Zukunft der evangelischen Gemeinde: Noch viele Fragezeichen

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Die Versammlung der Evangelischen Kirchengemeinde im Gemeindehaus an der Freiheitstraße war am Mittwochabend gut besucht. Es gab auch Wichtiges zu besprechen.

Werdohl - Wie geht es mit der Evangelische Kirchengemeinde Werdohl nach der Aufgabe der Kreuzkirche zum Jahresende 2018 weiter? Der Strukturausschuss stellte dazu am Mittwochabend im Rahmen der Gemeindeversammlung  im Gemeindehaus Christuskirche erste Überlegungen vor.

Pfarrer Dirk Grzegorek erinnerte zunächst daran, dass der Ausschuss den Auftrag habe, bis Ende 2018 ein tragfähiges, umsetzbares und zukunftsfähiges Raumkonzept für die Kirchengemeinde zu entwickeln. Dabei ging es nicht nur um die Kreuzkirche auf der Königsburg, in der am 30. Dezember 2018 letztmals Gottesdienst gefeiert werden soll. Insgesamt greife die Devise: Dankbarer Blick zurück und mit Aufbruchstimmung nach vorne orientieren. 

Bereits erstellt hat der Strukturausschuss eine Belegungsübersicht der kirchlichen Gebäude mit Zukunftsanspruch. Daraus ergibt sich: der Abriss des ehemaligen Kindergartengebäudes am Kirchenpfad. Die Konsequenz daraus: Die Werdohler Tafel, die bislang dieses Gebäude einmal im Monat in aller Großzügigkeit nutzen konnte, muss künftig mit weniger Platz auskommen. 

Der Beweis, dass dies funktionieren könne, werde in anderen Gemeinden angetreten, meinte Grzegorek. Abgesehen davon sei die Tafel auch nicht unbedingt auf kirchliche Räume angewiesen. Entsprechende Gedanken habe man sich schon gemacht. Im Raum steht ferner die Errichtung einer Doppelgarage neben dem Gemeindehaus Stadtmitte, die als Lagerraum genutzt werden könne.

Küsterwohnung wird zu Gemeinderaum

Beschlossene Sache sei auch der Umbau der Küsterwohnung in einen Gemeinderaum – mit Anbindung an das Gemeindehaus. 

Im Fluss sind die Gedanken, eine multifunktionale Nutzung aller Gemeinderäume anzustreben und im Nachbarschaftshilfezentrum an der Oststraße eine Bleibe zu finden. Und es geht ferner um die Frage, wo sich zum Beispiel die kirchlichen Angebote Crossroad oder Abendkirche nach der Schließung der Kreuzkirche wiederfinden. 

Presbyterium hat noch keine Lösung 

Was die Predigtstätte auf der Königsburg betrifft, so ist mit Blick auf ihre Zukunft noch nichts entschieden. Abriss? Verkauf? Das Presbyterium habe noch keine Lösung, hieß es. Man stehe mit dem Landes- und Kreiskirchenamt in Gesprächen – und vor allem vor einer Herausforderung, denn einen Leerstand wolle man auf jeden Fall vermeiden. 

Das Fazit zum Themenbereich Gebäudekonzept zieht Dirk Grzegorek so: „Möglichkeiten zur Umsetzung sind geboten, sodass unter veränderten Voraussetzungen dennoch alle ein Zuhause haben werden.“ 

"Wenig Raum für Extras"

Bezüglich der Finanzen der Gemeinde stellte Presbyter und Finanzkirchmeister Marc Miesbach fest, dass sich der Haushalt der Gemeinde „nicht defizitär darstellt“. Gleichwohl biete er „wenig Raum für Extras“, zumal bei den Personal- und Instandhaltungskosten sowie Betriebsmittel-Aufwendungen immer Bewegungen möglich seien, durch die die recht nennenswerten Rücklagen schnell aufgebraucht wären. Glücklich zeigte sich Miesbach bei seiner abschließenden Feststellung: „Wir haben extrem gute Einnahmen durch das freiwillige Kirchgeld.“

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