Ab 15. Juni wieder Grundschule für alle

So wollen die Grundschulen in Werdohl, Neuenrade und Balve den Neustart schaffen

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Derzeit noch unvorstellbar: Eine Einschulungsfeier mit Kindern und Eltern dicht an dicht, wie hier in der Turnhalle an der evangelischen Grundschule in Ütterlingsen. Unvorstellbar war allerdings bis vor wenigen Tagen, dass in NRW die Grundschulen zum 15. Juni wieder in den Regelbetrieb sollen.

Werdohl/Neuenrade/Balve - Alle Grundschüler dürfen ab 15. Juni wieder jeden Tag zur Schule gehen. Das verkündete Schulministerin Yvonne Gebauer am Freitag Vormittag. Zwiespältig ist die Reaktion der Verantwortlichen und schwankt zwischen der Freude, endlich wieder halbwegs normalen Unterricht mit allen Kindern zu haben und einer gewissen Angespanntheit, ob das alles so funktionieren wird.

Doch die Schulleiterinnen und Schulleiter lassen unisono durchblicken, dass sie die Situation meistern werden – wie immer.

Schulleiterin Nina Manns und Kolleginnen rotieren schon. Die Werdohler Gemeinschaftsgrundschule hat 16 Klassen an zwei Standorten, Buskinder sind natürlich auch darunter. Doch das bekomme man schon hin, auch wenn es eine neue Herausforderung wegen der Einhaltung der Hygienestandards sei. Gesundheit habe schließlich Priorität. „Wir sind schon Profis im Umorganisieren,“ sagt Manns. Grundsätzlich freuten sich die Klassenlehrerinnen, dass nun alle wieder kommen würden und dass sie mehr Zeit für die Kinder haben könnten.

Ob inhaltlich viel während der verbleibenden 14 Tage bis zu den Sommerferien passiere, vermochte Manns noch nicht zu sagen. Wichtig seien vor allem die Sozialkontakte für die Kinder. „Es ist eine große Herausforderung für uns, das steht und fällt mit den guten Kollegen – wir kriegen das hin.“ Britta Schwarze, Leiterin der Evangelischen Grundschule Ütterlingsen, kommentierte die Entscheidung der Schulministerin ebenfalls: „Einerseits freut es uns und die Kinder, dass wir bald wieder normal Schule haben, auf der anderen Seite bringt es natürlich Stress.“ Man versuche das System ans Laufen zu bringen auch angesichts der Rahmenbedingungen.

Schwarze nannte hier Stichworte und stellte Fragen: Komplette Klassen, keine Jahrgangsdurchmischung, Organisation von gestaffelten Pausen und mehr. Wieviel Unterricht sei zu schaffen unter den aktuellen personellen Bedingungen? Ziel sei im übertragenden Sinne „alle Kinder wieder einzufangen“. „Auch das kriegen wir hin“, betonte sie. Besonders wichtig ist für sie, dass es nach den Ferien halbwegs normal weiter laufe. Unter diesen Rahmenbedingungen gelte es zudem noch Noten zu finden und Zeugnisse zu schreiben. „Nachteile für die Kinder wird es nicht geben.“

Die Rektorin der Balver Grundschule St. Johannes bleibt angesichts der Herausforderungen gelassen. Birgit Heckmann: „Wir haben die ganze nächste Woche Zeit. Wir sorgen dafür, dass die Kinder soviel Unterricht nach Stundenplan wie möglich bekommen.“ Sie verweist auf eine Staffelung, der Unterricht müsse jeweils um 15 Minuten versetzt beginnen. Die Schule habe zudem drei Eingänge, mit denen man operieren könne. Einen Pausenplan gelte es zu erstellen. Sie werden sich mit ihrer Konrektorin besprechen. Montag gebe es einen Elternbrief, die Infos würden auch auf die Homepage gestellt.

Probleme sieht Heckmann beim Betrieb der OGS. Dort seien ja alle Altersgruppen vorhanden und es gebe Schüler, die zu Risikogruppen zählten. Da wisse sie jetzt noch nicht, wie sie es personell handhaben könne. Aber: „Die Kinder freuen sich. Die schreien nach Kontakten.“

In Neuenrade hat Awerd Riemenschneider für seine Burggrundschule, immerhin die größte im Märkischen Kreis, am Freitag schon ziemlich viel regeln können. „Der Stundenplan ist fast schon fertig gestrickt.“ Demnächst könne der Unterricht dann fast wie zu normalen Zeiten laufen. „Montag ist Zeugniskonferenz, dann können wir alles noch einmal im Detail besprechen. Nicht einfach war es, die Situation personell zu regeln, weil im Kollegium viele Mütter sind, die Kleinkinder unterzubringen haben.“

Klaus Giljohann, Manager der Waldorfschule Neuenrade sagte: „Wir können das umsetzen.“ Er hält die Öffnung der Grundschulen für „ein politisches Signal“ an die Eltern. „Die sollen noch zwei Wochen zum Durchschnaufen haben.“

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