Unterschiedliches Vorgehen

Inzidenz unter 50: Trotzdem öffnen nicht alle Fitnessstudios ab Freitag

Gewichtestemmen ist in den Fitnessstudios ab Freitag wieder erlaubt. Maske und Handschuhe sind dabei nicht notwendig. 
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Gewichtestemmen ist in den Fitnessstudios ab Freitag wieder erlaubt. Maske und Handschuhe sind dabei nicht notwendig. 

Das große Zittern für die Fitnessstudios ist vorbei: Am Mittwoch hat der Inzidenzwert darüber entschieden, ob die Studios ab Freitag wieder öffnen dürfen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wann und wo der Betrieb wieder startet.

Werdohl/Neuenrade/Balve – Die Corona-Inzidenz lag bei 33,9 und damit den fünften Werktag in Folge deutlich unter der entscheidenden Grenze von 50. Wann genau der Betrieb in den heimischen Studios wieder startet und was zu beachten ist, der SV hat nachgefragt.

Fitness AG in Werdohl

Axel Weber, Chef der Fitness AG in Ütterlingsen und des Fit und Gesund an der Inselstraße, steckte am Mittwoch voll in den Vorbereitungen. Er plant die Wiederöffnung seiner Studios für Montag, 14. Juni. „Wir wollen jetzt nicht in Aktionismus verfallen“, betont Weber. „Wir hatten siebeneinhalb Monate zu – da sind drei Tage nicht entscheidend.“

Die Fitness AG soll zeitlich mit ihrem vollen Angebot öffnen, das Fit und Gesund vorerst nur montags, mittwochs und freitags. „Wer dort Mitglied ist und trainieren möchte, kann an den anderen Tagen zur Fitness AG kommen“, erklärt Weber. Diese Freiheit hätten Mitglieder durch ihren Vertrag.

Fitness AG-Chef Axel Weber.

Beim Besuch der beiden Werdohler Studios müssen die Sportler bereits ihre Trainingskluft tragen. Umkleiden und Duschen bleiben vorerst geschlossen. Jeder muss an der Eingangstür klingeln, wird dann persönlich abgeholt. „Dabei prüfen wir, ob die Voraussetzung für den Besuch, zum Beispiel die Impfung, erfüllt ist“, so Weber.

Außerdem muss sich jeder in eine Liste eintragen, die für die Kontaktnachverfolgung nötig ist. „Und dann hoffen wir, dass wir alle schnell wieder Muskelkater bekommen“, scherzt Weber. Der Juni bleibe für seine Mitglieder beitragsfrei.

MN Fitnesslounge in Neuenrade

Fitnesstrainer Marcel Niehues ist begeistert: Er fiebert der Öffnung schon seit Tagen entgegen. „Die letzten Wochen waren furchtbar spannend. Der Inzidenzwert ist auf einmal eingebrochen. Dass es so schnell geht, hatte ich gar nicht erwartet, das kam überraschend.“

Am Freitag will Niehues zunächst die Fitnesslounge in Neuenrade für Trainierende öffnen. Umkleiden und Duschen dürfen genutzt werden. Am zweiten Standort in Menden-Lendringsen, der während der Pandemie neu eingerichtet wurde, startet erst eine Woche später offiziell der Betrieb, nämlich am 19. Juni. An dem Wochenende soll es eine „sehr abgespeckte Eröffnungsaktion“ geben, erklärt Niehues.

Die Mitglieder der MN Fitnesslounge in Neuenrade trainieren auf rund 200 Quadratmetern, so dass die Mitarbeiter Abstände und Hygieneregeln gut überwachen können.

Sobald wieder Sport getrieben werden darf, gelten auch hierbei die bekannten Abstands- und Hygieneregeln. Eine Maskenpflicht an den Geräten gibt es nicht. Außerdem, betont Marcel Niehues, sei keine Voranmeldung notwendig. „Die Leute dürfen einfach vorbeikommen.“ Voraussetzung um Einlass zu erhalten ist, dass eines der drei „G“ erfüllt wird: getestet, geimpft oder genesen. Negative Schnelltestergebnisse dürfen maximal 48 Stunden alt sein.

Als Dankeschön für die Unterstützung, die viele Kunden durch die freiwillige Fortzahlung der Mitgliedsbeiträge während des Lockdowns geleistet haben, will Niehues eine der dunklen Wände im Studio umgestalten. „Wir schreiben groß ,Dankeschön’ auf die Wand. Die Mitglieder dürfen dann mit einem Goldstift darauf unterschreiben.“ Zudem erhalten alle vier Wochen Gratis-Training.

Hönnevital und Life in Balve

In Balve hatte die Inzidenzstufe 2 (Inzidenz unter 50) zunächst für Irritationen gesorgt. Die Fitnessstudios hatte von verantwortlicher Stelle die Information erreicht, dass der Zutritt lediglich für getestete Personen erlaubt sei. Dabei sollte unerheblich sein, ob Personen geimpft oder genesen sind. Inzwischen ist klar: Geimpfte und Genesene müssen sich nicht zusätzlich testen.

Die Freude darüber ist in Balve groß. „Es wird wirklich Zeit, dass wir wieder öffnen dürfen“, meint Anja Dransfeld, Leiterin des Hönnevitals. Dass es vergleichsweise wenige Regeln gibt, die einzuhalten sind, erleichtere die Öffnung. Außerdem sind Hygienekonzepte inzwischen größtenteils erprobt. Einzuhalten ist vor allem die Abstandsregel. Umkleideräume und Duschen sind geöffnet. Eine Begrenzung der Besucherzahl gibt es nicht. „Aber sie ergibt sich durch die einzuhaltenden Abstände“, so Dransfeld.

In Bezug auf das Training gibt es ebenfalls kaum Einschränkungen. Hochintensives Ausdauertraining ist vorerst noch verboten, hat der Märkische Kreis mitgeteilt. „Wir wollen versuchen, Angebote im Außenbereich für solche Trainings zu schaffen“, sagt Dransfeld.

Im Life in Garbeck traf Inhaberin Andrea Krüger letzte Vorbereitungen. Am Freitag erfolgt die Wiederöffnung.

Bei Andrea Krüger, die das Fitnessstudio Life leitet, ist das inzwischen eine eingespielte Sache. Das Life verfügt über einen Außenbereich, in dem schon seit zwei Wochen Kurse angeboten werden. Zu allen Kursen müssen sich die Mitglieder vorab anmelden.

Im Tagesgeschäft kann Andrea Krüger die Zahl der Besucher einfach über eine App im Blick behalten. Trainierende loggen sich beim Betreten des Studios mit ihrer Chipkarte ein. Dabei wird auch die Uhrzeit erfasst, sodass automatisch dokumentiert wird, wer sich zeitgleich im Studio aufgehalten hat.

An den Geräten müssen die Sportler keine Maske tragen. Wohl aber, wenn sie durchs Studio laufen und dabei eventuell den Mindestabstand unterschreiten. Kontaktflächen an den Geräten solle jeder Trainierende nach der Benutzung selbst desinfizieren. „Dafür stehen wiederverwendbare Desinfektionstücher zur Verfügung“, erklärt Andrea Krüger. Auch im Life sind Umkleiden und Duschen geöffnet.

Öffnen wollen beide Studios am Freitag. Die Angst, schnell wieder schließen zu müssen, bestehe. „Aber man ist durch das Auf und Ab inzwischen abgestumpft“, sagt Anja Dransfeld.

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