Freizeitfahrt für suchtkranke Menschen

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Die Klienten des Ambulant Betreuten Wohnens verlebten gemeinsame Ferientage an der Nordsee.

Werdohl - Zum ersten Mal waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Blauen Kreuz gemeinsam mit Klienten aus dem Angebot „Ambulant Betreutes Wohnen“ für suchtkranke Menschen im Urlaub. Die Freizeitfahrt ging für vier Urlaubstage in die Nähe von Husum an der Nordsee in ein Selbstversorgerhaus – zu einem Preis, der den zumeist ALG 2 empfangenden Klienten möglich ist.

Die Klienten sind Männer im Alter von Anfang 30 bis Mitte 60, die abstinent zu leben versuchen und zumindest während der Urlaubstage ohne Suchtmittel ausgekommen sind.

Bei der Anreise wurde ein Zwischenstopp in Hamburg- Fischmarkt eingelegt, von da aus unternahm die Gruppe eine Bootsrundfahrt, die bei den Klienten einige schöne Eindrücke von Hamburg hinterließ. Das Selbstversorgerhaus in der Nähe von Husum lag direkt am Deich und bot einen kurzen Fußweg zum Strand. Am zweiten Tag standen Hafenbesichtigung und Marktbesuch an, eine Einkaufsfahrt führte nach Husum und natürlich luden Strand und Umgebung zu Spaziergängen ein. Am nächsten Tag stand ein Ausflug mit der Fähre zur Insel Pellworm auf dem Programm. Der vierte Tag war auch schon wieder der letzte Urlaubstag, es ging auf die Rückreise mit zwei erlebnisreichen Zwischenstopps.

Das schönes Wetter während der vier Tage ermöglichte Deichspaziergänge, sogar die Strandkörbe und der große Garten konnten voll genutzt werden. Das gemeinsames Kochen, die Mahlzeiten und die Unternehmungen brachten die Teilnehmer, von denen sich viel vorher gar nicht kannten, schnell in guten Kontakt miteinander.

Einige Teilnehmerstimmen sollen verdeutlichen, welche Bedeutung so eine Reise für suchtkranke und am Rande es Lebens stehende Menschen bedeutet: „Es war seit sehr sehr vielen Jahren der erste Urlaub und das mit vielen positiven Leuten, tollem Haus, danke für das Angebot.“ – „Ich erhielt einen Tag vor Abfahrt die Nachricht vom Tod eines guten Freundes. Ich war so froh, dass ich in diesen ersten Trauertagen nicht alleine war, sondern Menschen um mich hatte, die es gut mit mir meinten.“ – „Ich habe an der Nordsee gar nicht an Alkohol gedacht, wie sonst, wenn ich alleine zu Hause sitze.“ – „Das gemeinsame Kochen hat richtig Spass gemacht, ich hab dazu gelernt. Werd glaube ich öfter mal wieder selber kochen.“

Es war für alle Klienten und Mitarbeiter eine sehr positive Sache, die deshalb auch 2015 wieder angeboten werden soll. In Werdohl an der Bahnhofstraße 5 ist Barbara Tometten Ansprechpartnerin des Blauen Kreuzes unter Tel. 01 52 / 33 85 85 27.

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