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Wohnungsgesellschaft verbucht Millionen-Überschuss

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Von: Volker Griese

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Die sogenannten Belgier-Häuser in Ütterlingsen gehörten zu den Immobilien, die die Wohnungsgesellschaft im Jahr 2021 saniert hat.
Die sogenannten Belgier-Häuser in Ütterlingsen gehörten zu den Immobilien, die die Wohnungsgesellschaft im Jahr 2021 saniert hat. © Volker Griese

Einen Überschuss von etwas mehr als eine Million Euro hat die Wohnungsgesellschaft Werdohl (Woge) im Jahr 2021 erwirtschaftet. Das wurde bekannt, als Geschäftsführer Ingo Wöste der Gesellschafterversammlung in der vergangenen Woche seinen Jahresbericht abgegeben hat. Den Großteil des Geldes will die Woge aber wieder in ihren Immobilienbestand und in Neubauprojekte investieren.

Werdohl ‒ Mit 7,17 Millionen Euro lagen die Umsatzerlöse der Woge im Jahr 2021 geringfügig über dem Vorjahresergebnis. Leicht gestiegen ist auch die Grundmiete, und zwar auf monatliche 4,83 Euro pro Quadratmeter. Wöste begründete den Anstieg mit Modernisierungen, aber auch mit höheren Mieten durch Neuvermietungen. Vielfach hätten die Mieter aber durch gleichzeitige Energieeinsparungen profitiert.

Die Fluktuationsquote ist nach einem leichten Zwischentief im Corona-Jahr 2020 wieder auf 12,7 Prozent gestiegen, auch die Leerstandsquote ist wieder leicht auf drei Prozent angewachsen. „Dieser Wert liegt etwas über den NRW-Durchschnitt. Aber wir haben hier einen radikalen Mietermarkt, die Leute packen hier schneller ihre Sachen als anderswo“, erläuterte Wöste.

Im Jahr 2021 habe die Woge insgesamt 2,95 Millionen Euro in ihren Immobilienbestand investiert, bilanzierte der Geschäftsführer und erinnerte an die Modernisierung von 43 Wohneinheiten in Werdohl (Albert-Schweitzer-Straße und Ütterlingser Straße) und Neuenrade (Winterlit), an die Heizungsmodernisierung in 53 Wohneinheiten im Ütterlingser Hochhaus-Komplex und an den Einbau neuer Gasbrennwertkessel in sieben Wohneinheiten in Werdohl (Waldstraße, Brauck, Danziger Straße, Berliner Straße und Stettiner Straße).

Den Jahresüberschuss der Woge im Jahr 2021 bezifferte Wöste mit rund 1,001 Millionen Euro. Er lag damit um rund 162.000 Euro über dem Gewinn des Jahres 2020. Einen ähnlich hohen Überschuss hat die Woge zuletzt im Jahr 2017 erwirtschaften können. Aus dem Jahresüberschuss werden allerdings nur insgesamt 100.000 Euro Dividenden an die Gesellschafter ausgeschüttet. So erhält die Stadt Werdohl als größte Einzelgesellschafterin 40.000 Euro, während 10000 Euro an die Stadt Neuenrade gehen. Insgesamt 50.000 Euro erhalten mehrere Gesellschafter aus der Werdohler und Neuenrader Wirtschaft.

Gut 901.000 Euro will die Woge ihrer Rücklage zuführen, um ihren Gebäudebestand weiter modernisieren und klimafreundlich sowie demografiefest umbauen zu können. Der Schwerpunkt soll dabei auf großen Modernisierungen mit Grundrissänderungen und Komplettsanierungen liegen. „Ich glaube, dass wir mit Mittelmäßigkeit nicht weiterkommen“, begründete Wöste diese Qualitätsoffensive. Auch ein Neubauprojekt in Neuenrade plant die Woge; dort sollen am Brunnenbach vier Mehrfamilienhäuser mit 22 Mietwohnungen abgerissen und stattdessen 15 Einfamilienhäuser errichtet und anschließend vermietet werden.

Für 2022 hatte die Woge übrigens im Frühjahr noch mit einem Überschuss von 870.000 Euro gerechnet. Geschäftsführer Wöste ist aber mittlerweile skeptisch, ob dieser Wert erreicht werden kann: „Unter den aktuellen Rahmenbedingungen wird der erwartete Jahresüberschuss wohl nicht zu halten sein“, prognostizierte er angesichts von Inflation, Materialengpässen und Problemen, Handwerker zu finden.

Auch über das wirtschaftliches Ergebnis der 2020 gegründeten Woge-Tochtergesellschaft Abrechnungsservice Lennetal GmbH berichtete Wöste. Sie erbringt Service-Dienstleistungen für die rund 1400 Wohnungen der Woge in Werdohl und Neuenrade, vor allem die Übernahme von Ablese- und Abrechnungstätigkeiten sowie Installations- und Wartungsarbeiten. Im ersten Jahr hatte die Gesellschaft noch ein Minus von rund 3000 Euro erwirtschaftet, 2021 konnte sie den angepeilten Gewinn von 10.000 Euro noch um gut 1000 Euro übertreffen. Der Jahresüberschuss in Höhe von 11.722 Euro fließt komplett an die Woge.

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