Häuser werden renoviert

Woge investiert in Pungelscheid rund 3 Millionen Euro

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Neun Häuser, darunter auch dieses am Selscheider Weg, erhalten neue, wärmegedämmte Dächer.

Werdohl – Erste Vorarbeiten hat die Wohnungsgesellschaft Werdohl (Woge) schon seit dem Jahresbeginn durchführen lassen, aber jetzt geht es erst so richtig los

Mit Millionenaufwand lässt Werdohls größter Vermieter auf einen Schlag zwölf Mehrfamilienhäuser in Pungelscheid renovieren. Die Mieter freut es, obwohl sie demnächst mehr Miete zahlen müssen. 

Schon seit Jahren lässt die Woge ihre zu Beginn der 1960er-Jahre errichteten Mietshäuser technisch auf einen modernen Stand bringen. 2017 erhielten sechs Häuser an der Meilerstraße für rund eine Million Euro eine komplette energetische Sanierung. Im Frühjahr 2018 sagte Woge-Geschäftsführer Ingo Wöste dann: „Wir wollen uns in Pungelscheid mal richtig auslassen.“ Weitere vier Häuser an der Meilerstraße wurden renoviert. 2019 ging es mit zwei Doppelhäusern an der Meilerstraße und einem Mehrfamilienhaus an der Iserschmittstraße weiter. Kostenpunkt: gut eine Million Euro. Dauer: etwa ein Jahr. 

Unternehmen aus der Region

Jetzt sind die zwölf verbliebenen noch nicht renovierten Woge-Immobilien mit insgesamt 80 Wohneinheiten in Pungelscheid an der Reihe. Sieben Häuser sind es an der Osemundstraße (Hausnummern 14, 16, 18, 20, 22, 24 und 26), vier am Selscheider Weg (Hausnummern 8, 10, 12 und 14) und eins an der Iserschmittstraße (Hausnummer 2). Rund drei Millionen Euro lässt sich die Woge das diesmal kosten. Die Handwerker, durchweg Unternehmen aus der Region, werden bis Ende des Jahres beschäftigt sein. So lange, schätzt Woge-Bauingenieur Markus Zanger, wird es dauern, bis die Außenanlagen inklusive Raseneinsaat wieder hergestellt sind. 

Noch bevor die ersten Baugerüste aufgestellt worden sind, hat die Woge mehrere Kellereingänge zumauern lassen. Das sei Bestandteil eines mit der Polizei erarbeiteten Sicherheitskonzeptes, erklärte Zanger. „Vor allem an der Osemundstraße hatten wir es vor einiger Zeit mit einer Reihe von Einbrüchen zu tun. Die Täter kamen damals durch die Kellertüren“, ergänzt Mietbetreuerin Birgit König. Es ging also darum, potenzielle Schwachstellen der Gebäude, die Einbrecher ausnutzen könnten, zu beseitigen. Benötigt worden seien die Kellereingänge aber auch sowieso nicht mehr, meint Zanger. „Die stammen aus einer Zeit, als sich die Mieter noch Kohlen und Kartoffeln haben liefern lassen. Das ist ja lange vorbei“, sagt er. 

Kellerdecken sind bereits gedämmt

In allen zwölf Häusern sind in den vergangenen Wochen auch schon die Kellerdecken gedämmt und die rund 50 Jahre elektrische Installation auf den neuesten Stand gebracht worden. Auch neue Fenster, mittlerweile die dritte Generation, spendiert die Woge ihren Immobilien. „Alle Fenster bekommen jetzt auch Rollläden“, sagt Markus Zanger. Auch diese Maßnahme erhöht den Einbruchschutz, senkt aber zugleich auch den Bedarf an Heizenergie. 

Markus Zanger und Birgit König von der Woge verschafften sich einen Überblick über den Fortgang der Arbeiten an den Woge-Häusern am Selscheider Weg.

Überhaupt ist Energiesparen ein ganz großes Thema für die Woge. Deshalb werden neun Häuser komplett neue Dächer mit Wärmedämmung, Dachrinnen und Schneefanggittern erhalten. Außerdem werden die Fassaden sämtlicher Häuser mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Sie erhalten also eine Thermohaut aus 14 Zentimeter dicken Dämmplatten, Putzträgerschicht und Oberflächenputz. „Damit sind wir auch im Hinblick auf die kommende CO2-Steuer auf dem richtigen Weg“, ist Zanger sicher, dass die Woge das Geld gut anlegt. Auch die Mieter profitierten letztlich davon, weil sie weniger Energie für das Heizen ihrer Wohnungen aufwenden müssten. Optisch werden die Häuser übrigens auch aufgewertet. Mit dem abschließenden Neuanstrich der Fassade werde sich die Woge am Farbspektrum der übrigen Woge-Häuser in der Umgebung orientieren, kündigte Zanger an. Darüber hinaus werden noch zwei Heizzentralen ausgetauscht. Und Mieter, die Garagen als Unterstellplätze für ihre Autos nutzen, wird freuen, dass breitere Garagentore eingebaut wurden. „Die bisherigen Tore hatten ja noch VW-Käfer-Norm“, räumt Markus Zanger ein, dass die Einfahrten für die im Laufe der Jahrzehnte immer breiter gewordenen Autos einfach nicht mehr passend waren. 

Positive Reaktionen der Mieter

Die Mieter der Woge werden also demnächst in runderneuerten Häusern wohnen. „Darüber sind sie auch sehr erfreut“, berichtet Birgit König von positiven Reaktionen, trotz der auf die Renovierungen folgenden Mietpreiserhöhung. Die Kaltmieten steigen in den betroffenen Häusern von derzeit etwa 4,20 Euro auf 5,20 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt die Woge knapp über der bislang selbst angegebenen Fünf-Euro-Grenze. Für die Woge wird die Investition in Pungelscheid wahrscheinlich nicht die letzte gewesen sein. Geschäftsführer Ingo Wöste hat schon vor Monaten erkannt, dass die Gesellschaft auch in den kommenden Jahren extrem viel investieren muss, um für Mieter in der Zukunft attraktiv zu sein. 

Hintergrund ist, dass auch die Woge, obwohl „Platzhirsch“ auf dem Werdohler Wohnungsmarkt, festgestellt hat, dass sich unattraktive Wohnungen schlecht vermarkten lassen und dass man einen Renovierungsstau irgendwann nicht mehr aufholen kann. Beispiel Leipziger Straße 20/22: Von den dortigen 17 Wohnungen sind nur noch drei belegt. Die Woge hat den Block deshalb zum Abriss freigegeben, Sobald die letzten Mieter eine neue Bleibe gefunden haben, soll der Bagger anrollen. „Wir gehen derzeit davon aus, dass die Abrissarbeiten in Ütterlingsen im Juni oder Juli beginnen können“, sagt Markus Zanger.

Die Wohnungsgesellschaft Werdohl ist mit knapp 1350 Wohnungen der größte Vermieter in Werdohl. Ab 2006 hat sie mit drei Nachbarschaftshilfezentren eine neue Wohnform in Werdohl etabliert. Ihre Ursprünge hat die Woge im bereits 1902 als eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung (eGmbH) gegründeten Gemeinnützigen Bauverein. Sie wurde 1941 in die Wohnungsgesellschaft Werdohl umgewandelt, eine GmbH, deren Anteile zu gleichen Teilen die Städte Werdohl und Neuenrade und 16 Werdohler und Neuenrader Industriebetriebe halten.

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