Wohnungsgesellschaft: Pakt mit Handwerkern

Woge-Chef Ingo Wöste (links) präsentiert den Pakt mit den Bau- und Handwerksbetrieben.

WERDOHL ▪ Die Werdohler Wohnungsgesellschaft (Woge) hat mit neun Bau- und Handwerkspartnern einen NRW-weit einmaligen Vertrag geschlossen. Das Regelwerk wird in den nächsten Tagen an alle Mieter ausgegeben, darin ist beschrieben, welche Leistungen die Woge von ihren Partnern erwartet.

Ingo Wöste, Chef der Woge, spricht bei dem Leistungsverzeichnis nicht von der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB), sondern von „weichen Faktoren“. Etwa eine Million Euro wendet die Woge jährlich für Instandhaltungen auf, davon geht fast alles an dieselben Handwerksbetriebe aus Werdohl und Neuenrade. „Wir wollten für unsere Mieter mehr haben als nur Leistungserbringung gegen Geld“, so Wöste. Ein „Erbhandwerkertum“ werde es bei der Woge nicht geben.

Der Bielefelder Diplom-Betriebswirt und Diplom-Pädagoge Helmut Schibilsky wurde beauftragt, in zwei Seminartagen mit den Handwerkern ein Vertragswerk zu erarbeiten. Vorher waren rund 200 Mieter nach ihrer Zufriedenheit mit Handwerksaufträgen im vergangenen halben Jahr befragt worden Schibilsky gestern bei der Vertragspräsentation: „Da haben wir schon sehr gute Werte bekommen.“ In einem ersten Seminar wurde mit den Chefs der Handwerker Richtlinien besprochen, in einem zweiten Seminar kamen die Mitarbeiter der Betriebe zusammen.

Schibilsky sprach von einem Dreiecksverhältnis von Woge, Mietern und Handwerkern. Dabei habe er den Betrieben vermittelt, dass sie zwei Kunden hätten: Die Woge als zahlenden Auftraggeber, aber auch den zufriedenen Mieter.

In dem mehrseitigen Vertragswerk sind viele Selbstverständlichkeiten schriftlich festgehalten, manche Besonderheit ist ebenfalls ganz verbindlich geregelt. So sollen zum Beispiel 80 Prozent der Arbeiten innerhalb von acht Tagen erledigt sein. Der Handwerker muss sich bei der Terminvergabe ganz nach den Wünschen des Mieters richten. Kann er den Mieter zwei Tage lang nicht erreichen, gibt es eine Rückmeldung an die Woge. Der Handwerker gibt persönlich seine Visitenkarte mit seinem Namen und seinen Kontaktdaten beim Mieter ab. Auch für das äußere Erscheinen und das Verhalten der Handwerker gibt es Richtlinien. Falls ein Handwerker den Eindruck hat, dass jemand in seiner Wohnung vereinsamt oder vielleicht Hilfe nötig hätte, weist er die Woge darauf hin. Bei der Arbeit darf nicht geraucht werden, dass die Wohnung absolut sauber hinterlassen wird, ist Pflicht. Der Handwerker soll dem Mieter behilflich sein, den Schrank von der Wand zu rücken. Türen zum Treppenhaus bleiben geschlossen, Lärm wird nur außerhalb der Ruhezeiten gemacht. Der Schutz des Mieter-Eigentums ist ganz oben angesiedelt.

Die Vereinbarung unterzeichnet haben Wilmes GmbH, Malerbetrieb Kittelmann, TT Markt, Elektro-Filter, Michael Konitzer, Vitaly Diehl, Holz Hoffrecht, Haustechnik Besser und Meschede und Co.

Volker Heyn

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