Zuschuss für Breitband in Dresel

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Standortfaktor: Schneller Internetzugang ist für Betriebe eine wichtige Arbeitsgrundlage. ▪

WERDOHL ▪ Die Betriebe im Gewerbegebiet Dresel dürfen wieder auf ein schnelles Internet hoffen. Die Stadt hat jetzt die „Schaffung einer flächendeckenden Breitbandversorgung“ mit dem Lockmittel einer Bezuschussung ausgeschrieben. Die zeitliche Vorgabe: „Der Netzbetreiber muss mit der Realisierung der Versorgung möglichst im Herbst 2011 beginnen und sie spätestens zum 31. Mai 2012 abgeschlossen haben“, schreibt Bernd Mitschke, Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen, an die Netzbetreiber.

Wie schwierig es ist, Internetanbieter für dieses Projekt zu begeistern, hat eine vorgeschaltete zweiwöchige Ausschreibung gezeigt, die Mitte Februar endete. Im Rathaus sind keine Umschläge mit Angeboten eingegangen. Nun soll ein Zuschuss für mehr Begeisterung sorgen. Die Stadt beabsichtigt, die Beihilfe aus Mitteln des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms des Landes NRW zu finanzieren. Der Zuschuss kann sich auf insgesamt 60 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben belaufen. Die Bezirksregierung Arnsberg entscheidet.

Wie groß die Resonanz auf die aktuelle öffentliche Ausschreibung ausfallen wird, kann natürlich noch nicht gesagt werden. Diethelm Eilers, zuständiger Mitarbeiter für die Ausschreibung in der Abteilung Bauen und Planen, tippt auf drei Angebote. „Der Günstigste ist dann am Zug.“ Im Rathaus herrscht Optimismus, dass im Herbst 2011 mit der Realisierung begonnen werden kann. Eilers: „Wir sind guten Mutes, dass dann etwas passiert.“

Wie wichtig der Stadt die Schaffung einer besseren Breitbandversorgung in Dresel ist, macht Fachbereichsleiter Mitschke auch in der Ausschreibung deutlich. „Die Stadt Werdohl sieht in der Versorgung der ansässigen Gewerbebetriebe mit Breitbanddiensten einen wichtigen Auftrag der Daseinsvorsorge und der Steigerung der Standort-Attraktivität.“ Wie viele Betriebe betroffen sind, geht aus dem Ergebnis der Markterkundung hervor, das ebenfalls Bestandteil der Ausschreibung ist. Von den 25 angeschriebenen Gewerbetreibenden haben 13 an einer ersten Befragung teilgenommen. Von diesen seien zirka 90 Prozent an einer schnellen Datenverbindung interessiert. „Eine darüber hinaus gehende weitere Bedarfsermittlung ist Aufgabe des Anbieters.“

Was dieser bieten muss, ist ebenfalls festgelegt: eine Breitbandleistung von mindestens 25 Mbit/s im Download – auch bei Spitzenbelastung und unabhängig von der Technologie. Die Wertungskriterien zur Bestimmung des wirtschaftlichsten Angebotes sind ebenfalls benannt. Die Höhe der Wirtschaftlichkeitslücke gibt dabei zu 50 Prozent den Ausschlag. Soll heißen: Wer den geringsten Zuschussbedarf ausweist, kann sich große Hoffnungen machen, den Zuschlag zu erhalten. Zu 15 Prozent gewichtet werden jeweils die Download- und Uploadgeschwindigkeiten, die Endkundenpreise sowie die Nutzeröffnung für andere Anbieter. Nur zu fünf Prozent entscheidend ist die Art der Breitbandtechnologie.

Selbst wenn sich einige Netzbetreiber auf die öffentliche Ausschreibung melden, ist damit nicht endgültig festgelegt, dass es zu einer Umsetzung kommen wird. „Sollte die Wirtschaftlichkeitslücke außerhalb eines vernünftigen Verhältnisses zum beabsichtigten Zweck stehen, behält sich die Stadt Werdohl eine erneute Entscheidung über die Realisierung des Projektes ausdrücklich vor.“

Marco Fraune

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