Wirtschaftsfrühstück: Mitarbeiter als größtes Kapital

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Rötelmann-Geschäftsführer Ludwig Kirchhoff-Stewens stellte nach dem Empfang bei einem Rundgang durch die Fertigung sein Unternehmen vor.

Werdohl - Das fünfte Werdohler Wirtschaftsfrühstück Donnerstagmorgen in der Firma Rötelmann in Dresel bot eine außergewöhnliche Atmosphäre: Begrüßung und Vortrag hörten die Gäste auf einer Plattform, die etwas über der Firmenhalle liegt.

Produktionsgeräusche und der Geruch von Maschinenöl lagen in der Luft, was auch SIHK-Vizepräsident Dietrich Alberts bemerkte. Zum Wirtschaftsfrühstück laden die Werdohler Stadtmarketing-Gesellschaft und die SIHK gemeinsam ein, jedes Jahr übernimmt ein anderer Werdohler Betrieb die Rolle des Gastgebers. 

Eingeladen sind Geschäftsführer, Vorstände und Inhaber Werdohler Unternehmen aller Art, dazu kommen auch die politischen Vertreter der Stadt. Alberts stellte zu Beginn noch einmal Sinn und Zweck der Veranstaltung vor: „Ziel ist es, das Netzwerk hier weiter zu vertiefen, sich auszutauschen und Menschen wiederzutreffen.“ 

Mitarbeitergewinnung größte Sorge

Das beim Wirtschaftsfrühstück aufgebaute Netzwerk habe jetzt schon einige Jahre Bestand und werde weiter ausgebaut. Alberts beschrieb, dass die Mitarbeitergewinnung die derzeit größte Sorge der südwestfälischen Unternehmer sei. 

Nicht Brexit oder Trump seien Gesprächsthema Nummer eins, sondern die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Die SIHK wolle in diesem Bereich noch mehr tun als bisher. 

Den Vortrag von Ludwig Kirchhoff-Stewens hörten die Gäste auf einer Plattform über der Fertigungshalle, anschließend konnte das Unternehmen besichtigt werden.

Bürgermeisterin Silvia Voßloh bedankte sich für die Ausrichtung des Tages, das bedeute viel Arbeit für die Organisatoren. Sie lud die Teilnehmer des Wirtschaftsfrühstücks zu einem für die Stadt wichtigen Empfang ein: Am 5. Mai werde die Eröffnung des Brüninghaus-Platzes gefeiert. Die Stadt habe ein Konzept zur Verbesserung der Lebensqualität in Auftrag gegeben, Voßloh bat die Unternehmer, an dieser Umfrage teilzunehmen. 

Ludwig Kirchhoff-Stewens stellte anschließend launig die Geschichte seines Unternehmens vor. Von Kugelhähnen, dem Produkt von Rötelmann, wolle er nichts erzählen: „Die kennt ja jeder.“ Vielmehr sei die Historie der heutigen Rötelmann GmbH eng mit der Industrialisierung Werdohls verbunden. 

Historie der Rötelmann GmbH

Das Unternehmen wurde 1876 am Bahnhof gegründet, 15 Jahre vorher war die Ruhr-Sieg-Strecke in Werdohl angekommen, die Südwestfalen mit dem Ruhrgebiet verbindet. Rötelmann stellte damals Zubehör für den Bergbau her. Ludwig Kirchhoff-Stewens war ein Jahr nach dem plötzlichen Unfalltod seines Vaters Lothar im Jahre 1992 in die Firma eingestiegen. Seit 1996 ist er Geschäftsführer. 

Kirchhoff-Stewens unterstützte die Aussagen von SIHK-Vize Alberts: „Der demographische Faktor ist die größte Aufgabe in Deutschland.“ Es müsse in erster Linie für die Frauen alles getan werden, um Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können. 

In seinem Vortrag warf er immer wieder Statements ein: „Mitarbeiter sind das größte Kapital jedes Unternehmens.“ Die Technik sei reproduzierbar, qualifizierte Mitarbeiter nicht. Mit „Stillstand ist Rückschritt“ beschrieb er abschließend das Leitwort seines Unternehmens.

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