WM-Räuber: Im Gerichtssaal bleibt diesmal alles ruhig

WERDOHL/HAGEN ▪ Sicherheitsvorkehrungen haben gestern offensichtlich bewirkt, dass es im Prozess gegen die so genannten WM-Räuber nicht zu weiteren verbalen Auseinandersetzungen zwischen Zuhörern und Angeklagten kam.

Am zweiten Verhandlungstag vergangene Woche hatte ein Zuhörer auf dem Flur vor dem Saal 247 im Hagener Landgericht einen anderen Zuhörer lautstark bedroht. Im Saal wollte sich ein Zuhörer einem der beiden Angeklagten nähern, wurde aber durch klare Ansagen des Wachtmeisters davon abgehalten. Daraufhin wollten sich mehrere Zuhörer in diesen kleinen Disput einmischen.

Um solche erregten Gespräche im und vor dem Sitzungssaal zu unterbinden, hatte die Vorsitzende Richterin für den gestrigen Verhandlungstag allerhand Bestimmungen für die Zuhörer erlassen, die dafür sorgten, dass der dritte Verhandlungstag ganz ruhig und ohne jegliche Aufregung verlief. Davon berichtete auf Nachfrage unserer Redaktion Alexandra Bubenzer, die Pressesprecherin des Landgerichts Hagen.

Die 6. große Strafkammer des Landgerichts verhandelte gestern am dritten Prozesstag gegen einen 22 Jahre und einen 25 Jahre alten Werdohler, die am 3. Juli vergangenen Jahres als Fußballfans verkleidet ein älteres Ehepaar überfallen hatten. Erschwerend kam hinzu, dass die beiden jungen Männer auf der Suche nach Wertsachen ihre Opfer mit dem Messer und mit körperlicher Gewalt gedroht hatten. Dabei wollten sie in Erfahrung bringen, wo denn der – tatsächlich nicht vorhandene – Tresor der beiden sei. Gestohlen wurden letztlich verschiedene Wertgegenstände und 250 Euro Bargeld. Die Anklage lautet auf erpresserischen Menschenraub.

Gestern waren zwei Zeuginnen vorgeladen, so Bubenzer. Die eine gelte als mutmaßliche Tippgeberin, sie habe allerdings von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Die andere Zeugin gehöre zum Umfeld der Opfer, von ihr habe man sich Hinweise darauf erhofft, wie die Täter auf ihre Opfer aufmerksam geworden sind. Die Befragung habe allerdings keine wesentlichen Erkenntnisse gebracht, so Bubenzer. Gestern seien noch vom Gericht einige Fotos angeschaut worden, berichtete die Pressesprecherin.

Die Verhandlung wird am Freitag in Hagen fortgesetzt. Ob die Richterin wieder Sicherheitsvorkehrungen erlässt, ist nicht bekannt.

Volker Heyn

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