Zahnspange und Schlüssel im Fundbüro

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Turnbeutel, Handys und Geldbörsen und auch Kuscheltiere warten im Werdohler Einwohnerbüro auf ihre Besitzer. Elke Theurich aus dem Einwohnerbüro weiß von manchen Kuriositäten zu berichten.

WERDOHL -  Brillen, Schlüssel, Geldbörsen, Schmuck, Turnbeutel mit Sporthosen und Kuscheltiere warten in einem der Schränke im Werdohler Einwohnerbüro auf ihre Besitzer. Seit drei Jahren kümmert sich Verwaltungsmitarbeiterin Elke Theurich unter anderem um die Fundsachen im Rathaus.

„Bei manchen Dingen fragen wir uns hier schon, wie man so etwas vergessen oder verlieren kann“, berichtet die Werdohlerin aus ihrem Berufsalltag. Gut erinnern kann sie sich beispielsweise noch an eine Zahnspange, die im Einwohnerbüro abgegeben wurde. Der gut erhaltene Kinderwagen, der an einer Bushaltestelle gefunden wurde, ist Elke Theurich ebenfalls im Gedächtnis geblieben. Und auch die intakte Ausrüstung, die ein Angler an der Lenne liegen ließ, gehört zu den Kuriositäten, von denen die Mitarbeiterin im Rathaus zu berichten weiß. Vor allem eins wundert Theurich: „Meistens melden sich die Leute, die etwas vermissen, gar nicht bei uns“, sagt sie und stöbert in der Holzkiste mit der Aufschrift Schlüssel. Vor allem nach Autoschlüsseln werde selten gefragt, obwohl es sehr teuer sei, diese nachmachen zu lassen, berichtet die Werdohlerin, die in einer weiteren Kiste Brillen aufbewahrt. Lediglich bei Portemonnaies, in denen sich der Ausweis des Besitzers befindet, haben Theurich und ihre Kollegen die Chance, den Inhaber schriftlich zu informieren. „Da ist die Freude natürlich immer groß, wenn die Leute ihre Geldbörsen samt Inhalt hier abholen“, sagt Theurich.

Fundsachen, die nicht vom jeweiligen Besitzer abgeholt werden, verbleiben ein halbes Jahr in den Schränken im Einwohnerbüro. Nach dieser Zeit habe der Finder dann einen Anspruch darauf. Nicht abgeholte Schlüssel werden nach dieser Zeit vernichtet. „Schmuck, Fahrräder und andere Wertgegenstände haben wir auch schon mal versteigert“, erklärt Elke Theurich. Der Erlös sei dann gespendet worden.

Bürger, die etwas finden, geben die Gegenstände meistens im Einwohnerbüro oder bei der Polizei ab. Die Beamten würden die Dinge – meist seien es Fahrräder – dann ins Rathaus bringen. Im sogenannten Fundbuch notiert die Verwaltungsmitarbeiterin den Namen und die Anschrift des Finders, den Gegenstand selbst und natürlich das Datum des Fundes.

Für herrenlose Tiere ist hingegen das städtische Ordnungsamt zuständig. Dessen Leiterin Andrea Mentzel kann sich noch gut an einen entlaufenen Hahn erinnern, der vor etwa eineinhalb Jahren auf der Königsburg unterwegs war. „Wir haben kaum noch mit Fundtieren zu tun“, sagt Mentzel. Hin und wieder komme es aber vor, dass ein entlaufener Hund die Ordnungsamtsmitarbeiter beschäftige. „Darum kümmern sich aber auch meistens die Mitarbeiter des Märkischen Kreises“, berichtet die Leiterin des Werdohler Ordnungsamtes.

Bürger, die etwas verloren haben, können sich im Einwohnermeldebüro der Stadt, Tel. 0 23 92/917 204, melden. „Manchmal lohnt sich ein kurzer Anruf“, weiß die zuständige Mitarbeiterin Elke Theurich aus Erfahrung.

Von Ute Heinze

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