50-jähriges Praxisjubiläum

Zahnarzt aus Ungarn zieht im MK das große Los

Mit einem sechsköpfigen Mitarbeiterinnenteam führen Dr. Georg Vizkelety (hinten lionks) und sein Sohn Richard Vizkelety die Zahnarztpraxis am Eggenpfad in Werdohl.
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Mit einem sechsköpfigen Mitarbeiterinnenteam führen Dr. Georg Vizkelety (hinten links) und sein Sohn Richard Vizkelety (hinten rechts) die Zahnarztpraxis am Eggenpfad in Werdohl.

Vor 50 Jahren hat Dr. Georg Vizkelety seine Zahnarztpraxis am Eggenpfad eröffnet. Ein halbes Jahrhundert später ist der inzwischen 77-Jährige immer noch aktiv, auch wenn die Praxis mittlerweile von seinem Sohn Richard (46) geführt wird. Eine Mitarbeiterin der ersten Stunde ist aber auch noch an Bord.

Werdohl Im August 1968 war der gebürtige Ungar Georg Vizkelety als ausgebildeter Zahnarzt aus Budapest nach Deutschland gekommen. „In einer Iserlohner Praxis fand ich eine Anstellung als Assistent“, erinnert er sich an die Anfänge. Zu diesem Zeitpunkt träumte er noch davon, irgendwo in Süddeutschland sesshaft zu werden. „Weil es von dort nicht so weit bis nach Ungarn ist“, begründet er.

Dass es anders kam, hängt mit dem ehemaligen Werdohler Apotheker Dr. Hansjörg Biehl zusammen. „Von ihm erfuhr ich, dass in Werdohl die langjährige Zahnarztpraxis von Dr. Gerhard Jüdt verwaist war und er dringend einen Nachfolger suchte“, erzählt Vizkelety. Der Werdohler Zahnarzt hatte seine Arbeit nach einem Herzinfarkt aufgeben müssen.

Praxis in Werdohl war ein Hauptgewinn

So startete Dr. Georg Vizkelety am 1. April 1971 in Jüdts Praxisräumen am Eggenpfad mit der vorhandenen Einrichtung in die Selbstständigkeit. „Dr. Jüdt sorgte durch Mundpropaganda dafür, dass ich schon in den ersten Tagen Patienten hatte, von denen einige selbst heute noch in die Praxis kommen“, denkt Vizkelety daran zurück, wem er den gelungenen Start in Werdohl zu verdanken hat. Heute ist er längst überzeugt: „Diese Praxis in Werdohl war mein Hauptgewinn!“

Nach drei Jahren konnte Vizkelety seine Praxis schon um ein zweites Sprechzimmer erweitern – nach damals modernsten ergonomischen Gesichtspunkten, wie er sich erinnert: „In meinem alten Behandlungsstuhl saßen die Patienten noch aufrecht, doch inzwischen hatte sich die liegende Behandlungsweise durchgesetzt.“

Zwei Erweiterungen und ein Nachfolger

1977 musste der Vorgarten des Hauses weichen, denn dort erfolgte ein Anbau für zwei weitere Räume. Es sollte aber für rund 30 Jahre die letzte Erweiterung der Praxis sein.
Seit 2003 ist Georg Vizkeletys Sohn Richard Teil des Teams. Er hatte nach seinem Studium eine Assistenzstelle in Volmarstein übernommen, um dann später in die Praxis des Vaters zu wechseln. „Sein Einstieg bedeutete für mich eine große Veränderung und gleichzeitig Erleichterung“, sagt der Senior heute.

Dabei war es keineswegs selbstverständlich, dass der Sohn in seine Fußstapfen trat. „Ich wäre gerne auch Schreiner geworden, aber das war mir dann doch zu technisch“, sagt Richard Vizkelety. Schließlich sei es die Kombination von handwerklichem Arbeiten, Wissenschaft und menschlichem Kontakt gewesen, die ihn dazu bewegt habe, Zahnarzt zu werden. Sieben Jahre nach seinem Einstieg in die Praxis sorgte Richard Vizkelety auch für eine umfassende Umgestaltung und Modernisierung sämtlicher Behandlungs-, Arbeits- und Wartezimmer.

Der Senior behandelt noch immer gerne

Der Vater tritt seit einigen Jahren kürzer, eine Altersgrenze hat sich der 77-Jährige aber nicht gesetzt. „Die Behandlung macht mir nach wie vor Freude. Ich genieße den täglichen Gang über die Stadtbrücke in meine Praxis, zu meinen Patienten“, versichert er.

Georg Vizkelety ist durchaus stolz auf sein Lebenswerk, aber auch bescheiden genug, um zu erkennen, dass er es allein nicht so weit hätte bringen können. „Ohne die Mithilfe der zahnmedizinischen Fachangestellten ist unser Beruf praktisch nicht denkbar. Deshalb bin ch meinen ehemaligen und heutigen Mitarbeiterinnen zu großem Dank verpflichtet“, sagt er. Einige seien bereits seit Jahrzehnten eine wertvolle Unterstützung bei der Behandlung der Patienten.

Erste Mitarbeiterin ist noch dabei

Besonders hebt Vizkelety eine Mitarbeiterin hervor: Marion Schulte. „Die hat mir schon in Iserlohn als Lehrmädchen assistiert“, berichtet er, dass ihn mit ihr eine äußerst langjährige Zusammenarbeit verbindet. „Zu meiner Freude kam sie vor 50 Jahren mit mir nach Werdohl, um mir beim Start in die damals doch sehr ungewisse Zukunft zur Seite zu stehen.“ Marion Schulte pendelt noch immer zwischen ihrem Wohnort Iserlohn und ihrem Arbeitsort Werdohl, auch wenn sie ihr Arbeitspensum mittlerweile reduziert hat. Zwei Mal wöchentlich kommt sie heute noch in die Praxis am Eggenpfad, um sich um die Büroarbeit zu kümmern.
 

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