Sanierung oder Abriss und Neubau?

WK Warenhaus: So sehen die Pläne der neuen Eigentümer aus

Die neuen Eigentümer drücken aufs Tempo: Rund um das ehemalige WK Warenhaus sind am Freitag bereits Vermessungsarbeiten durchgeführt worden. Ein Teil des Grundstücks soll aber wohl erst einmal gesperrt werden.
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Die neuen Eigentümer drücken aufs Tempo: Rund um das ehemalige WK Warenhaus sind am Freitag bereits Vermessungsarbeiten durchgeführt worden. Ein Teil des Grundstücks soll aber wohl erst einmal gesperrt werden.

Durch den Verkauf der WK-Immobilie an einen niederländischen Investor wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder Einzelhandel in größerem Stil an den Brüninghaus-Platz zurückkehren. Doch auch eine andere Nutzung ist denkbar. Während die neuen Besitzer Pläne schmieden, denken sie aber auch darüber nach, zumindest Teile des Grundstücks für die Öffentlichkeit zu sperren.

Werdohl Nur rund acht Monate nach der endgültigen Schließung des WK Warenhauses hatte Mit-Gesellschafterin Silke Krischer-Schnückel zu Wochenbeginn bestätigt, dass sie einen Käufer für die Immobilie gefunden hat. Auch die niederländische Ten Brinke-Gruppe, die Grundstück und Gebäude zu einem nicht genannten Preis gekauft hat, hat das Geschäft bestätigt. Einen Optionsvertrag, der Ten Brinke den Zuschlag für eine gewisse Zeit sicherte, hatten beide Parteien wohl noch im alten Jahr geschlossen. In der vergangenen Woche machten sie dann Nägel mit Köpfen.

Und wie geht es nun weiter? Welche Pläne haben die neuen Besitzer mit dem Gebäude, in dem Generationen von Werdohlern und auswärtige Kunden Dinge des täglichen Bedarfs, aber auch Mode, Kosmetik, Spielwaren Haushaltsgeräte und noch mehr gekauft haben?

Investor hat erste Gespräche geführt

Sven Klagge, Projektleiter bei der Ten Brinke- Niederlassung in Münster, will die Katze noch nicht aus dem Sack lassen. Vielmehr spricht er davon, dass zusammen mit der Stadt und der Werdohler Politik eine Konzeption entwickelt werden solle. „Es wurden schon einige Gespräche geführt, es werden aber auch noch viele Gespräche folgen“, deutete Klagge an, dass die Überlegungen wohl noch ganz am Anfang stehen. In den nächsten Wochen und Monaten gelte es, „die bisherigen Überlegungen zu intensivieren und zu schauen, was an diesem Standort funktioniert und was nachgefragt wird“.

Die Frage danach, was auf dem schätzungsweise 6000 Quadratmeter großen Areal funktioniert, muss man wohl auch aus der technischen und der baurechtlichen Perspektive betrachten. Denn Projektleiter Klagge hat am Donnerstag nicht nur die Möglichkeit eines Abrisses der Altimmobilie und eines kompletten Neubaus noch einmal bestätigt. Denn die Gebäudesubstanz soll tatsächlich zumindest in Teilen so schlecht sein, dass sich eine Sanierung kaum noch lohnen würde. Beispielsweise soll die Tragfähigkeit der Betonpfeiler in der Tiefgarage beeinträchtigt sein. Ein Abriss scheint also derzeit wahrscheinlicher zu sein als eine Sanierung und ein Umbau des alten Kaufhauses.

Diese Hürden stehen noch im Weg

Bei einem Neubau stellt sich aber die Fage, was an diesem Standort überhaupt möglich ist. Denn das Grundstück im Dreieck Brüninghaus-Platz, Goethestraße und Grasacker, das am Freitag neu eingemessen worden ist, liegt im Bereich der von der Bezirksregierung Arnsberg neu ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete. Für jegliche Baumaßnahmen in solchen Bereichen ist immer eine Ausnahmegenehmigung der beim Märkischen Kreis angesiedelten Unteren Wasserbehörde erforderlich.

Stadt will ein Wörtchen mitreden

Bei der Gestaltung eines Neubaus im Herzen Werdohls würde auch die Stadt noch ein Wörtchen mitreden wollen. Jedenfalls hat Bürgermeister Andreas Späinghaus („Ich bin ausgesprochen happy über diese Entwicklung!“) schon betont, dass die Investoren die Stadt ins Boot holen müssen. „Schließlich ist das eine stadtbildprägende Bebauung“, begründete er. In einem „offenen und klaren Gespräch“ seien auch solche Dinge schon angeschnitten worden, verriet Späinghaus. Sein Eindruck sei dabei gewesen, „dass wir gar nicht weit auseinander liegen.“ Auch Ten Brinke ist nach Worten von Sven Klagge „immer um einen Konsens bemüht“. Allerdings habe das Unernehmen auch seine Vorstellungen und wolle seine Erfahrungen aus anderen Projekten einbringen.

Projektleiter nennt möglichen Starttermin

Für Ten Brinke stehen aber zunächst offenbar noch andere Fragen im Vordergrund. In den nächsten zwei bis drei Monaten gelte es, die Planungsgrundlagen zu schaffen, skizzierte Projektleiter Klagge den kurzfristigen Zeitplan. Dabei seien einige Herausforderungen zu bewältigen, ergänzte er und nannte die Erschließung, Wegerechte und nicht zuletzt die auf dem Grundstück vorhandene Gasstation und eine Trafostation als Beispiele. Diese Hürden aus dem Weg zu räumen, dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen. Klagge geht davon aus, dass der Baubeginn in einem Jahr Jahr erfolgen könnte – „wenn alles passt“, schränkte er ein.

Die Lebensmittelabteilung im WK Warenhaus war als erste verwaist. Der Handelskonzern Rewe sucht seitdem nach einem neuen Standort in Werdohl. Kehrt er vielleicht in einen möglichen Neubau am Brüninghaus-Platz zurück?

Was die konkrete Nutzung angeht, ist nach Darstellung von Projektleiter Klagge vieles denkbar. Eine zentrale Rolle scheint in den Überlegungen des Investors aber der Einzelhandel zu spielen. „Wir wollen den Einzelhandel dorthin bringen, wo die Menschen wohnen. Deshalb ist es ein wichtiger Aspekt, sich dahingehend Gedanken zu machen“, formulierte Klagge noch vorsichtig. Kehrt damit womöglich auch Rewe an den alten Standort zurück? Der Handelskonzern ist seit der Schließung des WK Warenhauses mit der Rewe-Filiale im Obergeschoss auf der Suche nach einer Möglichkeit, sich wieder in Werdohl anzusiedeln, scheint dabei bisher aber noch nicht erfolgreich gewesen zu sein.

Mischnutzung ist möglich

Aber auch eine Mischnutzung des neuen – oder umgebauten – Gebäudekomplexes sei möglich, betonte Klagge und nannte Wohnungen beispielsweise für Senioren als eine Option.

Zunächst wollen die neuen Eigentümer allerdings zumindest Teile des Grundstücks für die Öffentlichkeit sperren. „Wir prüfen gerade unsere Verkehrssicherungspflicht, deshalb ist es möglich, dass wir einige Bereiche absperren“, sagte Klagge und bat um Verständnis: „Wenn jemand unser Grundstück nutzt, muss auch die Sicherheit gewährleistet sein.“ Davon könnte zum Beispiel der Parkplatz betroffen sein, den viele Autofahrer gerade sehr gerne nutzen, weil er die einzige Fläche ist, auf der man in der Innenstadt kostenlos parken kann.

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