Wolfram Dorn schenkt seine Orden der Stadt

Wolfram Dorn, früherer Bürgermeister von Werdohl, hielt am Donnerstag einen ausführlichen autobiographischen Vortrag in der Stadtbücherei. Die Orden und Ehrenzeichen, die er gestern seiner Heimatstadt schenkte, sollen im neuen Stadtmuseum gezeigt werden.

WERDOHL ▪ Der frühere Werdohler FDP-Bürgermeister Wolfram Dorn hat am Donnerstag eine große Auswahl seiner Orden und Ehrenzeichen der Stadt vermacht. Nach einem weit ausholenden autobiographischen Vortrag unterschrieben Dorn und Bürgermeister Griebsch die Schenkungsurkunde.

Siegfried Griebsch sprach vor etwa 20 geladenen Gästen aus Gesellschaft, Politik und Verwaltung von einem „denkwürdigen Tag“. Es sei eine „glückliche Fügung des Schicksals“, dass Dorn gerade zu der Zeit, in der das neue Stadtmuseum konzipiert werde, seine Ordensammlung der Stadt vermache. Bekanntlich wird das neue Museum im kommenden Jahr im Bahnhof eingerichtet, hier soll auch Dorns Sammlung entsprechend präsentiert werden.

Wolfram Dorn, gebürtig aus Ütterlingsen, war 1955 Bürgermeister in Werdohl. Griebsch stellte fest, dass dies übereinstimmend mit seinem Geburtsjahr sei. Dorn sei ein politisches Schwergewicht, sein Leben sei ein einziges politisches Schaffen gewesen. Griebsch zitierte Lebensdaten Dorns aus dessen autobiographischem Buch. Demnach war er der jüngste Bürgermeister der Bundesrepublik und Weltmeister der Parlamentarier. Dorn war in Werdohl schließlich 14 Jahre und einen Tag Ratsmitglied. Die Bücher Dorns seien jedem zu empfehlen, sie enthielten einen Streifzug durch die Geschichte der Bundesrepublik. Zu den Orden, Urkunden und Ehrenzeichen gehört auch ein Buch, in dem Dorn die passenden Geschichten zu den Verleihungen schildert. Dorn bietet die beiden jüngsten seiner insgesamt 55 Veröffentlichungen in Werdohl zum Sonderpreis an,

Nach Griebschs Worten setze sich Wolfram Dorn an einen Tisch und verlas einen mehrseitigen Text, der mit seiner Zeit ab 1925 in Werdohl begann. 1954 wurde er FDP-Landtagsmitglied, in Werdohl erhielt er 26 Prozent der Wählerstimmen und in Ütterlingsen, wo er wohnte, 38,6 Prozent der Stimmen für die FDP.

Wie Dorn schon einmal ausführlich in einem Vortrag über seinen sechswöchigen Aufenthalt in den USA teilweise gemeinsam mit Martin Luther King berichtet hatte, sprach er auch am Donnerstag von seiner Freundschaft zu „Bob“, dem Senator Robert Kennedy.

1968 verlegte Dorns Familie ihren Wohnsitz von Werdohl nach Bonn, wo sie 40 Jahre lang lebte.

Nach weitere Stationen seines Lebens stellte Dorn auch einige besondere Orden und Ehrenzeichen vor. So bekam er 1972 als einziger Ausländer jemals die goldene Ehrennadel für die Ehrenmitgliedschaft im japanischen Parlament.

Von Volker Heyn

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