Zukunftsinvestition auf Hof Crone

+

Werdohl - „Man setzt sich Ziele, denkt nach, weil das angestrebte Ziel nicht von heute auf morgen verwirklicht werden kann, und am Ende steht der Startschuss für eine Zukunftsinvestition.“ So beschreibt Landwirt Christian Crone den Weg zu einem Projekt auf dem Hof seiner Familie auf Dösseln, das jetzt allmählich Formen annimmt und für jedermann sichtbar ist.

Die Rede ist von einem Mehrzweckgebäude, das nach Bedarf aufgeteilt und flexibel genutzt werden kann und ein Investitionsvolumen im deutlich sechsstelligen Bereich erfordert. Übrigens die größte Einzel-Investition in der Geschichte dieses mehr als 900 Jahre alten Hofes, den es bereits gab, bevor Werdohl erstmalig urkundlich erwähnt wurde.

Errichtet wird dieses fast 40 Meter lange und 28 Meter breite Mehrzweckgebäude mit einer Nutzfläche von rund 1000 Quadratmetern über den vorhandenen, alten Stallungen und Schuppen, die wegen der ständig steigenden Anforderungen vom Platz her nicht mehr ausreichen. Bisher war es so, dass Maschinen, Futtervorräte, Heu und Stroh in zwei Betriebsstellen untergebracht sind – auf Dösseln selbst und auf der Brenge.

Durch den Neubau wird es möglich, die Vorräte an Futtermitteln, Heu, Stroh, Getreide sowie Kartoffeln im Bereich des Hauptbetriebes auf Dösseln zentral zu lagern. Und auch der Fuhr- und Maschinenpark kann künftig besser untergebracht werden. Die Höhe der Mehrzweckhalle wurde den heutigen technischen Erfordernissen angepasst, um Anhänger-Kipphöhen von fünf Metern zu ermöglichen. Das sei auch bei der Erzeugung von Kaminholz wichtig, so Crones Hinweis auf die Vielfältigkeit der Überlegungen, die bei der Realisierung des Projektes eine Rolle gespielt haben.

Nicht zuletzt: Auch die Aufzucht von Gänsen und Puten wird verbessert. Es steht eine größere Stall-Grundfläche zur Verfügung, durch die der Bewegungsspielraum erheblich ausgeweitet werden kann. „Das ist wichtig für eine gute Tiergesundheit, und auch unsere Hühner sollen einen Scharrraum und mehr Auslauf erhalten“, so Christian Crone. In dem allmählich Formen annehmenden Neubau sollen zudem die Kartoffeln gelagert und eine Kartoffelsortier- und Verlese-Anlage sowie eine Getreidetrocknungsanlage mit Reinigung fest installiert werden.

Insgesamt bessere Bedingungen als vorher. Das gilt auch für die Weihnachtsbäume, die zum Ende eines jeden Jahres verkauft werden. Sie erhalten künftig durch die Überdachung bei jeder Witterung einen besseren Schutz. Mit den beschriebenen Nutzungsmöglichkeiten werden also mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen, wie man so schön sagt.

Eins jedoch steht für Christian Crone und seine Familie absolut im Vordergrund: „Wir wollen dem Tierwohl noch besser gerecht werden.“ Diesen Anspruch habe man zwar auch bisher schon erfüllt, doch die vorhandenen, zum Teil aus Holz bestehenden Gebäude sind in die Jahre gekommen. Wegen ihres baulichen Zustands wäre an Investitionen kein Weg mehr vorbeigegangen – also habe man sich für eine große, langfristig ausgerichtete Lösung entschieden. Zwar können die alten Stallungen auch noch genutzt werden, wenn die durch acht Betonpfeiler paarweise im Abstand von jeweils 14 Metern gestützte Dachkonstruktion der Halle schon dicht ist, aber nach und nach werden sie dann doch weichen, erläutert Christian Crone.

Wie die Fläche unter diesem neuen Dach ganz genau aufgeteilt wird, steht jetzt noch nicht in aller Endgültigkeit fest. Die Gestaltung bleibe noch offen. „Wir realisieren das Projekt Gewerk nach Gewerk“, stellt Christian Crone fest und stellt einen Punkt besonders in den Vordergrund: „Die Verwirklichung geschieht ohne Zeitdruck.“ Einen festen Zeitpunkt für die komplette Inbetriebnahme gibt es noch nicht.

In jedem Fall aber werde der Hof auf Dösseln der steigenden Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten aus der Region künftig besser gerecht werden können. Gleichwohl unterstrich Christian Crone mehr als deutlich: Eine Massenproduktion in welcher Richtung auch immer „wird es bei uns nicht geben!“ - Von Rainer Kanbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare