Zahl der Fische nach Soppe-Renaturierung förmlich explodiert

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Insgesamt vier Abfischaktionen wurden an der Soppe durchgeführt.

Werdohl - Zum vierten Mal innerhalb eines Jahres haben jetzt Biologen den Fischbestand in der renaturierten Soppe überprüft. Das Ergebnis kann sie zufriedenstellen.

Peter Erwig, Gewässerschutzbeauftragter der Stadt Werdohl, spricht sogar von „Zahlen, die beeindruckend sind“. 

Rückblick: Vor zwei Jahren hat die Stadt die Soppe, einen 1858 zum Schutz vor Hochwasser gebauten und zuletzt versumpften Nebenarm der Lenne, mit einem Kostenaufwand von fast 150 000 Euro renaturieren lassen. Der rund 300 Meter lange Graben wurde 60 Zentimeter tief ausgekoffert, eine Verbindung zur Lenne geschaffen, damit Flusswasser einströmen konnte. Für diese Maßnahme gab es Geld vom Land, weil die naturnahe Gewässerentwicklung zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie beiträgt. Deshalb musste Werdohl selbst nur zehn Prozent der Kosten tragen. 

Fische und Fischarten gezählt

Um den Erfolg der Maßnahme messbar zu machen, haben Biologen nach Abschluss der Renaturierung die in der Soppe vorkommenden Fische und Fischarten gezählt. Vier Abfischaktionen haben stattgefunden, die letzte vor wenigen Tagen. Und die Zahlen, die dabei ermittelt worden sind, lassen den Schluss zu, dass die Renaturierung ihr Ziel, nämlich wieder Leben in den einst ziemlich toten Sumpf zu bringen, erreicht hat. 

Vor der Renaturierung wurden im Herbst 2016 150 Stichlinge und eine Elritze in der Soppe gefunden. Bei der ersten Zählung nach der Renaturierung gingen den Biologen im Oktober 2017 insgesamt rund 1500 Fische in die Netze. Danach sank die Zahl im April 2018 auf etwas mehr als 600, ehe sie im August wieder auf knapp 3000 stieg. Bei der letzten Zählung vor wenigen Tagen war alleine die Zahl der Elritzen, die klares, sauerstoffreiches Wasser bevorzugen, auf mehr als 4500 Exemplare angewachsen. Insgesamt wurden fast 5000 Fische und acht verschiedene Arten gezählt, darunter das Neunauge, das auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten steht. 

Auch Bachforellen fühlen sich wohl

Auch Bachforellen fühlen sich seit geraumer Zeit in der Soppe wohl, was kein Wunder ist: Auf dem Speisezettel des Raubfisches, der oft in guten Restaurants auf dem Teller landet, steht die in der Soppe massenhaft vorkommende Elritze weit oben. Und noch ein Unterwasserräuber hat die Soppe zu seinem Lebensraum erkoren: „Seit einiger Zeit wird immer wieder ein Hecht entdeckt. Der scheint sich dort richtig wohlzufühlen“, berichtet Erwig, der gespannt ist auf den Abschlussbericht der Fischzählungen. Er erwarte schon, dass darin der Erfolg der Soppe-Renaturierung bestätigt werde, sagte er.

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