Derya Can (27) aus Ütterlingsen ist überglücklich

Zauberhafte Liebesgeschichte: So erfüllte sich der Traum einer Werdohlerin vom eigenen Musikvideo

Derya Can schaut in ihrem Video mit dem Titel „Ask Dedigin - Was Du Liebe nennst“ sehnsuchtsvoll nach oben. Die Dreharbeiten fanden im September in einem Park in Istanbul statt, den Text hatte die Werdohlerin vorher in einem Profi-Studio eingesungen.

Werdohl – Was für eine zauberhafte Liebesgeschichte! Derya Can aus Ütterlingsen, 27 Jahre alt, ausgebildete zahnmedizinische Fachangestellte und heute im Pflegedienst tätig, geboren und aufgewachsen in Werdohl, hat sich einen Kindheitstraum erfüllt. 

In Istanbul hat sie ein professionelles Musik-Video mit einem sehr dramatischen Liebeslied aufgenommen. Das Beste: Es ist ein Geschenk ihres Ehemannes Ender Can, der 2016 seine Istanbuler Heimat verlassen hat, um mit seiner großen Jugendliebe Derya in Ütterlingsen zusammen leben zu können. 

„Ich bin stolz, dass ich das geschafft habe, das habe ich alles meinem Mann zu verdanken“, erzählt Derya Can. Wir haben uns im Café Grote am Bahnhof getroffen, ihre Wohnung in Ütterlingsen sei nicht vorzeigbar, weil gerade renoviert wird. „Mein Traum ist durch ihn wahr geworden“, sagt die junge blonde Frau und schaut ihren Mann an. Ender ist 29 Jahre alt und hat bis vor drei Jahren in Istanbul gelebt. 

Studiobesuch im Urlaub in Istanbul

Vier Wochen im September waren die beiden dort in Urlaub und lebten bei Enders Familie, die mehrere Restaurants in der Millionen-Metropole betreibt. Drei Wochen haben die beiden damit zugebracht, für und mit Derya ein Musikvideo zu drehen. 

Ender hatte früher Veranstaltungen in den elterlichen Restaurants arrangiert und aus dieser Zeit noch einige Kontakte. Um seiner Frau den Traum von einem Profi-Video zu ermöglichen, stellte er Verbindungen zu einem Studio, einem Musikautor und einer Violingruppe her. Dass der Preis für die Produktion am Ende erträglich ausfiel, sei Enders Istanbuler Beziehungen zu verdanken. 

Derya Can und ihr Mann Ender (rechts neben ihr) hatten viel Spaß mit den „Istanbul Strings“. Das Streicher-Quintett spielte die Musik im Studio ein

Derya: „Ich habe schon als Kind gerne gesungen. Musik ist mir wichtig. Und ich wollte schon immer mal so ein professionelles Video haben.“ Im Urlaub sang Derya in einem Studio vor, es gefiel den Leuten so gut, dass sie ihr eine eigene Produktion versprachen. Sinan Dilber komponierte ein Lied mit Text und Musik. Produzent des ganzen Videos ist Sedat Sakarya mit seinem Studio SMS. 

Im echten Leben verheiratet, im Video getrennt

Im echten Leben sind Derya und Ender verheiratet, im Video spielen sie ein sich trennendes Liebespaar. Die Geschichte ist kurz erzählt: Sie entdeckt eine SMS von einer anderen Frau auf seinem Handy, stellt ihn zur Rede und verlässt ihn. Am Ende des 5 Minuten und 25 Sekunden langen Videos verbrennt sie alle Erinnerungen auf Fotos in einem Koffer. 

Werdohlerin erfüllt sich den Traum vom eigenen Musik-Video

Der Musikstil heißt Arabeske: Das ist eine orientalische Musikrichtung, deren sentimentale Texte von unerfüllter Liebe, dem Leiden an der Welt sowie den konkreten Sorgen des Alltags handeln. 

Arabeske ist seit Ende der 1960er Jahre ein Bestandteil der türkischen Popmusik und entstand in der Türkei aus der Vermischung türkischer Volksmusik, arabischer Klänge und westlicher Popmusik. Im Lied von Derya Can gibt es deshalb auch kein glückliches Ende, es ist ein dramatischer Schlager mit dem Titel „Ask Dedigin – Was Du Liebe nennst“. Zum Schluss heißt es: Liebe ist eine Lüge. 

Türkisches Streicher-Quintett verpflichtet

Für die Aufnahme der Musik wurde das türkische Streicher-Quintett „Istanbul Strings“ verpflichtet. Cello und Violinen wurden eingespielt, später wurde der E-Bass aufgenommen sowie noch eine Gitarre und ein Piano. Auf die Tonspur sang Derya ihren Text ein. Die Ütterlingserin ist noch heute beeindruckt: „Da kamen ziemlich berühmte Leute aus der Musikszene in das Studio, die kannte ich aus dem Fernsehen.“ 

Filmemacher Turgay Ceylaner weist Derya Can an, mit ihrem Koffer durch den Wald zu gehen.

Dann ging es an den Video-Dreh. Turgay und Elif Ceylaner hatten die Szenen geplant, legten die Dramaturgie fest und besuchten mit dem Paar einen Park und die Küste. Vorher mussten sich die beiden Anziehsachen kaufen. 

Weil alles relativ spontan war, hatten sie nichts Passendes von Zuhause mitgenommen. Derya erinnert sich, dass sie shoppen waren, um einen Anzug für ihn sowie Kleidung und Accessoires für sie zu kaufen. Immer und immer wieder lief sie durch einen herbstlichen Park und sang dazu ihren Text. Die Erinnerungs-Szenen mit Ender wurden teilweise am Meer aufgenommen. 

Auf Youtube schon 46.000 Klicks: Das ist das Video

Ende September wurde das fertige Video auf Youtube hochgeladen, bislang wurde es knapp 46.000 Mal angeklickt, 111 Kommentare wurden hinterlassen. 

„Ich habe meinen Traum wahr gemacht. Aber es ist ein Hobby, für weitere Musik muss ich noch viel an mir arbeiten“, bleibt Derya Can realistisch.

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