Museumsabend: Buntes Programm mit Udo Böhme, Andreas Späinghaus und Martina Kluge

Zeitreise mit den Stadtbummlern und Musik

+
Die Stadtbummler Andreas Späinghaus und Udo Böhme lasen unter anderem die Geschichte des Lenneken vor.

Werdohl – Das kann nicht sein, dass in Werdohl jeden Tag die Sonne scheint. Mit dieser durchaus berechtigten Meinung rettete eine ältere Dame auf der Lennebrücke die Stadt vor der Verwüstung durch ewige Trockenzeiten. So oder so ähnlich erzählte der nicht mehr in Werdohl, sondern mittlerweile in Südengland lebende Autor Michael Martin die Geschichte vom Lenneken.

Beim Museumsabend, der sich seit Jahren zu einem festen Termin im Jahreslauf des Werdohler Kulturlebens entwickelt hat, trugen die beiden Stadtbummler Udo Böhme und Andreas Späinghaus im Stadtmuseum die schöne Geschichte vor. An ihrem Anfang denkt ein kleiner Junge viel zu wenig über Nachhaltigkeit nach: Nachdem er im Lenneschlamm eine Flasche gefunden und deren riesigen Geist Remmel durch Entkorken befreit hat, gewährt der ungeduldige Riese den Bürgern drei Wünsche. Der Knabe wünscht sich fatalerweise ewigen Sonnenschein, die Werdohler ergänzen ihren Wunsch nach Reichtum und Müßiggang und schlürfen fortan am Lennestrand nur noch ihre Cocktails. Nur das Lenneken schaut auf Wiesen und Wälder, denkt an die Zukunft und rettet den Regen: „Alles soll wieder so werden, wie es war.“

Neben den Stadtbummlern konnte Heiner Burkhardt, Vorsitzender des Heimatvereins, auch Akkordeonistin Martina Kluge und als Gast Bürgermeisterin Silvia Voßloh begrüßen. Martina Kluge hatte ihr Instrument und eigene Bearbeitungen von Hits der 70er Jahre mitgebracht. „Ich bin ja nun mal keine Band“, begründete sie die notwendigen Eingriffe, die allerdings nie den Wiedererkennungswert schmälerten. „Der eine oder andere wird sich noch erinnern“, scherzte Heiner Burkhardt mit Blick auf die bekannten Melodien und behielt natürlich Recht. Es wurde eifrig mitgesummt.

Die Akkordeon- und Harmonikalehrerin der Musikschule Lennetal erzählte „ein bisschen was zu den Liedern“. Roberta Flacks „Killing me softly with his song“ war ein wunderbarer Einstieg in ein Programm, in dessen Verlauf die Rolling Stones auf etwas merkwürdige Weise erklärt hätten, warum es für die Beziehung zu einer Frau keine Perspektive mehr gibt. Aber sie sangen eben nicht, und der Liedtext wäre weniger die Kündigung für eine Kanzlerin gewesen als möglicherweise der Ausdruck eines festen Willens, fortan auf den Konsum von Drogen zu verzichten: „’Angie’ ist auch der englische Codename für Kokain“, erklärte Martina Kluge. Zu lernen war auch, dass Cat Stevens ein gälisches Volks- und Weihnachtslied für seinen größten Hit „Morning has broken“ adaptierte. Chicagos „If you leave me now“ und Creedence Clearwater Revivals „Have you ever seen the Rain“, schlossen das erste „Set“ der Akkordeonspielerin ab.

Bevor es musikalisch weiterging, lasen erneut die beiden Stadtbummler. Die Besucher nutzten die Pausen im abwechslungsreichen Hin und Her der Programmpunkte zum Plaudern und für Entdeckungen im Stadtmuseum.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare