Trauercafé am Kirchenpfad öffnet zum ersten Mal

„Zuversicht“ für Trauernde

Ein dreiköpfiges Team mit Inma Heinrich, Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg und Dagmar Kloska (von links) will heute erstmals seine Hilfe für Betroffene im Trauercafé „Zuversicht“ anbieten. Die nachfolgenden Treffen sollen jeweils jeden zweiten Freitag im Monat von 16 bis 17.30 Uhr im ehemaligen Kindergarten „Spatzennest“ am Kirchenpfad 1 stattfinden. - Foto: Kanbach

WERDOHL - Überkonfessionell und auch für Menschen, die nicht in der Kirche sind, soll die Arbeit und Betreuung sein, die ab heute regelmäßig im Trauercafé „Zuversicht“ in den Räumen des ehemaligen Kindergartens „Spatzennest“ am Kirchenpfad angeboten werden soll.

Ein dreiköpfiges Team mit Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg, Dagmar Kloska und Inma Heinrich – das auch noch Unterstützung gebrauchen kann – will sich um Trauernde und deren Angehörige kümmern, sie seelsorgerisch begleiten und ihnen Mut für das eigene Leben zurückgeben.

Bis vor ein paar Jahren gab es unter dem Stichwort „Omega“ eine Sterbehilfe in Werdohl. Die aber wurde eingestellt, nachdem die Stadtklinik und die Altenheime selbst entsprechende Hilfen anboten. Es habe sich aber gezeigt, dass nach wie vor ein Bedarf für eine seelsorgerische Betreuung bestehe, so Dieter Kuhlo-Schöneberg.

An jedem zweiten Freitag im Monat – zwischen 16 und 17.30 Uhr – bieten er und sein Team deshalb eine Gesprächsrunde an, die auch nach einem sehr schmerzhaften Verlust Hilfe und Hoffnung vermitteln könne.

Diese Treffen sollen – und werden – in einer angenehmen, heimeligen Atmosphäre stattfinden; in einem schönen, wohl temperierten Raum. „Wir wollen alle Sinne zusammenführen“, beschreibt Dagmar Kloska die Ausgangslage für die Zusammenkünfte. Dazu gehört auch Tee aus Kännchen, natürlich Kaffee. Auch frische Waffeln werden angeboten.

Der Kreis der Menschen, die das Trauercafé-Team erreichen möchte, „ist allerdings nicht auf den Tod begrenzt“, so Kloska. Auch Scheidung löse Trauer aus. Der Kreis derer, die zum Kirchenpfad kommen, um zu reden, zu schweigen oder auch um weinen zu dürfen, lässt sich damit durchaus weiter fassen, als das gemeinhin angenommen werde.

Viele Betroffene oder Angehörige, so Dieter Kuhlo-Schöneberg aus seinen Erfahrungen, wollten zunächst nicht mehr reden, denn oft genug wurden oder werden sie mit Sprüchen konfrontiert, „die keinem guttun“. Andererseits bleibt der Bedarf bestehen, sich auszutauschen oder auf sensible Art Trost spenden zu lassen. Beispiele aus Altena oder Plettenberg würden dies belegen. Dort wird ein zunehmender Zulauf registriert, und damit sei letztlich auch in Werdohl zu rechnen, ist Kuhlo-Schöneberg überzeugt.

Die Treffen im Trauercafé sind einer gewissen Gliederung unterworfen: Nach den ersten Gesprächen werden im letzten Drittel der Zusammenkünfte Impulse gegeben, aus denen die Besucher Neues erfahren und die Erkenntnisse daraus mit nach Hause nehmen könnten. Damit das Trauercafé bekannter wird, ist ein Flyer in Arbeit, der in Kürze bei Ärzten, Bestattern, Apotheken und Kirchen ausgelegt oder in Schaukästen aufgehangen werden sollen.

Von Rainer Kanbach

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