Schließung Ende Juni

Was wird aus dem WK? Das sind die Vorschläge von Politik und SIHK

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Wie das Gebäude des WK Warenhauses nach dessen Schließung Ende Juni genutzt werden könnte, war am Dienstagabend Thema im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung.

Werdohl – Was wird aus der Immobilie, wenn das WK Warenhaus Ende Juni für immer seine Türen schließt? Diese Frage wurde am Dienstagabend im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung diskutiert.

Eine abschließende Antwort darauf gab es – wenig überraschend – nicht, wohl aber den einen oder anderen Lösungsansatz. 

Nein, es gebe nichts Neues zu berichten, sagte Bürgermeisterin Silvia Voßloh auf die Frage, ob es knapp zwei Wochen nach der Ankündigung von Werdohls größtem Einzelhändler, das Geschäft zu schließen, schon Erkenntnisse über die zukünftige Nutzung des Hauses gebe. Die Eigentümer arbeiteten derzeit selbst an Ideen für eine Nachnutzung, ergänzte Fachbereichsleiter Thomas Schroeder. „Erst wenn das keinen Erfolg hat, gäbe es Raum für so etwas wie einen Runden Tisch, an dem Ideen gesammelt werden könnten“, gab Schroeder seine Einschätzung der Lage ab. 

Runder Tisch als Option

Den Runden Tisch hatte Stephanie Erben von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) ins Gespräch gebracht. Die war eigentlich gekommen, um den Ausschuss über das SIHK-Projekt City Lab Südwestfalen zu informieren. Dabei kam die Sprache aber unweigerlich auf das WK Warenhaus.

„Ich denke nicht, dass man auf dieser Fläche wieder ausschließlich Einzelhandel ansiedeln kann“, sagte Erben über eine mögliche zukünftige Nutzung des Kaufhauskomplexes im Herzen von Werdohl. Bessere Erfolgsaussichten hätte nach ihrer Einschätzung eine Mischnutzung beispielsweise aus Wohnungen, einem Kino, einem Fitnessstudio und Einzelhandel. Erben stellte bei Überlegungen zu einer Nachnutzung die Unterstützung der SIHK in Aussicht. 

Bürgermeisterin Voßloh wünschte sich „etwas, das attraktiv ist, wo sich die Menschen treffen können“. Das Café im WK-Obergeschoss sei derzeit ein solcher Treffpunkt. Jürgen Neumann (FDP) wusste indes zu berichten, dass es für den Getränkemarkt im Untergeschoss wohl einen Interessenten gebe. Einen Namen nannte er nicht. 

Kein Bebauungsplan für die Innenstadt

Doch welche Nutzungsmöglichkeiten außer dem dem Einzelhandel gibt es überhaupt für die gut 40 Jahre alte Immobilie? Fachbereichsleiter Schroeder tat sich mit einer Antwort auf diese Frage schwer, weil es für die Innenstadt zwar einen Flächennutzungsplan, aber keinen Bebaungsplan gebe. In einem Bebauungsplan legen Kommunen fest, welche Nutzungen in einem bestimmten Gebiet zulässig sind. Das hat die Stadt Werdohl für die Innenstadt bislang nicht festgelegt. „Eine andere Nutzung müsste deshalb im konkreten Einzelfall geprüft werden“, beschrieb Schroeder das Prozedere. 

Die Stadt könnte in dieser Angelegenheit aber unerwartete Hilfe bekommen. Im vergangenen Jahr hat sie nämlich ein Stadtentwicklungskonzept in Auftrag gegeben. Dessen Erarbeitung stehe zwar noch ganz am Anfang, sagte Rüdiger Wagner von dem beauftragten Kölner Planungsbüro Jung Stadtkonzepte. „Die neuesten Entwicklungen rund um das WK Warenhaus werden darin aber bestimmt Berücksichtigung finden“, stellte er allerdings in Aussicht. „Das müssen wir aber jetzt erst einmal bewerten“, sagte Wagner. 

Plaßmann: "Verlieren ein Stück Heimat"

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Plaßmann bedauerte die WK-Schließung, „durch die viele von uns ein Stück Heimat verlieren“. Er wies aber zugleich Vorwürfe an Bürgermeisterin Voßloh zurück, die der Werdohler Unternehmer und frühere Geschäftsführer des Marketingsvereins „Natürlich Werdohl“, Ludwig Kirchhoff-Stevens in dieser Zeitung erhoben hatte. Dessen Kritik, der Bau des Edeka-Centers habe dem WK zugesetzt, treffe Voßloh nicht, weil die Entscheidungen dazu bereits in der Ära von Bürgermeister Siegfried Griebsch (SPD) getroffen worden seien. 

Und die unter Voßloh eingeführten Parkgebühren in der Innenstadt könnten dem WK auch nicht geschadet haben, fand Plaßmann. Schließlich verfüge das Kaufhaus über eigene – und gebührenfreie – Parkplätze.

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