Zuerst ist das Dach dran

Wilfried Arlt hat in Sachen Bahnhofssanierung – was Planungen angeht – die Fäden in der Hand.

WERDOHL ▪ Die Weichen für das Projekt Stadtumbau West und damit vornehmlich für die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofsgebäudes sind gestellt. Die erforderlichen Planungs- und Erläuterungsunterlagen hat Wilfried Arlt, der gegenwärtig ausschließlich für dieses Maßnahmenpaket zuständige Planer, am Dienstag dieser Woche persönlich in Arnsberg eingereicht.

Zuvor hatte am vergangenen Freitag noch ein Behördentermin mit Vertretern der Bezirksregierung im Rathaus stattgefunden, in dem es noch einmal um die finanzielle Seite und den Projektrahmen insgesamt ging. Am Freitag nun stellte Bürgermeister Siegfried Griebsch den „Fahrplan“ für die Realisierung des Projektes vor.

Unter Einbeziehung eines aus dem Jahr 2006 stammenden, nicht ausgeschöpften Zuschussbetrages stehen für Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Stadtumbau West in der ersten Phase rund 1,943 Millionen Euro zur Verfügung.

Sobald die Prüfung der von Wilfried Arlt abgegebenen Unterlagen abgeschlossen ist, rechnet die Stadt im Zeitraum Ende September bis Mitte Oktober mit dem Bewilligungsbescheid aus Arnsberg. Es gebe aber keinen Zweifel, dass die 1,2 Millionen (70 Prozent der errechneten Kosten) fließen werden, so dass dann auch die ersten Ausschreibungen für die Bahnhofssanierung eingeleitet werden können. Das, so der Bürgermeister, „wird noch in diesem Jahr gelingen“; die Ausführung allerdings werde erst 2011 folgen.

Nach dem einstimmigen Votum der Ratsfraktionen steht – wie berichtet – der Bahnhof in der Prioritätenliste für den Stadtumbau West an oberster Stelle. Für seine Sanierung und Umnutzung sind Kosten in Höhe von 1,35 Millionen Euro ausgewiesen. Etwa 600 000 Euro sind für ein neues Dach und die Gestaltung der Außenfassade veranschlagt, wobei bei der Verwirklichung die Hinweise wichtig und wertvoll sind, die das Landesdenkmalamt in die Vorbereitungen eingebracht hatte.

Weitere Mittel aus dem genannten Gesamtbetrag (etwa 46 000 Euro) sind für die „aktive Beteiligung von Bewohnern“ – zum Beispiel Wettbewerbe, Werbung für den Stadtumbau oder stadtweite Ideensammlung in Bezug auf die angemeldeten Projekte – berücksichtigt.

243 000 Euro sind für die Einrichtung und Weiterentwicklung eines City-Stadtumbau-Managements ausgewiesen. Dahinter verbirgt sich die Einstellung eines Architekten (für drei Jahre), der Ansprechpartner auch für Privatpersonen im Zusammenhang mit den Umbauzielen sein soll. Diese Stelle, so erläuterte Bürgermeister Griebsch, „muss ausgeschrieben und durch einen externen Bewerber besetzt werden“; so die Auflage. Für den Rückbau von Wohngebäuden schlagen noch einmal 75 000 Euro zu Buche.

Aus den eingangs erwähnten, nicht ausgeschöpften Zuschussmitteln von 2006 (rund 228 000 Euro) sollen das Quartiersmanagement in Ütterlingsen für drei weitere Jahre, ein Fassadenprogramm für zwei Jahre und externe Planungsleistungen bezahlt werden.

Auch wenn die genannte Gesamtsumme für die Starterprojekte 2010 größtenteils erst im nächsten Jahr abfließen, ist von der Stadt inzwischen ein bislang noch formloser Antrag für weitere Zuschussmittel für 2011 für den Stadtumbau gestellt worden, der innerhalb der nächsten acht Monate konkretisiert werden soll. Das Antragsvolumen: Etwa eine Million Euro.

Fließen sollen dabei auch Gelder für einen Ideenwettbewerb „Werdohl an die Lenne“, bei dem es um die Verknüpfung von Innenstadt und Fluss geht. Ein Wettbewerb für die künftige Gestaltung des Brüninghaus-Platzes taucht in dieser neuen Liste auf, genau wie der Rückbau in Ütterlingsen, die Aufwertung des Grundschul-Geländes in Ütterlingsen oder Fassadengestaltungen.

In der Hoffnung, dass der Zuschuss bewilligt wird, wäre die Anschlussfinanzierung auch für den Bahnhof sichergestellt, der – so die Vorstellung des Bürgermeisters – 2013 fertiggestellt sein sollte. Rund 750 Quadratmeter Fläche stehen dort für die – geforderte – öffentliche Nutzung zur Verfügung. Für das Stadtmuseum, Kleine Kulturforum, ein Bistro, das Stadtarchiv, eine öffentliche Toilette oder auch einen Info-Punkt mit weitreichendem Service-Angebot.

Rainer Kanbach

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