Zukünftige Erstklässler lernen ihre Schule kennen

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Britta Schwarze hat bei den Schulbesuchen vor der Einschulung Gelegenheit, die Kinder schon einmal kennen zu lernen und die unterschiedlichen Temperament einzuschätzen.

Werdohl - Die Mütter verabschieden sich für eineinhalb Stunden. Selbstbewusst wollen drei zukünftige Erstklässler am liebsten sofort die Treppe zu den Klassenräumen hochstürmen, einige Mädchen sehen sich ehrfurchtsvoll um, sie wirken eingeschüchtert. Und bei einem der neuen i-Männchen fließen sogar ein paar Tränen.

Britta Schwarze, Leiterin der städtischen evangelischen Martin-Luther-Grundschule, weiß um die unterschiedlichen Charakterzüge ihrer neuen Schützlinge. „Das ist einer der Gründe, warum wir uns in diesem Jahr erstmals für diese Schulbesuche vor der eigentlichen Einschulung entschieden haben“, berichtet die Schulleiterin.

Drei Treffen stehen für die insgesamt 44 ABC-Schützen in Ütterlingsen auf dem Programm. Jeweils eineinhalb Stunden verbringen sie in ihrer neuen Schule, können erste Eindrücke von dieser neuen Umgebung gewinnen und haben Gelegenheit, sich kennenzulernen. „In der ersten Zeit nach der Einschulung müssen wir immer viel Zeit für Basics aufwenden“, sagt Schwarze.

Die Erstklässler müssen grundlegende Regeln lernen, um den Schulalltag meistern zu können. „Zum Beispiel, dass sie nicht mehr einfach dazwischen reden, sondern sich melden, wenn sie etwas wissen“, sagt die Schulleiterin. Auch die Trennung von der Mutter falle einigen Kindern schwer. „Das wird bekanntlich aber immer leichter“, stellt Schwarze lächelnd fest.

Zudem hat die Rektorin Gelegenheit, sich schon vor Schulbeginn ein Bild vom Wissensstand der Mädchen und Jungen zu machen. „Der ist immer sehr unterschiedlich. Das ist normal“, stellt sie fest. Auch sei es ideal, die Kinder schon jetzt näher kennen zu lernen und die jeweiligen Temperamente einschätzen zu können. „Das erleichtert die Klassenbildung ungemein“, betont Schwarze.

Dass den Mädchen und Jungen die Schulbesuche Spaß machen, war ihnen am Dienstag – beim zweiten Treffen in der Martin-Luther-Grundschule – anzumerken. Schnell war das Eis gebrochen und auch die eher schüchteren i-Männchen waren eifrig mit den Aufgaben auf den Arbeitsblättern beschäftigt. Deshalb ist Britta Schwarze überzeugt: „Diese Neuerung wird sich für Schüler und Lehrer auszahlen.“ - Von Carla Witt

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