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Wunsch nach Impfpflicht: Druck auf ungeimpfte Pflegerinnen

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Von: Volker Heyn

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Nach den Lockerungen in den Altenheimen im Sommer werden mitten in der vierten Welle die Vorsichtsmaßnahmen wieder verschärft.

Das zu den Märkischen Kliniken gehörende Seniorenzentrum Werdohl an der Schulstraße belegt ungeimpfte Mitarbeitende seit Montag mit höheren Auflagen als bislang in NRW vorgeschrieben.

Ab dem 8. November müssen sich nicht immunisierte Beschäftigte an jedem zweiten Arbeitstag vor Dienstbeginn testen lassen – ein Coronaselbsttest wird bei den Märkischen Seniorenzentren nicht akzeptiert. Die aktuelle Gesetzeslage in NRW sieht eine Testpflicht nur zweimal wöchentlich vor. Die neuen Regelungen im Werdohler Seniorenzentrum beschreibt die Qualitätsmanagerin Jennifer Reimann von den Märkischen Seniorenzentren in Absprache mit der Werdohler Einrichtungsleiterin Sonia Tabiadon.

Die FFP-2-Maske ist Pflicht

Demnach müssen sich weiterhin Ungeimpfte bei Arbeitsaufnahme nach fünftägiger Abwesenheit testen lassen. Reimann teilte auf Anfrage mit: „Es besteht eine generelle Tragepflicht für FFP-2-Masken im Dienst auch außerhalb der Pflege (mit entsprechenden Tragepausen, in denen eine OP-Maske zu tragen ist) – aber nicht bei der direkten Versorgung eines Bewohners.“ Nicht immunisierte Beschäftigte dürfen keine Arbeitspausen mit anderen Beschäftigten verbringen. Nicht immunisierte Beschäftigte aus Hauswirtschaft und Verwaltung müssen FFP-2-Masken tragen, wenn sie ohne andere Schutzmaßnahmen wie Abtrennungen in nahen Kontakt zu Bewohnern kommen. Zusätzlich werden bei allen Mitarbeitenden und Bewohnern, die Symptome auf Covid-19 zeigen, Testungen außerhalb der Reihe durchgeführt.

Die meisten der in den Werdohler Alteneinrichtungen Beschäftigten sind (wie hier im Haus Versetal von Dr. Hussein Al Shami) geimpft. Für die nicht immunisierten Mitarbeitenden verschärft das zu den Kliniken gehörende Seniorenzentrum Werdohl die Regeln.
Die meisten der in den Werdohler Alteneinrichtungen Beschäftigten sind (wie hier im Haus Versetal von Dr. Hussein Al Shami) geimpft. Für die nicht immunisierten Mitarbeitenden verschärft das zu den Kliniken gehörende Seniorenzentrum Werdohl die Regeln. © Birke, Maximilian

Immunisierte Beschäftigte in Pflege und Betreuung müssen sich mindestens einmal pro Woche und auch nach einer Abwesenheit von mehr als fünf Tagen verpflichtend testen lassen. Reimann und Tabiadon weisen darauf hin, dass die Einrichtung mit der wöchentlichen Testpflicht auch bei Geimpften einen vorsichtigeren Weg gehe als in NRW vorgeschrieben.

Expertinnen erwarten intensivere Testpflicht

Die bislang lockersten Regelungen für Altenheime traten im Mai 2021 in Kraft. Reimann: „Mit Inkrafttreten der Ausnahmeverordnung vom 8. Mai 2021 fiel die Maskenpflicht für geimpfte Besucher in den Pflegeheimen – wir haben daraufhin mit einem Anschreiben an die Angehörigen reagiert und an alle appelliert, bitte bei den Besuchen auch weiterhin einen medizinischen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Für immunisierte Beschäftigte fiel mit der Verordnung vom 8. Mai die Pflicht, sich testen zu lassen. Es war ab diesem Zeitpunkt nur noch freiwillig möglich.“

Reimann und Tabiadon haben weitergehende Wünsche an den Gesetzgeber zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Altenzentren. Die beiden Frauen wünschen sich persönlich, dass es eine Impfpflicht für alle Beschäftigten im Gesundheitswesen geben solle. Aufgrund der Forderungen aus dem politischen Raum erwarten die beiden Pflege-Spezialistinnen „intensivere Testpflichten für Beschäftigte und Besuch, egal ob geimpft oder genesen.“

Boosterimpfungen bereits abgeschlossen

Mit den Boosterimpfungen sei das Seniorenzentrum Werdohl bereits durch, schon im August wurde begonnen, diejenigen zum dritten Mal zu impfen, die dazu berechtigt und bereit waren.

Der Druck auf ungeimpftes Personal wird offensichtlich erhöht, soweit es die Bestimmungen ermöglichen. Reimann: „Der Impfstatus aller Mitarbeitenden ist erhoben, die Daten werden ins Dienstplanprogramm eingepflegt und die Testintervalle sind für den Beschäftigten und die Vorgesetzten immer transparent.“ Mithilfe dieser Steuerung lasse sich folgendes im Arbeitsablauf erreichen: „Nicht immunisierte Bewohner werden nach Möglichkeit nur von immunisiertem Personal versorgt.“

Einrichtung setzt auf Aufklärung und Information

Darüber hinaus setzten die Märkischen Seniorenzentren weiterhin auf Aufklärung und Information: „Als Arbeitgeber klären wir unsere Mitarbeitenden im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterhin über das Coronavirus und die Erkrankung Covid-19 auf. Wir organisieren die Schutzimpfungen inklusive der Boosterimpfungen zum Beispiel durch mobile Impfteams oder über unseren Betriebsarzt.“

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