Der Lobbyist der Werdohler Wirtschaft

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Andreas Haubrichs ist jetzt Wirtschaftsförderer bei der Stadtverwaltung, Montag stellte er sich im Rat vor.

Werdohl - Andreas Haubrichs, seit Dezember mit 30 Stunden oberster Wirtschaftsförderer der Stadt, stellte sich und seine Arbeit am Montag den Ratsmitgliedern vor. Dabei wurde auch bekannt, dass er ab Juli die Stadt als Geschäftsführer bei der Gewerbepark Rosmart GmbH vertreten soll. Er wird in dieser Funktion den Fachbereichsleiter Thomas Schroeder ablösen.

„Wirtschaftsförderung sorgt dafür, dass das Arbeitsklima für die Unternehmen verbessert wird“, brachte Haubrichs seine Präsentation auf den Punkt. Haubrichs war seit Jahren mit halber Stelle bei der Stadtmarketing-Gesellschaft angestellt. Zum 1. Dezember wechselte er mit 30 Wochenstunden ins Rathaus, zehn Wochenstunden bleibt er beim Stadtmarketing beschäftigt.

Neben der Weiterarbeit an Themen wie der Digitalisierung, dem Gewerbeflächenmanagement, dem Leerstandsmanagement und der Verknüpfung und Vernetzung aller, die in der Stadt Geschäfte machen, stellte er am Montag auch ein gänzlich eigenes Projekt vor.

Haubrichs griff eine Idee aus dem politischen Raum auf: Es gebe Bemühungen, Werdohl als Hochschulstandort zu etablieren. „Das wäre eine tolle Sache“, meinte Haubrichs am Montag, Studenten in der Stadt würden zu einer Belebung beitragen. Allerdings fehlten seiner Meinung nach freie innerstädtische öffentliche Flächen für ein attraktives Studienangebot. Selbst die große Stadt Lüdenscheid, seit einiger Zeit Teilstandort der Fachhochschule, biete auch nur vier Studiengänge an. Haubrichs zeigte Skepsis gegenüber diesen Plänen.

Besser wäre es seiner Meinung nach, den Wohnstandort Werdohl für pendelnde Studenten attraktiver zu machen. Dazu könnten mit bestehenden Hochschulen Kooperationen gebildet werden. Dazu sollte Werdohl das Duale Studium fördern und auf diese Weise auch die Werdohler Unternehmen mit ihrem Fachkräftemangel unterstützen.

Offen blieb am Montag, welchen pendelnden Studenten Haubrichs in Werdohl Heimat bieten will. Zu seiner Erklärung, es gebe in Werdohl keine öffentlichen innerstädtischen Flächen, reagierte sehr viel später SPD-Fraktionssprecher Wilhelm Jansen. Wenn man kluge politische Entscheidungen träfe, so Jansen, könne die Stadt Werdohl mit dem Schulstandort Köstersberg sehr wohl zumindest räumlich einen Hochschulstandort hergeben.

Haubrichs umriss drei große Anforderungen an seine Tätigkeit als Wirtschaftsförderer: Der demografische Wandel, der Fachkräftemangel und die Unternehmensnachfolge. In jedem dieser Arbeitsfelder wolle er mit anderen Akteuren der Stadtverwaltung sowie mit lokalen und regionalen Akteuren zusammenarbeiten.

Stichwort Vernetzung: „Mein Ziel ist es, Kräfte und Menschen zusammenzubringen.“ Er wolle aber nicht nur für die großen Unternehmen in der Stadt da sein, sondern sich ganz bewusst auch um die kleinen Betriebe bemühen. „Für alles mögliche gibt es heute Fördermittel, ich will dabei den kleinen Unternehmen Unterstützung anbieten.“

Sein Ziel sei es auch, Fachkräftestrategien zur Unterstützung ansässiger Unternehmen zu entwickeln. Er wolle für die Firmen ein Lotse sein, ein Lobbyist der Werdohler Wirtschaft. Digitalisierungsprozesse gelte es zu begleiten. Natürlich sei sein Arbeitsfeld auch die Neuansiedlung von Firmen und die Hilfe bei Existenzgründungen.

„Ich will öffentlich zeigen: Wir kümmern uns um unsere Unternehmen.“ Dazu gehöre es auch, den Standort Werdohl nach außen zu vermarkten.

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