Ute Zoppas Krippe mit Rupfenfiguren unterm Weihnachtsbaum

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„Ich finde das Kamel so schön“, sagt Ute Zoppa über eine für sie besondere von insgesamt etwa 20 Krippenfiguren, die sie fast alle aus grobem Jutestoff selbst gebastelt hat.

Werdohl - Seit einem Vierteljahrhundert gehört sie bei Familie Zoppa zum Weihnachtsfest wie der Baum: Die Krippe mit Rupfenfiguren, die Ute Zoppa im Laufe mehrerer Jahre selbst hergestellt hat. „Ich habe damals einen Kursus belegt und dabei die ersten Figuren nach Anleitung selbst hergestellt“, erinnert sich die 76-Jährige.

Die ersten Figuren, das waren die heilige Familie mit Maria, Josef und dem Jesuskind und zwei Hirten. Aufgebaut sind sie wie fast alle Rupfenfiguren: Eine Papphülse wird mit derbem Jutestoff kaschiert, eine gesichtslose Kugel dient als Kopf. Je nach Figur fallen die Kleider unterschiedlich aus, eher derb aus Wolle für die Hirten oder prachtvoll mit Futter aus Samt und Seide für die Könige. „Das habe ich alles selbst gestrickt und genäht – eine Heidenarbeit!“, erinnert sich Ute Zoppa, der das Handarbeiten allerdings in die Wiege gelegt worden ist.

In ihrer Freizeit hat die Werdohlerin nicht nur für sich selbst Kostüme und für ihre Enkelkinder Kleider genäht, auch Puppen aus Keramik hat sie schon modelliert und mit schicker Garderobe eingekleidet oder Teddybären für die Kinder und später die Enkelkinder hergestellt. 

Doch zurück zur Krippendarstellung. Im Laufe mehrerer Jahre ist die Miniatur-Darstellung des Geschehens der Heiligen Nacht um immer neue Figuren angewachsen: Ein Beduine mit Armen und Beinen aus dicken Kordeln kam ebenso dazu wie das von ihm geführte Kamel und zwei – ja, zwei! – Esel. Dafür fehlt allerdings der Ochse. Ein solches zur Krippe passendes Tier habe sie einfach noch nicht gefunden, bedauert Ute Zoppa. „Aber es wäre ja eine Überlegung, es auch selbst zu machen“, denkt sie mittlerweile darüber nach, nach vielen Jahren noch einmal zu Schere, Nadel und Faden zu greifen. 

Bei der Gestaltung des Krippenstalls und der Landschaft darum herum hat Ehemann Dieter Zoppa handwerkliches Geschick und Liebe zum Detail einfließen lassen. So verfügt der Holzstall über einen Heuboden, der über eine Leiter erreichbar ist, auf der wiederum einige Hühner sitzen. Auf einer mit einem Miniaturzaun eingefriedeten Weide grasen einige Schafe. Es brennt ein (elektrisches) Lagerfeuer, daneben liegt ein Stapel Brennholz und auch an einen Ziehbrunnen ist gedacht.

An der detaillierten Darstellung von Christi Geburt erfreuen sich nicht nur Ute und Dieter Zoppa jedes Jahr aufs Neue. Inzwischen haben auch die Enkel ihren Spaß daran. „Die freuen sich jedes mal, wenn sie zu Besuch sind“, berichten die Großeltern.

Rupfenpuppe

Rupfen ist ein süddeutscher Begriff für Jute. Aus diesem Material wird die Grundfigur hergestellt. Die Ursprünge haben die heute aufwändig hergestellten Puppen in Südtirol, in abgewandelter Form aber auch auf Sizilien. Eigentlich wurde die Rupfenpuppen-Gestaltung aus der Not geboren, denn die Bauern in Südtirol waren bettelarm, Geld für Spielzeug war nicht vorhanden. In der Urform nahmen sie einfach einen Jutesack, stopften ihn voll Heu, banden Arme, Kopf, Rumpf und Beine ab. Auf die Gestaltung eines Gesichtes wurde gänzlich verzichtet.

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