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WK Warenhaus: Investor hat wohl zwei Mieter an der Angel

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Von: Volker Griese

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Das WK Warenhaus in Werdohl hat nach seiner Schließung im Sommer 2020 nun neue Besitzer.
Das WK Warenhaus in Werdohl hat nach seiner Schließung im Sommer 2020 neue Besitzer. © Volker Griese/come-on.de

Was macht eine attraktive Innenstadt aus? In einer Befragung der Münchener Beratungs- und Management-Gesellschaft Cima haben fast zwei Drittel der Befragten in allen Altersklassen die Einkaufsmöglichkeiten als wichtigsten Faktor genannt. Werdohl kann damit nicht (mehr) dienen – und wird es wohl auch auf absehbare Zeit nicht mehr können. Die Wiederbelebung der Innenstadt, die die Landesregierung mit rund 570.000 Euro fördert, wird anders aussehen als viele Werdohler sich das vorstellen.

Werdohl ‒ Rückblende: Die Schließung des WK Warenhauses im Sommer 2020 hat Werdohl geschockt. Doch das war erst der Anfang. Das Aus weiterer Einzelhandelsgeschäfte, kleiner wie größerer, sollte noch folgen. Mit dem Landesprogramm „Stärkung unserer Innenstädte und Zentren“ kämpft Werdohl mittlerweile gegen die Verödung des Bereiches entlang von Bahnhofs- und Freiheitstraße. Ob dieser Kampf erfolgreich ist, wird unterschiedlich bewertet. Andreas Haubrichs, städtischer Wirtschaftsförderer, zählt auf, dass acht leerstehende Ladenlokale durch den Landeszuschuss überhaupt erst wieder hätten belegt werden können. Großen Teilen der Bevölkerung scheint das zu wenig zu sein.

Die Vorstellungen gehen zu sehr auseinander. Während die Werdohler von einem Comeback des florierenden Einzelhandels der 80er- oder 90er-Jahre träumen, dämpft der Wirtschaftsförderer die Erwartungen. Die Zeit Werdohls als Einkaufsstadt sei vorbei, sagt er. Die landauf, landab zu erkennenden Tendenzen geben ihm recht: Der Strukturwandel im Einzelhandel wurde durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie massiv beschleunigt und bringt das Erfordernis mit sich, neue Nutzungen und Funktionen für Innenstädte zu finden und zu fördern. Es braucht einen ganzheitlichen Ansatz, der die City als urbanen Lebensraum, als multifunktionales Zentrum begreift – und nicht nur als Einkaufsmeile. Wahrlich keine leichte Aufgabe

Und dennoch gibt es positive Ansätze: In die Causa WK Warenhaus kommt wohl allmählich Bewegung. Der Investor soll zwei Mieter an der Angel haben, die Vertragsunterzeichnung unmittelbar bevorstehen. Dann könnte der Altbau endlich abgerissen werden und etwas Neues entstehen. Das wäre ein Aufbruchsignal für die ganze Stadt.

Zwei weitere Gebäude, das ehemalige Schuhhaus Brockhaus und die ehemalige Parfümerie Aurel, haben einen Käufer gefunden. Er wolle die Erdgeschosse der Immobilien gewerblich nutzen, hat er signailisert. Was daraus wird und wann daraus etwas wird – man muss es abwarten.

Doch die Wiederbelebung der Innenstadt gelingt ja nicht nur durch die Wiederbelegung leerstehender Geschäftsräume – Stichwort: ganzheitlicher Ansatz. Ab 2023 werde es wieder mehr Veranstaltungen geben, verspricht Haubrichs und verweist auf eine Arbeitsgruppe, die sich genau damit befasse. Vom Stadtfest ist die Rede, natürlich. Aber auch über Flohmärkte wird nachgedacht, über Musikveranstaltungen. Und schöner soll die Innenstadt werden, das habe sich eine andere Arbeitsgruppe auf die Fahnen geschrieben. „Wir müssen in die Umsetzung der Projekte kommen, damit man sieht, dass etwas passiert“, stellt Haubrichs richtigerweise fest. „Zeit, dass sich was dreht“, textete Herbert Grönemeyer schon zur Fußball-WM 2006, um Deutschland auf die Sprünge zu helfen. Das gilt jetzt auch für Werdohl.

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