FDP wirft CDU Hass und Boshaftigkeit vor

WERDOHL – Das Bekenntnis zu einer sachlichen, zugleich menschlichen und vor allem zukunftsorientierten politischen Arbeit und die teilweise harsche Kritik an den Ausbootungsplänen der CDU standen im Mittelpunkt des Ortsparteitages der Werdohler FDP, der – wie schon kurz berichtet – am Dienstagabend in der Gaststätte Zum Spiegel durchgeführt wurde. Zugleich war der Abend von der Überzeugung getragen, dass die Liberalen „bald wieder zu alter Stärke finden“. Von Rainer Kanbach

Im Beisein des früheren Staatssekretärs, Ex-Bürgermeisters und Ehrenvorsitzenden der Werdohler FDP, Wolfram Dorn, und der bis dahin noch designierten Landtagskandidatin Dr. Anne Hermes zog Vorsitzender Jürgen Neumann eine Bilanz, die mehr von Schatten überzogen war.

Die Liberalen hatten bei der Kommunalwahl Stimmen verloren und zwei ihrer vier Ratsmandate eingebüßt. Gleichwohl habe die FDP von den drei bisherigen Ratsparteien prozentual die wenigsten Verluste zu beklagen.

Mit ein Grund dafür, dass man im Rat nur noch mit zwei Sitzen vertreten sei, war nach Neumanns Darstellung auch die Verkleinerung des Rates auf 32 Mandate. Dem habe die FDP zwar auch zugestimmt – aber in dem Bewusstsein, „dass wir als kleine Partei uns schwer tun und womöglich Schaden nehmen würden“. Das nächste Ergebnis, so die Prognose, werde wieder besser ausfallen. Zugleich entschuldigte sich der Vorsitzende für die Verfahrensfehler, die im Zuge der Kandidaten-Aufstellung für die Kommunalwahl begangen wurden.

Die Entscheidung der FDP, keinen eigenen Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen zu schicken, sondern den von den Sozialdemokraten nominierten Verwaltungsmann Siegfried Griebsch zu unterstützen, sei richtig gewesen, „und wir stehen voll hinter ihm“, so Neumann, der in dieser Frage auch Unterstützung von Wolfram Dorn erfuhr: „Mit dem jetzigen Bürgermeister fällt die politische und sachliche Zusammenarbeit leichter.“

Zum Teil scharfe Kritik gab es sowohl vom Vorsitzenden der FDP, als auch vom Fraktionschef der Liberalen in Richtung CDU. Angegriffen wurde vor allem das Verhalten der Union bei der Bildung von Ausschüssen. Neumann: „Dieses Verhalten hat mich schockiert. Mit Boshaftigkeit wurde versucht, liberale Politik aus den Gremien zu verdrängen.“

Noch deutlicher wurde Friedhelm Hermes: „Ich bin erschrocken, mit wie viel Hass die CDU und ihr rechter Ableger WBG vorgegangen sind. Wir sollten bestraft werden für fünf Jahre, die wir nicht im Sinne der CDU gestaltet haben.“ Aufgabe sei es aber, für Werdohl zu arbeiten – sachorientiert und offen für Mehrheiten. Daran werde sich auch nichts ändern, die Liberalen wollen weiter für eine positive Entwicklung der Stadt eintreten. Dank der Unterstützung durch die SPD sei man nun aber trotzdem in fast allen Ausschüssen vertreten. Alles andere hätte den Wählerwillen auf den Kopf gestellt. Nur im Schulausschuss habe die FDP lediglich beratende Funktion.

Und Friedhelm Hermes weiter: „Wir sind unverzichtbarer Bestandteil unserer Kommune und nicht ab- oder wegzudrängen.“ Dabei erinnerte der Fraktionschef auch daran, dass die FDP seit 57 Jahren ununterbrochen im Rat vertreten sei. Er hoffe für die Zukunft auf die Rückkehr zu alten Gepflogenheiten, bei denen Sachlichkeit, Menschlichkeit und gegenseitiger Respekt tragende Säulen seien.

Zum Thema Neustadtstraße betonte Vorsitzender Neumann, dass man nicht an die Durchsetzbarkeit der aktuellen Beschlüsse glaube. Aus Sicht der FDP war die Neustadt von Beginn an „der Zubringer für unsere kleine aber feine Fußgängerzone; und so soll es auch bleiben“.

Und Friedhelm Hermes, der später als Schatzmeister auch einen positiven Kassenbericht vorlegte, unterstrich ergänzend: „Wir reden immer wieder über die Neustadt, dabei hat Werdohl ganz andere Probleme“, die er mit den Stichworten Bildung und Schule, demographischer Wandel und Straßensanierung grob umriss.

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