild der Allee gesprochen, die es zu erhalten gelte. Bauabteilung und Baubetriebshof kamen Deitmerg entgegen, die beiden Bäume sollten nicht sofort abgeholzt werden. Erst nachdem der von Deitmerg beauftragte Sachverständige keine Garantie für die erkrankten Bäume abgeben konnte, setzte die Stadt die schon lange angekündigte Maßnahme um.

Weitere Bäume geschädigt?

Die beiden Bäume wurden am Donnerstag gefällt. Meyer und seine Leute gingen sehr behutsam vor, damit die fallenden Stämme nicht andere Allee-Bäume beschädigen. So etwas ist wohl auf der Seite der Allee geschehen, die in Richtung Naturschutzgebiet Wilhelmsthal steht. Eine ganze Reihe von Ästen ist dort beim Freischlagen zersplittert und abgebrochen.

Meyer und sein Team werden in der nächsten Woche auftragsgemäß die bestehenden Bäume vom Totholz befreien, damit sie noch eine Weile stehen bleiben können. In einiger Zeit werden die Bäume aber auch ihr biologisches Höchstalter erreicht haben.

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