„Zehner! Ihr seid frei!“

Die drei Jahrgangsbesten: Miriam Ohrmann, Edison Shala und Dieter Werner (von links).

WERDOHL ▪ Nach dem ausgelassenen Schulsturm vom Donnerstag, bei dem „die Realschule eine Vuvuzela-freie Zone geblieben ist“ (so Rektor Bernd Bunge), stand am Freitag im Rahmen einer Feierstunde in der Schulaula auf dem Köstersberg die Ausgabe der Zeugnisse für 88 Schülerinnen und Schüler auf dem Programm – umrahmt durch Musikbeiträge des Schulorchesters und der Streicherklasse.

In einem Grußwort gratulierte Bürgermeister Siegfried Griebsch den Zehnern – darunter 28 Prozent mit Migrationshintergrund – zum erreichten Abschluss und hob in diesem Zusammenhang auch den guten Ruf der Realschule hervor. Zugleich erinnerte er sich an die eigene Realschulzeit. Damals wie heute galt und gilt: Es gab Erleichterung, „es geschafft zu haben“ – gepaart mit dem Bewusstsein, dass nun etwas Neues kommt.

Dieses Neue sollte der Abschlussjahrgang aber nicht als Belastung empfinden, sondern als Herausforderung. Dass ein Realschul-Abschluss eine gute Grundlage für die Zukunft sei, machte Griebsch durch sein eigenes Beispiel deutlich: „Man kann auch Bürgermeister werden.“

Die Abschluss-Schüler sollten sich von gängigem Krisengerede nicht verunsichern lassen, sondern eher in die Rolle des Berufsoptimisten schlüpfen. Wie in der Gesamtschule, so machte Griebsch auch hier klar: Der Erfolg fängt im Kopf an. Allen Absolventen wünschte er, dass sich ihre Träume erfüllen mögen.

Claudia Ohrmann als Vorsitzende der Klassenpflegschaft knüpfte an das im vorangegangenen Gottesdienst gewählte Motto – Der Weg ist das Ziel – an und mahnte, dass die scheidenden Schüler ihr Ziel nicht aus den Augen verlieren sollten. Der Realschul-Abschluss sei ein guter und solider Grundstein für das weitere Leben, auf den aufgebaut werden könne.

Besonderen Applaus erhielt Hilmi O. Oral, der Vertreter der Abschlussklassen. Er würdigte die Rolle der Lehrer. Sie hätten es nicht verdient, schlecht angesehen zu werden. Ein Leben ohne Lehrer – das sei so, wie ein Zoo ohne Tiere. Die Schule sei für jeden das zweite Zuhause gewesen. Schule, so sein Fazit, bedeute schlau zu sein und schlau sein heiße cool zu sein. Trotz allem seien aber die Eltern die besten Lehrer, so Oral.

Klassenlehrerin Hennecke wies darauf hin, dass ihre und die Schützlinge der anderen beiden Kollegen ein wichtiges Etappenziel erreicht haben – zumeist in der Normzeit, mitunter aber mit größerem Zeitaufwand. Der Weg bis dahin bestand aus Steinen und Blumen gleichermaßen. Beim neuen Lebensabschnitt, bei dem alle weiter lernen müssen, wünschte Hennecke den Jugendlichen Wege mit wenigen Steinen und vielen Blumen.

Den Reigen der Redner beschloss Schulleiter Bernd Bunge. Er attestierte den Zehnern, sie seien vielfach zu kompetent, dass ihnen von der Gesellschaft Verantwortung übertragen werde. Diese Kompetenz, die sich etwa durch Selbständigkeit, Verantwortung, Verlässlichkeit, Kreativität, Toleranz oder auch Weltoffenheit ausdrücke, sollte weiterentwickelt werden.

Der Entlassjahrgang sei ein Vorbild für die jüngeren Schüler gewesen und habe den Gemeinschaftsgeist gestärkt. Mit dem Zuruf: „Zehner! Ihr seid frei! Ihr seid entlassen!“ läutete Bunge die Zeugnisausgabe durch die drei Klassenlehrer ein.

Rainer Kanbach

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