Zusammenarbeit von Daimler und The Mobility House

Enervie baut Batteriespeicher in Werdohl-Elverlingsen

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Ab und zu steigt noch Wasserdampf aus dem Kühlturm der Kohleverbrennung der Mark-E in Elverlingsen. Ende März wird die Kohleverstromung eingestellt, es bleibt nur noch die Energieerzeugung durch die Verbrennung von Klärschlamm.

Werdohl - In Elverlingsen soll in einer Halle am Rande des Kraftwerksgeländes der Enervie-Tochter Mark-E ein besonders leistungsstarkes Altbatteriekraftwerk entstehen. Eine ähnliche Anlage in Lünen erreicht 14 Megawatt, in Elverlingsen ist eine Leistung von 17 Megawatt geplant. Zum Vergleich: Der noch bis zum Ende des Monats laufende Steinkohleblock liefert 310 Megawatt.

Pressesprecher Andreas Köster teilte gestern lediglich mit, dass Mark-E auf dem Firmengelände in Elverlingsen die „Infrastruktur für den Bau und Betrieb eines stationären Batteriespeichers“ zur Verfügung stelle. In Kooperation mit den Unternehmen Daimler aus Stuttgart und The Mobility House (TMH) aus München sollen alte Batterien von E-Mobilen genutzt werden, um momentan erzeugte Energie zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Netz abzugeben.

Gebrauchtbatterien aus Elektrofahrzeugen

Das Unternehmen spricht dabei von einer Primärregelleistung, also der Bereitstellung von Strom zur Stabilisierung des Versorgungsnetzes. Hier kommt das Geschäftsmodell von Enervie ins Spiel: Das Hagener Unternehmen werde diesen Strom vom Standort Elverlingsen aus vermarkten.

Nach Abschaltung des letzten Kohleblocks Ende März werde die Klärschlammverbrennung zur Stromerzeugung weiter betrieben. Im Dezember 2002 wurde diese Wirbelschichtfeuerungsanlage eingeweiht. Nach umfangreicher Modernisierung mit Investitionen in Höhe von 8 Millionen Euro ist die Wirbelschichtfeuerungsanlage seit Anfang 2018 im „stand-alone-Betrieb“ – losgelöst von der bisherigen Dampflieferung an den Kohleblock E4 – wieder in Betrieb gegangen.

Daimler und The Mobility House

Wenn diese Anlage Strom produziert, der gerade im Netz nicht gebraucht wird, soll er im neuen Batteriespeicher konserviert werden. Das Konzept eines solchen Batteriespeichers läuft erfolgreich bereits seit Ende 2016 in Lünen. Dort haben sich Daimler und Mobility House mit dem Entsorger Remondis zusammengeschlossen.

Benutzt werden Fahrzeugbatterien, die die Anforderungen für den Betrieb in Elektrofahrzeugen nach jahrelangem Einsatz nicht mehr erfüllen. Diese Batterien erreichen noch über 70 bis 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität. Daher können sie problemlos in stationären Systemen eingesetzt werden, um Strom zu speichern und wieder abzugeben.

Steinkohleblock E4 wird stillgelegt

Die Enervie-Gruppe steigt Ende März bekanntlich komplett aus der Kohleverstromung aus und legt ihren steinkohlebefeuerten Block E4 mit 310 Megawatt im Kraftwerk Elverlingsen still. „Wesentlicher Grund ist die fehlende wirtschaftliche Perspektive der Anlage vor dem Hintergrund der Veränderungen der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, so Erik Höhne, Technischer Vorstand und Vorstandssprecher Enervie.

Bereits zum 30. April 2014 hatte Enervie in Elverlingsen den Steinkohleblock E3 mit einer Leistung von 186 Megawatt stillgelegt. Gestern teilte das Unternehmen mit, dass für alle dem Block E4 direkt zugeordneten Mitarbeiter „einvernehmliche und sozial verträgliche Lösungen“ gefunden worden seien. In Elverlingsen seien noch 55 Mitarbeiter beschäftigt.

Keine Entscheidung über Flächennutzung

Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch keine Entscheidung gefallen, so Pressesprecher Köster, wie mit der vorhandenen Bausubstanz und den zur Steinkohle-Verstromung genutzten Flächen weiter verfahren werde. Mark-E prüfe derzeit verschiedene Optionen.

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