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Wohnungsgesellschaft senkt die Heizungstemperatur

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Von: Volker Griese

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Mit Informastionsbroschüren und Vorträgen wollen Woge-Chef Ingo Wöste und Quartiersmanagerin Silke Kreikebaum erreichen, dass die Mieter weniger Energie verbrauchen und später auch weniger Heizkosten bezahlen müssen.
Mit Informationsbroschüren und Vorträgen wollen Woge-Chef Ingo Wöste und Quartiersmanagerin Silke Kreikebaum erreichen, dass die Mieter weniger Energie verbrauchen und später auch weniger Heizkosten bezahlen müssen. © Volker Griese

Unser Alltag hängt an der Steckdose – und steckt plötzlich in einer ernsten Energiekrise. Gebäude werden sparsamer beheizt und beleuchtet, Unternehmen und Familien sind aufgerufen, zum Beispiel Strom und Heizenergie zu sparen. Die Wohnungsgesellschaft Werdohl (Woge) ergreift jetzt auch Maßnahmen, den Energieverbrauch zu senken.

Werdohl ‒ Schon zum 1. August hat die Woge die monatlichen Abschlagszahlungen ihrer Mieter für die Heizkostenabrechnung um 50 Prozent erhöht. Damit sollen die Mieter vor hohen Nachzahlungen geschützt werden, denn dass die Heizkosten deutlich steigen werden ist sicher. In einer gemeinsamen Aktion mit den Mietern möchte die Woge aber noch mehr gegen den Heizkostenanstieg unternehmen.

Vor allem der Erdgasverbrauch soll gesenkt werden. Dazu wird die Woge zunächst selbst aktiv, indem sie zum Beispiel wie zu Beginn jeder Heizperiode in allen Wohnungen die Heizkörper entlüften lässt. Denn je mehr Luft sich im Heizkörper befindet, desto mehr Energie braucht dieser, um die eingestellte Temperatur zu erreichen.

Erstmals stellt Werdohls größtes Wohnungsunternehmen auch eine Nachtabsenkung der Heiztemperatur ein. Bisher habe die Woge darauf verzichtet, weil unter den Mietern viele Schichtarbeiter seien, die auch nachts eine angenehm temperierte Wohnung haben möchten, sagte Woge-Chef Ingo Wöste. „Jetzt probieren wir das aber einmal aus“, kündigte er an, die Temperatur in den Wohnungen in der Zeit zwischen 23 und 6 Uhr um zwei Grad auf 18 Grad zu senken.

Außerdem will die Woge nach Wöstes Angaben die Vorlauftemperatur der Heizungen senken. Das ist die Temperatur, mit der das Heizungswasser aus dem Heizkessel austritt. Auf dem Weg durch die Heizkörper kühlt das Wasser wieder ab. Die Vorlauftemperatur sollte stets so niedrig wie möglich eingestellt werden, denn das sorgt für einen sparsamen Betrieb der Heizung. Wie niedrig die Vorlauftemperatur in den einzelnen Häusern eingestellt werde, müsse individuell festgelegt werden, sagte Wöste.

Durch diese Maßnahmen könnten die Woge und ihre Mieter ohne Komfortverlust etwa zehn Prozent Energie einsparen, glaubt Wöste. „Ganz wichtig ist uns, dass niemand frieren muss“, betont der Woge-Chef und bittet die Mieter gleichzeitig um etwas Nachsicht und Kooperation. „Eine möglichst effiziente Neueinstellung der Heizungen braucht vielleicht einige Versuche“, sagt er und ruft die Mieter auf, der Woge ihre Erfahrungen mit den neuen Einstellungen mitzuteilen. Dann könne bei Bedarf auch noch einmal nachjustiert werden.

Auch die Mieter selbst wolle die Woge in die Pflicht nehmen, ohne ihnen allerdings vorzuschreiben, auf welche Temperatur sie ihre Heizkörper einzustellen haben, versichert Wöste. In einem Faltblatt hat die Gesellschaft den Mietern deshalb schon vor Wochen Tipps gegeben, wie sie ihre Wohnungen möglichst effizient warm bekommen und warm halten können. Einer der Ratschläge: Die Heizkörper nicht voll, dafür aber dauerhaft aufdrehen und damit auch bei Abwesenheit heizen. Das sei deutlich sparsamer als eine ausgekühlte Wohnung immer wieder aufheizen zu müssen. Wichtig sei allerdings auch: Bei Raumtempareturen unter 15 Grad droht Feuchtigkeitsbildung und damit Schimmel.

Den Flyer mit dem Tipps findet man auf der Internetseite der Woge (www.woge-werdohl.de), er ist aber auch in gedruckter Form im Woge-Büro im Bahnhof erhältlich.

Nicht zuletzt möchte die Woge ihre Mieter, aber auch alle anderen Interessierten bei zwei Vortragsveranstaltungen mit der Verbraucherzentrale NRW über die Möglichkeiten des Energiesparens und des richtigen Heizens und Lüftens aufklären. Die beiden Vorträge mit identischem Inhalt finden am Mittwoch, 21. September, im Gemeinschaftsraum des Nachbarschaftshilfezentrums Ütterlingsen (Danziger Straße 9) und am Mittwoch, 28. September, im Nachbarschaftshilfezentrum Pungelscheid (Iserschmittstraße 4) statt. Die Vorträge beginnen um 18 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung (Tel. 0 23 92/50 71 00) aber wünschenswert.

Auf der Internetseite www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/filme gibt es Videos zum Thema.

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