Wird Werdohl zur Fair-Trade-Stadt?

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Wird Werdohl Fair-Trade-Stadt, gibt es bei öffentlichen Sitzungen und im Büro der Bürgermeisterin nur noch fair gehandelten Kaffee.

Werdohl - Die Nachbarstädte Balve und Plettenberg verfügen über das Zertifikat bereits seit einiger Zeit. Und wenn es nach Friedhelm Hermes, Fraktionsvorsitzender der FDP, geht, könnte auch Werdohl eine sogenannte Fair-Trade-Stadt werden.

Hermes schlug am Montag in der Sitzung des Hauptausschusses im Ratssaal vor, sich zumindest einmal mit einer Initiative in diese Richtung zu beschäftigen. „Wir nehmen diese Anmerkung auf und werden sie prüfen“, sagte Bürgermeisterin Silvia Voßloh zu. 

Fair-Trade-Städte gibt es in Deutschland mittlerweile mehr als 500. Kommunen, die von einer der anerkannten Fair-Trade-Zertifizierungsstellen die Auszeichnung erhalten, müssen sich fortan für die Förderung Fair-Trade-zertifizierter Waren im Rahmen des fairen Handels einsetzen. „Eine solche Auszeichnung wäre sicherlich positiv für das Image unserer Stadt“, sagte Hermes. Deshalb solle man sich auch in Werdohl die Frage stellen, ob es gelingen kann, alle Akteure mit ins Boot zu holen und sich ebenfalls der Fair-Trade-Bewegung anzuschließen. 

Fünf Kriterien müssen erfüllt werden 

Um den Titel Fair-Trade-Stadt tragen zu dürfen, müsste Werdohl nachweislich fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den fairen Handel in allen Ebenen einer Kommune widerspiegeln. 

Ratsbeschluss: Der Stadtrat verabschiedet den Beschluss zur Unterstützung des fairen Handels. Anschließend müssen bei allen öffentlichen Sitzungen sowie im Büro der Bürgermeisterin fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt ausgeschenkt werden. 

Steuerungsgruppe: Eine lokale Steuerungsgruppe koordiniert die Aktivitäten auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt. Die Gruppe besteht aus Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. 

Fair-Trade-Produkte im Sortiment: In Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants werden Produkte aus fairem Handel angeboten. 

Zivilgesellschaft: Produkte aus fairem Handel werden in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet. Darüber hinaus werden Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel umgesetzt. 

Öffentlichkeitsarbeit: Die Steuerungsgruppe macht Öffentlichkeitsarbeit über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in Werdohl. 

Der Titel Fairtrade-Stadt wird bei der ersten Anerkennung zunächst für zwei Jahre vergeben, anschließend werden die einzuhaltenden Vorgaben verschärft.

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