Investor gefunden

Nach Schließung: Traditionsreiches Kaufhaus im Lennetal hat neue Besitzer

Das WK Warenhaus in Werdohl hat nach seiner Schließung im Sommer 2020 nun neue Besitzer.
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Das WK Warenhaus in Werdohl hat nach seiner Schließung im Sommer 2020 nun neue Besitzer.

Die Schließung ist inzwischen fast ein Jahr her. Jetzt gibt es neue Hoffnung auf den Erhalt des traditionsreichen Kaufhauses im Lennetal. Das WK-Warenhaus hat einen neuen Besitzer.

Werdohl ‒ Etwas mehr als ein Jahr nach der niederschmetternden Nachricht von der Schließung des WK Warenhauses konnte Silke Krischer-Schnückel, Mit-Eigentümerin der Kaufhausimmobilie im Herzen Werdohls, jetzt die erfreuliche Mitteilung machen: „Das WK ist verkauft!“ Damit eröffnet sich für das Gebäude am Brüninghaus-Platz eine positive Zukunft.

StadtWerdohl
LandkreisMärkischer Kreis
Fläche33,35 km²
Einwohner17.657 (31. Dez. 2019)

WK-Warenhaus in Werdohl: Neuer Besitzer gefunden - Durchbruch nach Verhandlungen

Über Monate hatte sich Krischer-Schnückel um einen Käufer für die gut 40 Jahre alte, im Laufe der Zeit aber auch immer wieder erweiterte Immobilie in der Werdohler Innenstadt bemüht. In dieser Woche konnte sie nun den Durchbruch bei sicherlich zähen Verhandlungen verkünden. Das Gebäude sei an die niederländische Ten Brinke Group verkauft worden, sagte Krischer-Schnückel auf Nachfrage. Wie es zu dem Deal gekommen ist, darüber hüllte sich die Verkäuferin in Schweigen.

Möglicherweise ist der Kontakt zustande gekommen, weil Ten Brinke in Unna, wo Krischer-Schnückel ein weiteres Kaufhaus betreibt, gerade ein neues Einkaufszentrum errichtet. Sie wähne das Werdohler Kaufhaus bei diesen Käufern in guten Händen, versicherte sie: „Wir wollten für Werdohl eine gute Lösung. Ich glaube, das wird eine gute Lösung. Das sind Profis durch und durch.“

WK-Warenhaus in Werdohl: So arbeitet der neue Besitzer Ten Brinke

Insbesondere im Industrie- und Gewerbebau kann die Baugesellschaft Ten Brinke zahlreiche Objekte für namhafte Unternehmen als Referenz vorweisen. Dazu gehören unter anderem Aldi, Lidl, Adler, Hit, Kaufland, Edeka, DM oder Takko sowie die Deutsche Telekom.

In Nürnberg beispielsweise kaufte Ten Brinke ein jahrelang leerstehendes Kaufhof-Gebäude und baute einen Wohn- und Geschäftskomplex mit Eigentumswohnungen und Shopping-Mall neu auf. In Unna errichten die Niederländer gerade auf dem Gelände der Mühlenwerke Carl Bremme ein neues Einkaufszentrum mit Drogerie, Schuhladen, Textilgeschäften, Apotheke, einem Fitnessstudio und großzügiger Eventgastronomie-Zone sowie einer Büro-Etage.

„Unsere Arbeit beginnt bereits mit der Suche nach passenden Grundstücken am richtigen Standort“, erläuterte einmal der geschäftsführende Gesellschafter Albert ten Brinke dem Magazin Wirtschaftsforum. „Danach übernehmen wir die Planung und Konzeptentwicklung und suchen dann dafür den passenden Käufer.“

Fast 44 Jahre Einzelhandelstradition in Werdohl: Das WK Warenhaus

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WK-Warenhaus in Werdohl: Abriss des Gebäudes möglich

Was Ten Brinke mit der WK-Immobilie in Werdohl vorhat, ist noch nicht ganz klar. Sven Klagge von der Ten Brinke-Niederlassung Münster, Projektleiter für das Vorhaben in Werdohl, konnte am Dienstag noch keine genauen Angaben darüber machen. Ten Brinke habe aber bei ähnlichen Projekten in der Vergangenheit die Altimmobilien meistens abgerissen und Neubauten errichtet. „Die Nutzungsanforderungen an solche Immobilien sind oft so komplex und nutzerspezifisch, dass ein Umbau keinen Sinn ergibt“, sagte Klagge. Auch unter energetischen Gesichtspunkten sei ein Abriss und Neubau meistens die bessere Variante.

Gut möglich also, dass sich die neuen Investoren vor allem wegen des Grundstücks mitten in der Stadt für den Kauf des WK Warenhauses entschieden haben und an dem Gebäude gar kein Interesse haben. Das würde sich dann auch mit dem von Albert ten Brinke beschriebenen Vorgehen des Unternehmens bei der Projektentwicklung decken.

Dem Vernehmen nach soll Ten Brinke aber durchaus mit der Ansiedlung von Einzelhandel an dieser Stelle planen. Bestätigt hat das Unternehmen das freilich noch nicht.

Familienunternehmen in vierter Generation

Ten Brinke ist ein privates niederländisches Immobilien- und Bau-Unternehmen mit Hauptsitz in Varsseveld. Es hat einen Fokus auf Industrie- und Gewerbebau und besitzt Niederlassungen in Deutschland, Spanien, Portugal und Griechenland. Das 1902 gegründete Familienunternehmen existiert in vierter Generation. Mit rund 1200 Mitarbeitern arbeitet Ten Brinke an einer Vielzahl von Projekten und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro. 82 Prozent seines Umsatzes macht Ten Brinke in Deutschland. Ten Brinke entwickelt Autohäuser, Baumärkte und Einkaufszentren, aber auch Wohnungsbauprojekte, Pflegeheime und Bürogebäude. Zu den Kunden gehören Aldi, Lidl und Edeka, Porsche, Audi und Volkswagen, die Deutsche Telekom und die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit.

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