Wunschlos glücklich im NHZ Pungelscheid

Die 39-jährige Werdohlerin Sandra Ormeloh leitet das NHZ in Pungelscheid. Obwohl sie auch im Büro tätig ist, legt sie großen Wert darauf, als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen.

WERDOHL - „Ich bin wunschlos glücklich hier“, sagt Martha Höpfner. Die 85-Jährige lacht ansteckend. Prompt lächeln oder lachen auch die anderen Seniorinnen, die sich im Aufenthaltsraum des Nachbarschaftshilfezentrums Regenbogen versammelt haben. Auch Sandra Ormeloh strahlt. „Die Stimmung hier im Hause ist wirklich gut. Es ist familiär“, stellt die Leiterin des Nachbarschaftshilfezentrums (NHZ) fest – und inmitten der fröhlichen Damenrunde fällt es nicht schwer, der Werdohlerin Glauben zu schenken.

Margarete Schmidtke jedenfalls fühlt sich an der Iserschmittstraße 4 „pudelwohl“: „Ich bin hier im November eingezogen, nachdem ich schon mehr als 60 Jahre in einer Wohnung an dieser Straße gewohnt habe“, erzählt die 78-Jährige. Die ambulante Pflege und der Aufzug im Haus hätten sie zu dieser Entscheidung bewogen. „Aber eigentlich wollte ich überhaupt nicht“, gibt Margarete Schmidtke zu – dann gesteht sie: „Jetzt bin ich so froh, dass ich es gemacht habe.“

Jeder kann und soll, aber keiner muss sich in die Gemeinschaft einbringen, betont Sandra Ormeloh. „Es gibt auch Bewohner, die hier im Haus wohnen, aber nicht am Leben im NHZ teilhaben möchten. Das akzeptieren wir natürlich“, erklärt sie.

Insgesamt 23 Wohnungen für Alleinstehende und für Paare hat die Wohnungsgesellschaft (Woge) Werdohl an der Iserschmittstraße vermietet, berichtet Ansprechpartnerin Birgit König. „Derzeit sind allerdings alle belegt“, sagt die Woge-Ansprechpartnerin. Die Woge ist Eigentümerin des Gebäudes, die Betreuungs- und Versorgungsangebote des Nachbarschaftshilfezentrums werden von der Stadtklinik Werdohl organisiert; Ansprechpartnerin ist Sandra Ormeloh, die auch das Nachbarschaftshilfezentrum in Ütterlingsen leitet.

Individuelle Einrichtung

Im Gespräch mit unserer Zeitung stellt sie die Unterschiede zum NHZ Ütterlingsen heraus: „Die Struktur hier ist anders. Viele unserer Bewohner haben hier schon vor der Gründung des NHZ gewohnt. Es gibt keine Wohngemeinschaft, sondern eigene Wohnungen, die ganz idividuell eingerichtet werden können.“ Zudem benötigen längst nicht alle Mieter ambulante Pflege. Sollte es notwendig werden, können sie dieses Angebot aber jederzeit in Anspruch nehmen. Die Reinigung der Wohnung müssen die Mieter nicht selbst übernehmen und auch die Wäschepflege können sie in die Hände der Mitarbeiter legen.

Freie Wahl haben sie natürlich auch bezüglich der Essensangebote. „Wer möchte, kann hier frühstücken. Und jeden Mittag wird frisch gekocht“, sagt Sandra Ormeloh. Die Hausmannskost findet Anklang. Zum Beispiel bei Erika Fenner, die sich jeden Tag das Mittagessen servieren lässt. „Ich habe keine Lust mehr zum Kochen“, verrät die 80-Jährige. Augenzwinkernd berichtet sie: „Ich habe jahrelang gekocht, bei VDM, bei Kracht, im Altenpflegeheim – und natürlich zuhause. Deshalb habe ich es genossen, vom ersten Tag an hier zu essen.“

Lediglich das Abendessen wird momentan noch nicht serviert. „Es gibt keinen Bedarf. Sollte sich das ändern, werden wir natürlich reagieren“, verspricht Sandra Ormeloh.

Zum Angebot im NHZ gehört zwei Mal wöchentlich Seniorengymnastik. Und natürlich ist dazu auch die Nachbarschaft willkommen. „Dienstags haben wir noch Plätze frei“, wirbt NHZ-Mitarbeiterin Monika Marder, die die Gruppe leitet. Sie betont: „Wir freuen uns über jedes neue Gesicht.“

Zweimal im Jahr ein Fest

Wöchentlich steht ein Spielenachmittag im Terminkalender. Eine Krabbelgruppe ist regelmäßig an der Iserschmittstraße zu Gast, und auch das DRK-Blutspendeteam nutzt die Räume. Die evangelische Kirchengemeinde bietet im NHZ einen Gitarrenkursus an und bisher trafen sich hier auch die Teilnehmerinnen eines Deutschkurses. Zwei Mal jährlich organisiert das Team um Sandra Ormeloh ein Fest. „Im Winter ist es eher intern, im Sommer aber für alle“, sagt die NHZ-Leiterin und betont: „Es geht darum, die Nachbarschaft zu fördern. Nachbarschaftshilfe gehört zu unserem Konzept. Jeder, der hier Hilfe benötigt, kann sich an uns wenden.“ Ganz wichtig: Nicht nur Senioren, sondern auch junge Leute sind dem NHZ-Team willkommen. Ormeloh: „Wir wollen eine Anlaufstelle für die gesamte Nachbarschaft sein.“

Von Carla Witt

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