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Woge-Geschäftsführer: „Werdohl hat ein schlechtes Image“

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Von: Michael Koll

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Politischer Besuch bei der Woge: Geschäftsführer Ingo Wöste (links) und Bauingenieur Markus Zanger (rechts) empfingen Paul Ziemiak (2.v.l.) und Thorsten Schick.
Politischer Besuch bei der Woge: Geschäftsführer Ingo Wöste (links) und Bauingenieur Markus Zanger (rechts) empfingen Paul Ziemiak (2.v.l.) und Thorsten Schick. © Koll, Michael

„Werdohl hat ein schlechtes Image“, davon ist Ingo Wöste, Geschäftsführer der heimischen Wohnungsgesellschaft überzeugt. In einer Diskussion mit CDU-Politikern nennt Wöste dafür auch Gründe.

„Klimaschutz ist für jeden Einzelnen von uns wichtig“, sagte Ingo Wöste, der Chef der Werdohler Wohnungsgesellschaft (Woge), gleich zum Einstieg ins Gespräch mit den beiden CDU-Politikern Thorsten Schick und Paul Ziemiak.

Eigentlich hatten sich der heimische Landtagsabgeordnete Thorsten Schick und Paul Ziemiak, Bundestagsabgeordneter aus Iserlohn, mit Wöste getroffen, um über die zwischenzeitlich eingefrorene KfW-Förderung (Kreditanstalt für Wiederaufbau) für energetische Sanierungen zu sprechen. Obwohl die Bundespolitik dieses Problem, das die millionenschweren Sanierungspläne der Woge für einige ihrer Mietshäuser gefährdet hätten, mittlerweile gelöst hat, gab es viel Gesprächsbedarf. So war es dem Woge-Geschäftsführer ein Anliegen, die besonderen Probleme der ländlichen Region im Allgemeinen mit den Politikern zu thematisieren.

Die Leiden Werdohl

„Seit ich vor 16 Jahren aus dem Münsterland hierher kam“, erläuterte der Woge-Geschäftsführer, „hat sich an den örtlichen Problemstellungen nicht wirklich etwas verändert“. Wöste listete auf: „Werdohl hat ein schlechtes Image, leidet unter der abgewanderten Industrie und der demografische Wandel korrespondiert mit einem hohen Ausländeranteil in der Bevölkerung.“

Speziell in Bezug auf die Immobilienbranche fügte er hinzu: „Wir haben hier einen Mietermarkt, also deutlich mehr Wohnungen als Wohnraum-Bedarf.“ Die Ausgangslage sei „eine andere als in Berlin, Köln, Hamburg oder München“.

Immobilienbestand wird energetisch saniert

Bei seinem Dienstantritt vor mehr als anderthalb Jahrzehnten habe er sogleich darauf gesetzt, den Immobilienbestand der Woge energetisch auf den Stand der Zeit zu bringen. „In etwa sechs Jahren werden wir damit fertig sein“, prognostizierte Wöste.

Auch wenn Fördergelder ganz oder teilweise ausfallen sollten, „machen wir damit weiter“, versicherte er. Sogleich verriet der Woge-Leiter: „Da bin ich stur, wie der Westfale halt eben so ist.“

Politik soll verlässliche Rahmenbedingungen vorgeben

Wöste unterstrich: „Seit Jahren schon weiß ich zu jedem Gebäude vor Ort zu sagen, wie viel CO2 es verbraucht.“ Den Klimaschutz habe er folglich bereits zu Zeiten im Blick gehabt, als das noch nicht als modern gegolten habe.

An den Landtags- und den Bundestagsabgeordneten direkt gerichtet, sagte er: „Sie geben uns von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen vor. Und wir setzen dann um, was Sie wollen.“ Den beiden CDU-Vertretern wird dabei sicherlich aufgefallen sein, wie sehr Wöste das Wort „verlässlich“ stimmlich betonte.

Letztlich versäumte es der Werdohler Wohnraum-Anbieter allerdings auch nicht, auf seine persönlichen Erfolge hinzuweisen: „Als ich hier anfing, war der Leerstand im Woge-Bestand bei rund 15 Prozent. Heute liegt er bei branchenüblichen zwei oder drei Prozent.“

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