Entscheidung steht bevor

Werdohler Wochenmarkt bald auf einem Platz? Stimmen Sie hier ab!

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Der Werdohler Wochenmarkt findet seit 2009 weit verstreut auf dem Parkplatz am Sand, in der Bahnhofstraße und in der Freiheitstraße statt. Das soll jetzt geändert werden.

Werdohl - Nach zehn Jahren könnte der Wochenmarkt vielleicht schon bald wieder auf einem gemeinsamen Platz stattfinden. Die meisten Markthändler würden das begrüßen, der Einzelhandel ist gespalten. Was wäre Ihnen lieber? Stimmen Sie hier ab!

Jahrzehntelang haben die Händler des Werdohler Wochenmarktes ihre Geschäfte auf dem heutigen Fritz-Thomée-Platz und am Sand gemacht. Möglicherweise wäre das noch heute so, wenn sich auf dem damaligen Marktplatz nicht der Discounter Lidl breitgemacht hätte. Die Folge: Seit 2009 verteilen sich die Stände des Werdohler Wochenmarktes über den Parkplatz am Sand, auf die Bahnhofstraße und die Freiheitstraße. 

Die Einzelhändler in der Innenstadt jubelten: Von der Platzierung des Marktes in der Fußgängerzone versprachen sie sich eine Steigerung der Kundenzahl während der Marktzeit. Doch die einst als Vorteil für den Einzelhandel gesehene langgezogene Marktfläche stellt sich mittlerweile für die Markthändler als Nachteil heraus. 

"Mittlerweile völlig zerrissen"

„Der Marktplatz war früher eine Einheit, ist aber mittlerweile in Werdohl leider völlig zerrissen“, klagt Marktleiter Christian Ziebolz. Der Werdohler Eier- und Geflügelhändler, der Sprecher der übrigen Anbieter ist, hat mit den Kollegen gesprochen. Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig: „Nach Rücksprache mit fast allen Händlern würde sich ein kompakter Platz für Händler und Kunden, und somit auch für die Stadt Werdohl, positiv auswirken“, formulierte Ziebolz bereits vor mehr als einem Jahr in einem Antrag an die Stadt, über eine erneute Verlegung des Marktes nachzudenken. Sein Vorschlag: Der Wochenmarkt soll auf dem Brüninghaus-Platz stattfinden.

Der derzeitige Standort des Marktes hat nach Ziebolz’ Einschätzung einige Nachteile: bei warmem Wetter stinkende Mülltonnen in der Nähe von Ständen, lange Wege zur Bushaltestelle, Behinderungen durch Falschparker und fehlender Marktplatz-Charakter. Er favorisiert deshalb wie die meisten seiner Kollegen eine Rückführung des Wochenmarktes auf eine große Fläche. 

Brüninghaus-Platz wird nicht erwähnt

Den Brüninghaus-Platz erwähnt Ziebolz in seinem Antrag zwar nicht, aber es ist offensichtlich, dass die Markthändler ein Auge auf Werdohls „gute Stube“ geworfen haben, die 2015/16 aufwendig neu gestaltet wurde. Und es zeichnet sich ab, dass der Markt tatsächlich dorthin wandern könnte, wenn demnächst – voraussichtlich Anfang April – die Nachbesserungsarbeiten am Natursteinpflaster endlich abgeschlossen sind. 

Der Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung (Ustea) wird sich in seiner Sitzung am Dienstag, 19. März, mit dem Thema beschäftigen. Und die Stadtverwaltung empfiehlt den Politikern die Ansiedlung des Wochenmarktes auf dem Brüninghaus-Platz – allerdings unter Auflagen und mit gewissen Einschränkungen. 

Pflasterfläche relativ empfindlich

Weil die Pflasterfläche des Brüninghaus-Platzes relativ empfindlich gegen punktuelle Belastungen ist, sollen die Markthändler beim Befahren und bei der Aufstellung ihrer Stände besondere Sorgfalt walten lassen. Rangieren auf der Stelle ist zu vermeiden, fordert die Stadt. Bei Punktlasten von mehr als 150 Kilogramm, wie sie beispielsweise bei Anhängerstützen vorkommen können, müsse eine Unterlage benutzt werden, die die Last verteilt. Bei zu erwartender Verschmutzung müsse die Pflasterfläche großflächig abgedeckt werden. 

Die Werdohl Marketing GmbH hat die Werdohler Einzelhändler zu ihrer Meinung über die Verlegung des Wochenmarktes auf den Brüninghaus-Platz befragt. Die Geschäftsleute sind durchaus unterschiedlicher Auffassung: Einige lehnen den Standortwechsel ab, weil sie sich vom Markt nach wie vor eine Belebung der Ladenzeilen versprechen; andere können die Argumente der Markthändler durchaus nachvollziehen und würden ihren Umzug auf den Brüninghaus-Platz hinnehmen oder sogar begrüßen. 

Marktbesucher befragt

Auch die Marktbesucher wurden zu ihrer Meinung befragt. An zwei Markttagen wurden Stimmen eingefangen. Das Ergebnis verkündet die Stadtverwaltung in einem Papier für den Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung: „Die meisten befragten Besucher des Wochenmarktes begrüßen eine Zentralisierung des Wochenmarktes und auch den Brüninghaus-Platz als Marktplatz.“ Positiv herausgestellt worden sei, dass die Bushaltestelle nah am Brüninghaus-Platz gelegen ist, gute Einkaufsmöglichkeiten in der unmittelbaren Nähe zu finden sind und der Platz für den Markt optisch schöner wäre, so dass vielleicht künftig mehr Markthändler nach Werdohl kämen. Einige Befragte hätten aber auch die Sorge geäußert, dass die Einzelhändler im jetzigen Marktbereich nach einer Verlegung weniger Kunden hätten. 

Der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung dürfte die Argumente nun gegeneinander abwägen und anschließend eine Entscheidung treffen. Das letzte Wort hat dann am Montag, 25. März, der Stadtrat. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass beide Gremien einer Verlegung des Marktes zustimmen werden. Offen ist noch, wann der Wochenmarkt dann tatsächlich umziehen wird.

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