Wirtschaftspsychologie auf sauerländischer Basis

Judith Grefe präsentiert das Siegel „Azubi-geprüft“, das die Wirtschaftspsychologen der „Ertragswerkstatt GmbH“ in Südwestfalen vergeben wollen. Gemeinsam mit ihrem Mann Klaus Grefe betreibt sie das Unternehmen seit vier Jahren in Werdohl. - Fotos: Heyn

WERDOHL - Vor vier Jahren sind die Wirtschaftspsychologen Judith und Klaus Grefe mit ihrer Firma „Ertragswerkstatt GmbH“ in das denkmalgeschützte Haus Kirchstraße 22 in Eveking unterhalb von Ludemert gezogen. Die Unternehmer haben jetzt das Gütesiegel „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ entwickelt, das sie den südwestfälischen Unternehmen kostenlos anbieten.

Die beiden Grefes verbinden das gleichzeitig mit einer Werbung für die mittelständisch geprägte Wirtschaftsregion Sauerland. Judith Grefe (47) stammt aus Dahle, ihr Mann Klaus (45) aus Augsburg. Nach vielen Jahren als angestellte Personal- und Organisationsberater in der Schweiz und später in Süddeutschland machte sich das Ehepaar 1999 mit der wirtschaftspsychologischen Unternehmensberatung „Ertragswerkstatt GmbH“ selbstständig. Mit drei weiteren Psychologen in der Schweiz, in Augsburg und in Gießen bildet die Firma ein loses Netzwerk, der Stammsitz liegt seit Mitte 2009 in Eveking. In diesem uralten Haus von 1780 wohnt das Ehepaar mit Tochter Titia (12).

Eigentlich suchte die Familie einen Bauernhof in der Nähe von München, was aber letztlich wegen der astronomischen Immobilienpreise scheiterte.

Die beiden suchten ein altes Haus im Grünen, das aber doch nah genug an einer Metropole liegt. Judith Grefe erinnerte sich an ihre sauerländischen Wurzeln und so stieß en Grefes auf das „Kötterhaus“ in Eveking. Klaus Grefe: „Unsere Tochter ist in drei Minuten zur Bushaltestelle gelaufen und wir sind in kurzer Zeit im Rhein-Main-Gebiet, im Rheinland oder im Ruhrgebiet.“ Die mittelständisch geprägte südwestfälische Wirtschaft reizt die beiden zusätzlich.

Der größte Teil der Arbeit läuft allerdings über das Internet und Kommunikationsmittel. Kontakte zu Kunden ergeben sich über früher erarbeitete Beziehungen und Weiterempfehlungen zwischen betreuten Unternehmen. Die Klientel-Firmen der Grefes sind in der Regel größer, beschäftigen ab 1000 Mitarbeiter oder sind große Konzerne. Allenthalben werden Fachkräfte gesucht, die idealer Weise mit ihrem Profil genau auf die Firma passen. Grefes erstellen zunächst eine Analyse der Firma und leiten daraus ein Bewerbungsprofil für Mitarbeiter ab. Ergebnis der Beratungsarbeit ist eine genau zutreffende Personalanzeige in dem passenden Medium. „Während es früher ja eigentlich nur die Zeitungen und Fachzeitschriften als Stellenbörse gab, finden sich heute im Internet mehr als 1000 Stellenbörsen“, so Judith Grefe.

Ziel der arbeitspsychologischen Beratung ist es, für das Unternehmen genau passende Mitarbeiter zu finden. Die meisten Fachkräfte befänden sich in festen Anstellungen und seien nur durch gezielte Ansprache zum Wechsel in andere Unternehmen zu bringen. Klaus Grefe: „Je enger der Personal-Markt, desto bessere Konzepte brauchen Unternehmen für die Suche.“ Beide legen Wert darauf, kein klassisches Head-Hunting für Firmen zu betreiben. Die „Ertragswerkstatt“ bietet nach der Unternehmensanalyse Workshops, Handlungsleitfäden und Schulungen für Personalabteilungen an. Dabei wird mit Kennzahlen-Systemen, Performance-Indizes und Jobpotenzialen gearbeitet.

Beide lieben das Landleben und stehen hinter der Region Sauerland. Allen südwestfälischen Unternehmen mit mehr als fünf Auszubildenden bieten sie an, sich um das selbst entwickelte Gütesiegel „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb – Azubi-geprüft“ zu bewerben. Das Verfahren ist kostenlos, das Unternehmen bekommt in jedem Fall einen Benchmark-Bericht. „Wir wollen das Sauerland als Region für tolle Ausbildung bekannt machen“, so Judith Grefe. 30 Unternehmen mit 600 Azubis nehmen schon an der Aktion teil, weitere 40 seien im Entscheidungsprozess.

www.ertragswerkstatt.de

www.ausgezeichneter-ausbildungsbetrieb.de

Tel. 0 23 92/8 06 23 80

Von Volker Heyn

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