Zuversicht bei der Stadt: Warten auf Edeka-Markt

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Das Marktgebäude liegt auf einer Insel. Die Stadt hofft, dass dort Edeka einen Lebensmittelmarkt eröffnet. ▪

WERDOHL ▪ Die Stadtverwaltung hofft, dass sich die Edeka-Gruppe noch in diesem Jahr im leer stehenden Marktgebäude an der Inselstraße engagiert. „Wir sind recht zuversichtlich, dass dort bald neues Leben hineinkommt.“ So drückte sich gestern Fachbereichsleiter und Wirtschaftsförderer Bernd Mitschke von der Stadt Werdohl auf Nachfrage unserer Redaktion aus.

Vertreter der Expansionsabteilung der Edeka Handelsgruppe Rhein-Ruhr hätten zugesagt, in der nächsten Zeit eine Umbauvorlage zu präsentieren. In dieser Woche hatte der Baubetriebshof rund um das ehemalige Minimal-Gebäude eine Verkehrszählung durchgeführt. Die Zahl der Fahrzeuge werktags auf der Inselstraße sei ein Kriterium für die Edeka-Leute, so Mitsche. Einen Markt der Größenordnung, wie ihn Edeka in Werdohl plane, gebe es erst wieder in Hemer. Diesen Markt hatte sich Mitschke schon einmal angeschaut. Bis zu 95 Prozent des Angebots in Werdohl würden im Lebensmittelbereich entstehen, nur ein kleiner Teil gehöre zum Bereich des Non-food.

Die Pläne von Edeka sind offfensichtlich so konkret, dass Mitschke bereits mit dem WK-Geschäftsführer Manfred Beiske Kontakt aufgenommen hat. „Edeka wird eine direkte Konkurrenz zur Lebensmittelabteilung des WK“, so Mitschke. Das sei Manfred Beiske auch bewusst. Das Werdohler Warenhaus in Gänze sei hingegen konkurrenzlos auf der gesamten Lenneschiene und habe sich erst in jüngster Zeit noch breiter im Modebereich aufgestellt.

Auf Kunden aus Plettenberg und Altena ziele Edeka ganz bewusst ab, so Mitschke. Ein Edeka-Markt in Werdohl habe damit nicht nur lokale Bedeutung.

Ein zweiter Interessent am Marktgebäude (wir berichteten) sei „fehleingeschätzt“ worden, so Mitschke. Der Interessent aus dem Lebensmittelbereich habe Probleme mit der Logistik gesehen und sich nicht wieder gemeldet. Auch Edeka sehe Optimierungsbedarf für die Möglichkeit der Anlieferung durch Lkw. Mit StraßenNRW solle jetzt über eine Verbesserung der Ampelschaltungen rund um den Markt nachgedacht werden.

Die Eigentümer des Gebäudes und die Verwaltungsgesellschaft seien für die Stadt weiterhin schwer zu erreichen, so Mitschke. Die Marketinggesellschaft und die Stadtverwaltung verhandeln mit Edeka in Person von Wolfgang Scheller von der Expansionsabteilung. Scheller war gestern für unsere Redaktion nicht erreichbar.

Ein wenig Zeitdruck kommt in die Angelegenheit, weil in diesem Jahr die Nutzungsbindungsfrist für das Marktgebäude ausläuft. Innerhalb von fünf Jahren genieße die Bewilligung als großflächiger Einzelhandel Bestandsschutz. Wenn erst nach 2011 das Gebäude als Lebensmittelmarkt genutzt würde, müsse eine politische Entscheidung herbeigeführt werden, so Mitschke. Die stehe möglicherweise dem bestehenden Einzelhandelskonzept rund um den Bahnhof entgegen.

Mitschke: „Wir warten jetzt auf Edeka. Die Gruppe wird entscheiden, ob sie das Gebäude kauft oder mietet.“

Volker Heyn

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