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„Wünsche uns eine Hammer-Saison“: Ahe-Hammer endlich wieder voll funktionsfähig

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Von: Michael Koll

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Ursula Mehrfeld (4. v. r.), Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, nahm mit den weiteren Ehrengästen den Ahe-Hammer in Augenschein.
Ursula Mehrfeld (4. v. r.), Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, nahm mit den weiteren Ehrengästen den Ahe-Hammer in Augenschein. © Koll, Michael

„Bei dieser Sonne sieht man, was für ein idyllischer Ort das hier ist“, sagte Ursula Mehrfeld. Die Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur aus Dortmund stand vor dem Ahe-Hammer auf dem Grenzgebiet zwischen Werdohl und Herscheid und seufzte zufrieden.

Die gute Witterung war beileibe nicht alles, was sie so glücklich stimmte. Vielmehr war sie glücklich, dass sie Sanierung des Ahe-Hammers nach „fünf arbeitsreichen und kostspieligen Jahren“ nun endlich abgeschlossen ist und das Industriedenkmal am Donnerstag schließlich wieder feierlich der Öffentlichkeit übergeben werden konnte.

765 000 Euro seien in die Arbeiten geflossen, die durch zahlreiche Rückschläge geprägt waren. In ungezählten Stunden wurde der Hammer beinahe komplett überarbeitet und zuletzt durch die Flutkatastrophe im Juli 2021 erneut schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Lange Sanierungsgeschichte

Die gesamte Sanierungsgeschichte, so Mehrfeld, gehe allerdings bereits auf ein Gutachten aus dem Jahr 2011 zurück, welches dem historischen Industriegebäude attestierte, völlig marode zu sein.

Nun sei es „für die kommenden Jahre erst einmal wieder gesichert“, schloss die Geschäftsführerin ihre Ausführungen und betonte, „dass der Ahe-Hammer ein Sonderling unter unseren Denkmälern ist“. Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur betreue nämlich insgesamt 13 Denkmäler, doch allein zehn davon seien frühere Zechen.

Siegfried Griebsch einst der Initiator

Bei ihren Danksagungen ging Mehrfeld ganz besonders ein auf den früheren Werdohler Bürgermeister Siegfried Griebsch, der 2017 „viel zu früh verstorben“ sei. Griebsch war auch erster Vorsitzender des Fördervereins Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid/Werdohl. Nicht zuletzt durch dessen ehrenamtliches Engagement sei es überhaupt gelungen, die Sanierung des Denkmals zu bewerkstelligen, urteilte Mehrfeld. Die frühere Ehefrau von Griebsch – Monika –war am Donnerstag vor Ort.

hrengast Eckhard Uhlenberg (links) tauschte sich mit den Bürgermeistern Uwe Schmalenbach (Herscheid, Bildmitte) und Andreas Späinghaus (Werdohl) aus.
hrengast Eckhard Uhlenberg (links) tauschte sich mit den Bürgermeistern Uwe Schmalenbach (Herscheid, Bildmitte) und Andreas Späinghaus (Werdohl) aus. © Koll, Michael

Ein finanzkräftiger Unterstützer der Sanierung des Ahe-Hammers war auch die Düsseldorfer Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege. Deren Präsident Eckhard Uhlenberg erzählte den Eröffnungsgästen: „Ich stamme ja aus der Soester Börde. Und deshalb fühle ich mich geehrt, heute hier bei Ihnen sein zu dürfen.“ Seiner Auffassung nach, sei der Ahe-Hammer „nicht nur ein Industriedenkmal, sondern auch eines der Sozialgeschichte Südwestfalens“, stellte er überwältigt fest.

Schmalenbach: „Ein ausgesprochen schöner Anlass“

Das sah auch Herscheids Bürgermeister Uwe Schmalenbach so, weshalb er ausrief: „Das heute ist ein ausgesprochen schöner Anlass, um zusammen zu kommen.“ Schmalenbach blickte allerdings noch weiter zurück als vor ihm Ursula Mehrfeld, die das Gutachten von 2011 ins Feld geführt hatte. Schmalenbach sagte: „Bereits im November 2010 wäre über die Zukunft des Hammers bald entschieden worden, als ein Hochwasser hier große Schäden verursachte.“ Herscheids Gemeindeoberhaupt lobte den Ahe-Hammer: „Man kann viel in Büchern nachlesen. Doch an diesem Ort hier wird Geschichte lebendig.“ Nicht zuletzt deswegen wolle der Förderverein den Hammer auch als außerschulischen Lernort etablieren.

Werdohls Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) blieb nun nur noch, den Besuchern der feierlichen Übergabe des Denkmals an die Bevölkerung „eine Hammer-Saison“ zu wünschen. Er stellte fest: „Bundesliga-Vereine wissen immer erst im Nachhinein, dass sie eine Hammer-Saison hatten. Wir in Herscheid und Werdohl wissen das in diesem Jahr schon vorher.“

Viele Familien mit Kindern als Gäste

Gekommen waren in der Tat einige Bürger, darunter auch Familien mit kleinen Kindern, um den nun wieder funktionsfähigen Hammer in Betrieb zu sehen. Bei Getränken und einem kleinen Imbiss wurde am Feiertag noch ein wenig gefeiert.

Ab sofort finden an jedem zweiten Sonntag im Monat ab 14 Uhr offene Führungen durch das Osemunddenkmal Ahe-Hammer statt.

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